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Lachgas gegen Wehenschmerzen

Seit letzter Woche können Frauen, die im HELIOS Klinikum Pirna entbinden, die Schmerzen unter der Geburt mit Lachgas lindern. Die Frauen können dabei ganz individuell und selbstgesteuert auf diese Schmerztherapie zurückgreifen.

Die Geburt eines Kindes ist eines der wohl glücklichsten Momente im Leben einer Frau. Wehenschmerzen begleiten die Entbindung jedoch. Diese Schmerzen können durch verschiedene Methoden gelindert werden. Die bekannteste davon ist die Periduralanästhesie – kurz PDA genannt. Eine gute Alternative ist der Einsatz von Lachgas unter der Geburt. Seit letzter Woche ist die Schmerzlinderung mittels Lachgas nun auch in den Kreißsälen des HELIOS Klinikums Pirna möglich. Dr. med. Klaus Haffner, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe beantwortet hier die wichtigsten Fragen zum Lachgas-Einsatz im Kreißsaal.

Wie funktioniert die Schmerzlinderung mittels Lachgas?

Die Patientin erhält eine Atemmaske, die an eine Gasflasche angeschlossen ist. In der Flasche befindet sich ein Gasgemisch aus 50 Prozent Lachgas und 50 Prozent Sauerstoff. Die festgelegte Mischung sorgt für eine schonende Schmerzlinderung, die in der Regel gut verträglich ist und den Geburtsverlauf nicht beeinträchtigt. Um das Lachgas aufzunehmen, hält sich die Patientin die Atemmaske an den Mund und atmet ganz normal weiter. Bereits nach wenigen Minuten setzt die Wirkung – eine Art Entspannungsgefühl – ein, sodass es auch kurz vor einer Wehe eingeatmet werden kann. Da die Frau die Atemmaske selbst in der Hand hat, kann sie selbst steuern, wann und wie lange sie die Schmerzlinderung benötigt.

Wann kann Lachgas zum Einsatz kommen?

Der Einsatz von Lachgas ist eine gute erste Option für die Frauen zur Schmerzlinderung unter der Geburt. Damit kann beispielsweise auch die Zeit überbrückt werden, bis eine Periduralanästhesie wirkt, da es keine Wechselwirkungen gibt. Auch für Frauen, die z.B. wegen einer Blutgerinnungsstörung keine PDA erhalten können, ist Lachgas eine Alternative.

Gibt es Nebenwirkungen?

In seltenen Einzelfällen kann das Einatmen von Lachgas zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Für wen ist Lachgas nicht geeignet?

Patientinnen mit einer Herzinsuffizienz können nicht auf Lachgas für die Entbindung zurückgreifen. Auch Augenoperationen innerhalb der letzten sechs Wochen vor der Entbindung können die Nutzung dieser Schmerztherapie ausschließen.

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