Die EEG-Umlage steigt weiter an

Nachdem die EEG-Umlage in 2015 erstmalig 0,07 Cent auf 6,17 Cent/kWh sank, stieg sie die letzten beiden Jahre wieder an. Das letzte Mal stieg sie in 2017 auf 6,88 Cent/kWh an.

Auch dieses Jahr müssen Stromkunden wieder tiefer in die Tasche greifen.

Mit der EEG-Umlage strebt der Bund eine weitere Förderung der erneuerbaren Energien in Deutschland an. Mit den Einnahmen durch die Umlage werden die erneuerbaren Energien von den Unternehmen für einen vorher vertraglich vereinbarten Preis abgenommen. Je günstiger der Preis an den Strombörsen ist, desto stärker steigt die EEG-Umlage an. Da Strom aus den erneuerbaren Energien günstig ist, und immer mehr Energie aus regenerativen Quellen produziert wird, ist auch für die Zukunft eine Erhöhung der EEG-Umlage zu erwarten. Immerhin steigt dadurch ja auch die Differenz zwischen Börsenstrompreis und vertraglich vereinbarter Vergütung des Stroms.

Sogar für Selbstversorger, die ihren produzierten Solarstrom selber nutzen, gilt eine EEG-Umlage-Pflicht. Allerdings ist diese nur anteilig an der EEG-Umlage ausgerichtet. Somit müssen Selbstversorger in 2017 bereits 40 Prozent der EEG-Umlage für den selbstverbrauchten Strom zahlen. Mitte 2014 und 2015 lag der Anteil noch bei 30 Prozent. Wird der Strom an Mieter weitergegeben wird sogar die volle Umlage zahlpflichtig.

Auswirkung auf den Strompreis

Bei der Nutzung von fremden Stromanbietern liegt es in deren Abhängigkeit, ob die Umlage an den Kunden weitergereicht wird oder nicht. Lokale Stadtwerke bemühen sich meist die Strompreise möglichst konstant zu halten. So beschlossen auch die Stadtwerke Weißwasser (SWW) in 2017 die Preiserhöhung nicht an ihre Kunden weiterzureichen.

Der günstige Preis an der Strombörse lässt die EEG-Umlage stärker ansteigen.

Andere Stromanbieter haben jedoch bereits in 2016 ihre geplante Anpassung auf den Kostenanstieg mitgeteilt. Alleine Ende November gab es bundesweit insgesamt 250 Anbieter, die eine Preiserhöhung angekündigt hatten. Allerdings gab es auch eine Handvoll Anbieter, die sich zu einer Strompreissenkung entschieden haben. Für Verbraucher lohnt sich daher immer wieder eine Kontrolle der Stromkosten und ein Vergleich der Strompreise (siehe auch: http://www.strompreisvergleich.net). Idealerweise sollte der Preis bei jeder bevorstehenden Preiserhöhung verglichen werden, da in diesen Fällen immer ein Sonderkündigungsrecht besteht. Allerdings lohnt sich auch von Zeit zu Zeit eine Überprüfung, ob die Wahl des eigenen Anbieters noch Marktkonform ist, oder sich nach Ablauf der Vertragszeit ein anderer Anbieter gesucht werden sollte.

Zudem gab es einige Stromanbieter, die den Jahreswechsel bewusst abgewartet haben, um den Strompreis nachträglich, im laufenden Jahr anzuziehen. Dabei handelte es sich hauptsächlich um die vier großen Versorger RWE, E.on, EnBW und Vattenfall.

E.on bestätigte nun eine Preiserhöhung für Mai. Dabei fiel die Erhöhung vielerorts höher aus, als bei anderen Anbietern. In Bayern betrug die Erhöhung sogar 14 Prozent. Bei einer vierköpfigen Familie ist somit im Jahr von Mehrkosten in Höhe von 150 Euro auszugehen. Dahingegen liegt die durchschnittliche Preiserhöhung der Energieversorger bei etwa 4,9 Prozent, was bei einem vierköpfigen Haushalt immerhin noch eine Summe von 50 Euro ausmacht.

Hauptfaktoren der Preiserhöhung: EEG-Umlage und Netzentgelte

Die Begründung der Erhöhung liegt nicht alleine in der Erhöhung der EEG-Umlage. Auch die Netzentgelte sind erneut gestiegen und trugen mit zur Erhöhung bei. Auch wenn es hier kritische Stimmen gibt, die den Stromkonzernen vorwerfen übertriebene Renditen für ihre Stromnetze zu kassieren, und damit den Anstieg zu provozieren.
Die Netzentgelte selber werden hauptsächlich durch den Bau neuer Leitungen sowie den Unterhalt bestehender Netze verursacht. Aber auch Kosten, die durch den Eingriff von Netzmanagern entstehen sind darin abgegolten. Diese werden notwendig, um die Schwankungen in der Energieversorgung bei der Wind- und Solarenergie zu regulieren.  

Noch sind die Kosten für Netzentgelte sehr ungleich verteilt.

Und auch hier gibt es eine weitere Ungleichheit: Die Netzentgelte wachsen in ländlichen Regionen schneller als in städtischer Region. Ebenso gibt es ein Gefälle zwischen Regionen, in denen besonders viel der regenerativen Energien produziert wird. Je mehr Erneuerbare-Energie-Kraftwerke bestehen, desto höher fallen die Netzentgelte aus.

Um diese Ungleichheit zu beenden plant der Bund ein einheitliches Gesetz, dass aller Bundesländer anteilig an den Kosten der Netze beteiligt. Einen ersten Gesetzentwurf zur Neustrukturierung der Netzentgelte wurde Anfang des Jahres bereits im Bundeskabinett beschlossen.

Stromkosten sparen

Um die Stromkosten trotz der ständigen Erhöhung gering zu halten bleiben dem Verbraucher nur zwei Optionen. Entweder es wird ein möglichst günstiger Stromanbieter ausgewählt oder die Stromkosten werden durch einen verringerten Verbrauch gesenkt.

Somit kann oftmals einiges gespart werden, wenn für das Heizen nicht auf Strom zurückgegriffen wird. Alternativen wie Pellets, Gas oder Öl sind aktuell noch deutlich kostengünstiger.

Aber auch bei den großen Stromverbrauchern im Haus gibt es einige Tricks die Verbrauchern Kosten sparen. Die Energie Agentur NRW analysierte 2011 die größten Stromfresser, an denen sich bis heute nicht viel geändert hat.

Mit am teuersten war der Verbrauch durch elektrische Warmwasserbereiter. Etwa 27,7 Prozent des Energieverbrauchs gehen alleine auf diesen Posten zurück. Wer im Bad diese Form der Warmwasseraufbereitung nutzt, muss allein dadurch schon mit höheren Kosten rechnen.

Ein weiteres Drittel entfällt auf den Energiebedarf in der Küche. Kochen (7,5 %), Kühlen (8,4 %), Spülen (4,1 %) und Gefrieren (3,4 %) sind als Einzelposition im Verbrauch überschaubar, jedoch im gesamten ein ordentliches Bündel an Energiekosten. Meist lassen sich

Mit das meiste lässt sich beim letzten Drittel der Stromfresser einsparen. Licht, PC, TV- und Audioausstattung überraschen viele Verbraucher mit ihrem tatsächlichen Verbrauch. Wer noch nicht auf LED umgestellt hat, sollte dies möglichst bald machen. Schnell lässt sich so der Verbrauch an Strom durch Lichtnutzung auf ein Zehntel des ursprünglichen Verbrauchs reduzieren. Die Investition rechnet sich somit oftmals innerhalb weniger Monate. Allerdings ist dabei auf die Qualität zu achten, um keine Abstriche bei Lichtleistung und Lebensdauer machen zu müssen.

Bei Fernsehgeräten muss beachtet werden, dass diese im Realbetrieb mehr verbrauchen als im Testbetrieb. Denn auch hier versuchen Hersteller ihre Produkte in einem möglichst guten Licht darzustellen. Daher gilt: am meisten Energie lässt sich sparen, wenn Audio- und Fernsehgeräte auch nur wirklich dann eingeschaltet sind, wenn sie auch genutzt werden.

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