Wenn die Katze einzieht... Tipps für Neubesitzer

Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen: Knapp 13 Millionen Tiere leben in den Haushalten der Republik und es werden stetig mehr. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe schätzt, dass die Population der deutschen Hauskatzen bis 2025 um 200.000 Tiere wachsen wird. Doch was müssen Katzenneulinge eigentlich beachten, wenn sie sich zum ersten Mal eine Katze ins Haus holen?

Wenn die Katze das erste Mal in der neuen Wohnung ankommt, ist das ein besonderer Moment – diesem geht jedoch einiges an Vorbereitung voraus.

Katzen sind kuschelig, verspielt, anmutig, selbstständig, lustig und oft einfach nur süß: Es gibt viele Gründe aus denen die Entscheidung für eine Katze fallen kann. Sie bieten Gesellschaft und Abwechslung und bereiten ihren Besitzern damit ganz viel Freude. Aber so mancher Mitbewohner einer Katze hat auch schon gemerkt, dass die Tiere alles andere als unkompliziert sind. Nicht umsonst deklarieren sich manche Menschen als „Hundemensch“, da sie mit der Art vieler Katzen schlicht nicht zurechtkommen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Katze einige Bedürfnisse hat, die ihr Mensch erfüllen muss, wenn ihm ein friedliches Zusammenleben wichtig ist.

Das beginnt bereits vor der Anschaffung: Es gibt eine ganze Bandbreite an wichtigen Informationen, die Katzenneulinge sich aneignen sollten. Sowohl das Internet und Fachliteratur als auch katzenerfahrene Freunde und Bekannte können einen guten Überblick bieten. Somit kann zunächst einmal abgecheckt werden: Passt eine Katze überhaupt zu mir und meinem Leben? Ist das geklärt, ist Rassekunde an der Reihe sowie ein Auseinandersetzen mit der Erstausstattung. Dabei ist auch die Wohnsituation mit einzubeziehen. Katzen lieben Freigang, das Jagen auf Wiesen und Feldern und die pure Freiheit, die ihnen im Blut liegt. In der Stadt hingegen lauern überall Gefahren – gleichzeitig kann aber auch diese ein toller Abenteuerspielplatz sein. Hier sollten im Vorfeld so viele Informationen wie möglich über das Wohnumfeld, nahegelegene Hauptstraßen und auch über Katzen in der Nachbarschaft eingeholt werden, um Überraschungen zu vermeiden.

Bei der Wahl der Katze kommt es dann neben der Rasse auch tatsächlich auf Alter und Geschlecht an: Kitten sind noch ganz neu auf der Welt und haben außer den acht Wochen mit Mama und Geschwistern noch nicht viel erlebt. Sie können noch geprägt und erzogen werden und müssen außerdem viel lernen. Das heißt auch, dass sie viel Aufmerksamkeit und Erziehung brauchen, oft gekuschelt und bespaßt werden wollen. Erwachsene Katzen und Kater hingegen sind schon gefestigt und erzogen, sind damit selbstständiger und unabhängiger. Sie haben außerdem Gewohnheiten, die sie aus ihrem  vorherigen Zuhause mitbringen und vielleicht auch die ein oder andere Marotte. Allerdings weiß man auch bei einem Kitten nie, welche charakterlichen Besonderheiten es noch ausbilden mag. Somit sollte die Wahl im Vorfeld der „Adoption“ gut überlegt sein.

Ein Kätzchen ist noch besonders entdeckungsfreudig und verspielt – das bedeutet auch mehr Gefahren, die in der Wohnung lauern können.

Das Kitten: Erziehung, Spaß und Spiel

Zunächst einmal ist wichtig: Katzen sind keine Einzelgänger, auch wenn sie in der Regel alleine auf die Jagd gehen. Deswegen ist es angebracht, gleich zwei Tiere gemeinsam ins Haus zu holen, wenn es ein Katzen-Mitbewohner sein soll. Das hat auch zum Vorteil, dass die beiden viel Beschäftigung in gemeinsamen Spiel und Kuscheln finden und sich damit weniger mit der Wohnung und den darin befindlichen Möbelstücken auseinander setzen. Besonders bei Kitten bietet es sich an, denn Wurfgeschwister stehen sich oft besonders nah oder haben zumindest einen natürlichen Waffenstillstand untereinander eingerichtet, falls sie sich nicht sonderlich gut verstehen.  

Grundsätzlich haben Kitten einen ausgiebigen Erkundungs- und Spieltrieb, so dass sie sowohl viel Aufmerksamkeit und Beobachtung brauchen, als auch einiges in der Wohnung zu Bruch gehen wird, wenn im Vorfeld nicht schon alles Mögliche beseitigt wurde. Ein Kätzchen lernt es erst, sich richtig zu koordinieren und wird so auch manches Missgeschick nicht vermeiden können. Auch stubenrein ist es nicht zwangsläufig – hier muss entsprechend viel Zeit und Geduld investiert werden.
Ansonsten sollte vor dem Einzug des Kittens ganz besonders darauf geachtet werden, dass die

Wohnung katzensicher wird. Mit wachsamen Augen und dem Blick der Katze muss alles ihr Zugängliche abgescannt werden – so sind zum Beispiel runterhängende Gardinen eine wahre Verlockung für kleine Kätzchen. So schnell wie es rauf geklettert ist, kommt es jedoch selten wieder runter – denn eine Gardinenstange ist nicht gerade lockere Sprunghöhe für kleine Kittenbeine. Deswegen ist es für alle Beteiligten - inklusive Gardine – sicherer, wenn diese zumindest für die Anfangszeit abgehangen oder zumindest hochgebunden wird.

Genau so müssen alle Pflanzen weichen, die potenziell giftig sind. Auch Deko, die umstürzen und so das Kätzchen verletzen kann, sollte gehen. Stattdessen liebt die Katze freie warme Fensterbänke, auf denen sie sich niederlassen und die Welt beobachten kann. Ein Kippschutz gehört ebenfalls dringend an das Fenster, da die Katze sonst beim Spielen und Jagen oder auch einfach beim Versuch des Rauskletterns darin hängen bleiben und ersticken kann. Ebenfalls wichtig:

  • Müllbehälter abdecken
  • Blumenkübel mit Gittern versehen, um Buddeln zu verhindern
  • Elektrokabel abdecken
  • Kratzbaum, Toilette und Fressnapf aufstellen
  • Katzennetz am Balkon anbringen (falls vorhanden)

Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen und guter Vorbereitung kann das Kitten dann gut behütet im neuen Zuhause aufwachsen. Dabei muss natürlich noch die richtige Erziehung folgen, außerdem kommen der Gang zum Tierarzt für das Chippen und Impfen, die Kastration zum richtigen Zeitpunkt und weitere alltägliche Pflichten dazu. Dann jedoch hat das Kätzchen sicherlich einen guten Start im Leben.

Katzen sind unabhängig und somit häufig auch stille Beobachter. Sie wollen dabei nicht ständig getätschelt werden, sondern brauchen auch ihren Freiraum.

Die Katze: Unabhängigkeit, Geduld und Streicheleinheiten

 Fällt die Entscheidung hingegen für eine bereits erwachsene Katze, kann einiges entspannter angegangen werden. Das Tier weiß in der Regel bereits, wie es sich zu verhalten hat, ist gechipt sowie geimpft und ist vor allem stubenrein. Das jedoch heißt nicht, dass sie an ihr neues Zuhause keine Ansprüche hat.

Zunächst einmal sind Katzen gerne unabhängig, allerdings möchte sie dennoch Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten – auch wenn sie erwachsen ist. Manche Katzen sind dabei nicht von Anfang an zutraulich. Vielleicht hat sie schlechte Erfahrungen gemacht, vielleicht ist sie auch einfach ein zurückhaltender Charakter. Dann ist es sinnvoll, ihr erst einmal Ruhe und Zeit zur Eingewöhnung zu schenken – sie wird von selbst aus ihrer Zurückhaltung treten, wenn sie dazu bereit ist.

Übrigens kann es gerade als Katzenneuling sehr sinnvoll sein, sich zunächst eine Katze aus dem Tierheim anzuschaffen. Das Vorurteil, alle dort lebenden Tiere hätten eine Macke, kursiert völlig zu Unrecht. Manche sind schlicht „Scheidungskinder“, konnten nicht mit in die neue Wohnung oder der Besitzer ist verstorben. Selbst bei schlechten Erfahrungen mit Menschen gibt es nur wenig bei einer Katze, dass nicht mit viel Liebe und Geduld zu richten wäre. Ein weiterer Vorteil: Die Mitarbeiter im Tierheim wissen bereits einiges über die Katze und können Auskunft zu Charakter und Wesen geben. Auch auf die Gewohnheiten der Katze kann eingegangen werden, was vor allem in Sachen Futter wichtig ist. Katzen haben in dieser Richtung oft ganz besondere Vorlieben und lassen sich nur schwer umgewöhnen. Das Tierheim kann zu diesem Zweck ein Starterpaket des gewohnten Futters mitgeben und so die Eingewöhnung im neuen Zuhause erleichtern. Es hat also durchaus Vorteile, den neuen Mitbewohner vor dem Einzug auch durch Erzählungen kennen lernen zu können und nicht aus wenig Kennenlernen-Zeit heraus vielleicht einen unpassenden Charakter mit nach Hause zu nehmen.

Auch hier gelten beim Einzug ansonsten natürlich besondere Vorsichtsmaßnahmen. Außerdem sollte wie bei der Jungkatze auch, das Mobiliar wie Kratzbaum, Höhle und Katzenklo bereits stehen. So kann die Katze sich bereits von der Transportbox aus orientieren und sich in Ruhe auf Erkundungstour geben – eine wichtige Zeit übrigens, bei der der Mensch erst einmal nicht zu sehr stören sollte.

Kater brauchen mehr Aufmerksamkeit und Bestätigung als Katzen. Das bedeutet auch, dass sie Zeitmangel deutlich mehr stört und sie auf „Keine Zeit“ mal zickig reagieren.

Der Kater: Zeit, Rauferei und Liebe

Ob als Kitten oder als ausgewachsenes Exemplar: Kater haben geschlechterspezifische Eigenschaften, genau wie auch die weibliche Katze. Zunächst einmal sind sie verschmuster und brauchen mehr Bestätigung, zum anderen spielen sie anders als Katzen. Wer sich einen Kater ins Haus holt, hat damit zeitgleich auch oft einen kleinen Raufbold zu Hause. Wenn es dann keinen Spielgefährten gibt, muss eventuell der Fuß des Besitzers herhalten. Allerdings sollte auch – wenn er einen Spielgefährten bekommt – darauf geachtet werden, welche Zusammensetzung im Wohnzimmer entsteht. Katzen spielen nämlich zärtlicher und distanzierter als Kater, die lieber raufen und toben.

Ansonsten braucht der Kater natürlich das gleiche Setup wie eine Katze oder auch ein Kitten: Kratzbaum, Höhle, Fensterplatz, Spielzeug, Katzenklo und Futternäpfe gehören zwingend dazu, ganz genauso natürlich auch Aufmerksamkeit, Liebe und Streicheleinheiten des Besitzers. Mit diesen Dingen und vor allem viel Interesse an dem Tier, wird es – egal ob Kitten, Kater oder Katze - ganz sicher glücklich in seinem neuen Zuhause.

 

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