Finsterwalder sind sehr direkt

Elbe-Elster. Am 22. September ist astronomischer Herbstanfang. Blätter verfärben sich und fallen von den Bäumen. Welches Verhältnis haben Sie zum Herbst? Jörg Gampe: „Er erzeugt ein wenig Wehmut, dass die schönen langen Sommertage nunmehr vorbei sind.“ Was zeichnet Ihre Stadt im Herbst besonders aus? Gampe: „Der Herbst in unserer Stadt ist immer sehr bunt, denn die vielen Bäume und Sträucher, die im Stadtgebiet und in den Parks zu finden sind, färben ihre Blätter und verteilen sie auch ein wenig zum Leidwesen der Anwohner auf unseren Straßen und Wegen. Dagegen freut dies vor allem die Kinder, die in den Kitas oder Horten damit tolle Bastelarbeiten anfertigen. Und natürlich steckt auch schon das Oktoberfest-Herbstkracherteam, in diesem Jahr übrigens mit dem 10. Jubiläum, schon in der heißen Vorbereitungsphase.“ Was lieben Sie an Finsterwalde? Gampe: „Finsterwalde ist eine tolle Stadt, in der viele engagierte Bürger leben, die ehrenamtlich viel in und für die Stadt leisten. Chöre und vielfältige Vereine bereichern das Gemeinschaftsleben in Finsterwalde auf kulturellem, künstlerischem, im sozialen und karitativen sowie sportlichen Bereich. Sie sind oft Botschafter unserer Stadt über die Stadtgrenzen hinaus. Darüber freue ich mich besonders. Außerdem gefallen mir die vielen liebevoll sanierten Häuser. Wir ziehen jetzt als Stadt mit der Sanierung der Straßen nach, so dass im Moment so jeder seinen Schleichweg im Umleitungswirrwarr sucht. Nicht nur mir, sondern vielen Finsterwalde macht das breite Kulturangebot in der Sängerstadt Freude.“ Und was wurmt Sie? Gampe: „Populisten und Meckerer, die die Entwicklung der Sängerstadtregion ignorieren, sich selbst aber nicht einbringen.“ Was sind die wichtigsten Bauprojekte, die in der zweiten Jahreshälfte in der Stadt umgesetzt beziehungsweise begonnen werden sollen? Gampe: „Seit Jahresbeginn herrscht bei uns wieder das Motto ‘Hier kommt man nur zu Fuß rein’. Gerade stehen wir vor der Fertigstellung der Südlichen Stadtkernentlastungstraße. Die letzten Arbeiten am Stadtwerkekreisel laufen. Auch in der Sonnewalder und in die Berliner Straße, wo wir ja im Zweischichtsystem bauen, laufen die Arbeiten planmäßig und ich hoffe, dass die fleißigen Bauleute sie bis zum 1. Advent abgeschlossen haben. Kräftig gebaut wird auch in der Grundschule Nehesdorf. Nach der Fertigstellung des neuen Speisesaals sind die Firmen jetzt beim Fahrstuhleinbau für die Barrierefreiheit. Unser Waldspielplatz in der Bürgerheide wird derzeit erweitert, gemeinsam mit Grundschülern unserer Stadt hat die Planerin ein paar ganz neue Spielgeräte und einen separaten Bereich für Kleinkinder ergänzt.“ Tourismus ist ein aufstrebender Wirtschaftszweig im Landkreis Elbe-Elster. Wie sehen Sie Ihre Stadt in diesem Bereich aufgestellt? Gampe: „Unsere Touristinformation, die im Rathaus direkt am Marktplatz sitzt, hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Ob Fahrradtouren durch die Sängerstadtregion, Stadtführungen mit einem der Finsterwalder Sänger oder Souvenirs und Postkarten. Beliebte Anlaufpunkte sind unter anderem das Sänger- und Kaufmannsmusem in der Langen Straße, das Weltspiegel-Kino und unser Tierpark, der sich direkt im beliebten Erholungsgebiet ’Bürgerheide‘ befindet. Die Besucherzahlen steigen ständig, das zeigt uns, dass sich die Investitionen der vergangenen Jahre lohnen. Den moderaten Eintrittspreis wollen wir beibehalten, damit vor allem Familien mit Kindern den Ausflug in unseren Tierpark genießen können.Besonders beliebt ist natürlich unser im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindendes Sängerfest, das mit mehr als 100.000 Besuchern das größte Volksfest Südbrandenburgs ist. An dieser Stelle gleich der Hinweis: Im nächsten Jahr am letzten Augustwochenende ist es wieder so weit. Das Motto lautet „Zuhause bei Freunden“. In diesem Frühjahr konnten wir außerdem das 7. Finsterwalder Kammermusikfestival erleben, das Gäste aus ganz Brandenburg und zum Teil auch darüber hinaus in die Sängerstadt lockte.Auf unserem Marktplatz finden über das Jahr verteilt mehrere Veranstaltungen statt: Das Maibaumstellen, das Sparkassen-Open-Air und der Finsterwalder Beach-Cup, der Herbstkracher, Chor- und Stadtfeste und vieles mehr. Wir feiern gern und noch lieber, wenn wir dabei zahlreiche Gäste haben.Ein touristischer Clou wird auch unsere Stadthalle werden, der erste Spatenstich ist für Ende nächsten Jahres geplant.“ Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Stadt Finsterwalde? Gampe: „Ich bin viel und oft in der Bürgerheide unterwegs, meist früh zeitig für eine morgendliche Laufrunde. Besonders gern bin ich, mit meinem jüngsten Sohn, im Tierpark.“ In Ihrer Stadt leben etwas über 16000 Einwohner. Wie würden Sie den typischen „Finsterwalder“ beschreiben? Gampe: „Derzeit leben in Finsterwalde deutlich mehr als 17.000 Einwohner, die natürlich alle sehr verschieden sind. Als typisch würde ich aber die Herzlichkeit bezeichnen, mit der Gäste bei uns begrüßt werden. Außerdem sind die Finsterwalder sehr direkt, das merken wir vor allem, wenn mal etwas schief läuft. Das ist aber grundsätzlich auch eine gute Eigenschaft, denn nur wenn uns als Stadt mitgeteilt wird, wo der Schuh drückt, können wir auch schnell helfen.“ Finsterwalde trägt den Beinamen Sängerstadt. Wie gut sind die Finsterwalder bei Stimme? Gampe: „Natürlich sehr gut! Wir haben verschiedene Chöre mit unterschiedlichem Repertoire in unserer Stadt, die alle immer gern zu Veranstaltungen und Feierlichkeiten auftreten. Erst kürzlich konnten wir den Tag des offenen Denkmals mit dem Frauenchor und den vier Sängern musikalisch eröffnen. Unsere Kitas haben alle das FELIX-Siegel. Dabei handelt es sich um ein Gütesiegel des Deutschen Chorverbandes, mit dem Kindertagesstätten ausgezeichnet wurden, die in besonderem Maße die musikalische Entwicklung der Drei- bis Sechsjährigen fördern. Im Juni dieses Jahres durften wir außerdem Gastgeber des 14. Brandenburger Chorfests sein. Das war ein besonders stimmgewaltiger Tag, an dem fast 60 Chöre mit mehr als 1000 Sängerinnen und Sänger unserer Sängerstadt alle Ehre machten.Wir Finsterwalder tragen stolz den Namen Sängerstadt und dies ist auch kein Beiname, sondern unser Markenzeichen!“ Was wünschen Sie sich für Ihre Stadt für die Zukunft? Gampe: „Ich wünsche mir, dass die schöne Momentaufnahme der gut gefüllten Kindergärten und Schulen noch lange bestehen bleibt. Wir merken, dass viele junge Familien zurück zu uns in die Sängerstadt kommen und auch diejenigen, die nie weg gewesen sind, entscheiden sich vermehrt dazu, Kindern in unserer Stadt ein Zuhause zu geben. Es wäre wunderbar, wenn dieser Trend bestehen bleibt, damit unsere Stadt stabil bleibt und auch wieder ein wenig wachsen kann.“ Für welche Eigenschaften stehen die einzelnen Buchstaben im Namen der Stadt F-i-n-s-t-e-r-w-a-l-d-e? Gampe:F - fröhlichI -  interessantN - neugierigS - sangesfreudigT - tolerantE – ehrenamtlich engagiert und manchmalR - rustikalW - weltoffenA - aufgeschlossenL - lebensfrohD – dem demografischen Wandel entgegentretendE – (schonunglos) ehrlich Ihr letztes Wort…? Gampe: „Herzlich Willkommen in der Sängerstadt, hier lässt´s sich leben, arbeiten und feiern!“Am 22. September ist astronomischer Herbstanfang. Blätter verfärben sich und fallen von den Bäumen. Welches Verhältnis haben Sie zum Herbst? Jörg Gampe: „Er erzeugt ein wenig Wehmut, dass die schönen langen Sommertage nunmehr vorbei sind.“ Was…

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