Alte Liebe rostet nicht - der Traum vom großen Glück

Glücklich gewinnen, dieser Wunsch ist älter, als viele Menschen glauben. Wer träumt nicht davon, einmal ohne viel Geldeinsatz den großen Gewinn einzustreichen. Ein Blick in die Geschichte des Glücksspiels zeigt die Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Wie das Glücksspiel entstanden ist, lässt sich heute kaum noch feststellen. Allerdings beweist der Blick in die Geschichtsbücher, dass der Traum vom Gewinnen nichts Neues ist und seinen Reiz nicht verliert.

Die ältesten Beweise für das Glücksspiel

Schon lange Zeit vor Christus gab es das Glücksspiel. Die ältesten Hinweise dafür sind würfelähnliche Gebilde, die in der Region des früheren Mesopotamien gefunden wurden. In frühen Schriften aus Indien gibt es ebenfalls eindeutige Beweise für Würfelspiele. Der Würfel, wie wir ihn heute kennen, stammt offensichtlich aus Ägypten. Von hier aus verbreiteten sich die Würfelspiele über Griechenland bis nach Mittel- und Nordeuropa. In Berichten aus der römischen Zeit ist davon die Rede, dass gerade die Germanen dem Sog dieser Spiele nicht widerstehen konnten. Sie würfelten um ihr Vermögen und manchmal sogar um ihre Freiheit. Schon damals schien das Würfelspiel eine Art erweitertes Geschäft zu sein, um den Besitz zu vermehren. Diejenigen, die nicht aufhören konnten, wollten immer noch einen letzten Wurf machen, um ihr verlorenes Geld schließlich doch wiederzugewinnen. In der Bibel wird das Glücksspiel ebenfalls erwähnt. Bei der Kreuzigung würfeln die Soldaten um den Leibrock Jesu. Andere Geschichten deuten darauf hin, dass das Glücksspiel im damaligen Rom verboten war. Lediglich zu bestimmten Festtagen, nämlich an den Saturnalien, war es geduldet. Allerdings gibt es einige Anekdoten, die auf die Popularität der Würfel als Entscheidungshilfe hinweisen. Nicht umsonst hat der Spruch "Die Würfel sind gefallen" seinen Ursprung in der römischen Geschichte.

Glücksspiele sind alt, soviel steht fest. Doch woher genau sie stammen, ist nicht ganz klar.

Das Glücksspiel in den Zeiten des Mittelalters

Im Mittelalter kam es vor allem von kirchlicher Seite aus zu Verboten, die sich gegen die Verbreitung des Glücksspiels richteten. Wie es bei solchen Einschränkungen jedoch oft der Fall ist, fanden die Spiele daraufhin im Geheimen statt. Die angeblich verderbliche Wirkung des Glücksspiels wurde von den christlichen und auch von den weltlichen Autoritäten angeprangert. Dennoch konnte niemand verhindern, dass sogar einige Geistliche Karten spielten.

Im 16. Jahrhundert wurde erstmals etwas genauer definiert, welche Formen des Glücksspiels erlaubt waren und welche nicht. Oft orientierte man sich bei dieser Kategorisierung an der Höhe der Einsätze. Entsprechend harte Strafen kamen auf die Beteiligten zu, wenn sie erwischt wurden.

Das Design von Spielkarten ist im Verlauf der Jahrhunderte ebenso vielseitig geworden wie die Art der Glücksspiele die damit gespielt werden.

Schon im Mittelalter waren viele Leute dem Kartenspiel verfallen. Teilweise handelte es sich dabei um Spiele aus Übersee, zum Beispiel aus Indien. Abhängig von den Kulturkreisen kam es zu Veränderungen der diversen Kartenspiele und zu einer stetigen Weiterentwicklung. Die Glücksspiele mit Karten fanden zum Teil in den dörflichen Gaststätten statt, manchmal aber auch in Palästen. Die Typisierung der verschiedenen Spielkarten stammt eindeutig aus früheren Jahrhunderten. Das erkennt man an den Bildern, die sich auf bestimmte historische oder mythische Vorbilder beziehen. Tatsächlich stehen Charaktere wie Karl der Große, Julius Cäsar, Athene und Ritter Lancelot Pate für die verschiedenen Spielkarten.

Weitere Entwicklungen im Glücksspiel

Die ersten staatlichen Glücksspiele fanden im 17. Jahrhundert statt. Hierbei handelte es sich um Staatslotterien, die nicht nur große Gewinne versprachen, sondern auch im Bereich der Wahrscheinlichkeitsberechnung eine Rolle spielten. Die Regierungen in vielen Ländern stellten fest, dass sich das Glücksspiel nicht komplett verhindern ließ, darum versuchten sie, das Ganze in geregelte Bahnen zu bringen.

Unter anderem wurde das Roulette-Spiel erfunden. Für diesen Klassiker im Casino gibt es unterschiedliche Entstehungsmythen, von dem drehenden Rad eines römischen Streitwagens bis hin zu vermeintlich chinesischen Vorläufern. Roulette, wie es heute gespielt wird, stammt aus Frankreich und ist gewissermaßen ein Nebenprodukt, das bei der Suche nach dem Perpetuum Mobile entwickelt wurde. Es stammt von Blaise Pascal, einem bekannten Mathematiker.

Die Phasen, in denen das Glücksspiel in mehreren europäischen Ländern verboten war, sorgten allerdings für eine nur schleppende Verbreitung von Roulette und anderen Gewinnspielen. Im Kleinstaat Monaco wurde jedoch darin eine Gelegenheit erkannt, die eigene Staatskasse aufzufüllen. Mit den Casinos, die hier eröffnet wurden, zieht das Land seitdem viele Touristen und Spieler an. Bis heute gehören die Casinos zu den Hauptattraktionen von Monaco. Im frühen 19. Jahrhundert gelangte Roulette auch in die deutschen Spielhallen und zum Ende des Jahrhunderts hin ergänzten auch die Casinos in den USA diese spannende Spielvariante.

Die staatliche Lotterie – ebenfalls ein Glücksspiel

Auch bei den ersten Staatslotterien ging es darum, die missliche finanzielle Lage zu verbessern. Was die Dynastien verschwendeten, sollte durch die Lottospieler wieder in die Staatskasse kommen. In Frankreich kam man zuerst auf diese nützliche Idee. Die Lotterie sollte den Reiz erhöhen, Staatsanleihen zu kaufen. Allerdings kam es anfangs zu einer groben Fehlkalkulation, die dazu führte, dass Voltaire und seine Genossen durch ein spezielles System zu Betrügern wurden. Inzwischen unterliegen die Lotterien samt der Ausspielung strengen Richtlinien. Diese schließen einen Betrug aus und geben den Spielern mehr Sicherheit. Auf die Chancen wirken sich diese Maßnahmen natürlich nicht aus.

Das Casino – Anziehungspunkt für Zocker und Touristen

Nach der Legalisierung des Glücksspiels eröffneten in Deutschland und anderen europäischen Ländern mehrere Casinos. Baden Baden, Bad Homburg und viele weitere Städte wurden zu attraktiven Zielen, nicht nur für eine Kur, sondern auch um das Glück im Spiel zu suchen. Es kam dabei teilweise zu Restriktionen, die festlegten, welche Gewinnanteile in die Erneuerung der Kuranlagen fließen mussten. Dies ist sicherlich ein wichtiger Grund, warum die Casinos oft in Kurstädten zu finden sind.

Im Jahr 1872 wurde das Glücksspiel komplett verboten. Erst Ende der 1930er Jahre durfte man wieder in den Casinos spielen: Kein Wundern, denn auch Adolf Hitler hatte eine Neigung zum Glücksspiel.

Die psychologische Seite des Glücksspiels

Die verschiedenen Arten des Glücksspiels haben eine Geschichte, die mehrere Jahrtausende umspannt. Tatsächlich gab es schon um 3000 vor Christus die Vorläufer der heutigen Glücksspiele. Offensichtlich braucht der Mensch eine solche Chance auf unvermuteten Gewinn. Schon die alten Griechen und Römer erlagen dem Reiz des riskanten Spiels: Teilweise setzten sie ihren Besitz ein, um ihn zu vervielfachen. Diese Art von Adrenalin-Kick setzt ein besonderes Gefühl frei, dem sich bis heute viele Personen nicht entziehen können.

Stilvoll, gesellig, elegant und dadurch so beliebt. Der Nervenkitzel gehört für viele Spieler dazu und macht das Spiel mit dem Glück so reizvoll.

Die Liste der berühmten Glücksspieler zeigt an, dass es keine Rolle spielt, wie viel Geld man bereits besitzt oder wie weise man ist. Auch viele kluge Köpfe haben gerne am Spieltisch gesessen. Zu den Berühmtheiten im Casino, beim Lottospiel und bei anderen Glücksspielen gehören unter anderem die folgenden Personen:

  • Johann Wolfgang von Goethe nahm einmal an einer Lotterie teil, in der Hoffnung, ein Landgut zu gewinnen,
  • Friedrich Schiller hatte ein Faible für das Kartenspiel,
  • Lessing konnte nicht vom Glücksspiel lassen, auch wenn er in seinen Schriften Moral und Vernunft predigte,
  • Al Capone verdiente nicht nur viel Geld mit Glücksspiel, Schmuggel und Prostitution, sondern spielte auch selbst,
  • Omar Sharif drehte viele Filme, um sein Konto wieder aufzufüllen, denn aufgrund seiner Spielsucht hatte er immer wieder finanzielle Probleme,
  • Ben Affleck ist ebenfalls spielsüchtig, gewinnt durch geschicktes Manövrieren jedoch viel Geld, das er zum großen Teil spendet.

Glücks- und Gewinnspiele heute

Inzwischen laufen viele Gewinnspiele über das Internet. Hier kann man pokern oder Sportwetten abgeben, alleine oder gegen Online-Konkurrenten spielen. Natürlich gibt es auch noch die Casinos, in denen auf die traditionelle Art gespielt wird. Nicht zu vergessen sind die Lotterien, an denen man mittlerweile auch grenzübergreifend teilnehmen kann.

Würfeln gehört weiterhin dazu, jedenfalls bei Kinderspielen und auch in einigen Spielhallen. Im Casino werden außerdem viele Kartenspiele angeboten, von Black Jack bis hin zu Poker. Neben Glück gehört beim Kartenspielen auch ein gutes Erinnerungsvermögen mit dazu. Absolut unberechenbar sind Glücksspiele wie Roulette: Hier kann man wirklich nicht sagen, auf welcher Farbe und Zahl die kleine Kugel landet.

Das Adrenalin schießt ins Blut: Wird man selbst das Glück in Form von Geld erhalten? Oder hat man vielleicht zu viel eingesetzt? Das faszinierende Gefühl muss nicht unbedingt in die Spielsucht führen, wenn man es zu beherrschen weiß.

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