vf

Sterben gehört zum Leben

Röderaue. Der Hospizdienst der Caritas gestaltet ein Projekt für Grundschüler aus Pulsen.

Viele der Kinder der 4. Klasse der Grundschule in Pulsen haben schon ganz persönliche Erfahrungen mit dem Thema Sterben gemacht. Familienmitglieder, Bekannte oder Nachbarn sind aus dem Leben geschieden. Dennoch ist das Thema nicht einfach - besonders nicht für Kinder. Deshalb waren bei der Ankündigung der Projektwoche »Hospiz macht Schule« und der Präsentation im Elternabend nicht alle Muttis und Vatis begeistert von der intensiven Bearbeitung in der Schule. Die Lehrer vertrauten der Caritas-Koordinatorin Katrin Herbst und ihrem Team aus Ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern. Sie behielten recht!

Klarheit für Kinder

So konnten die Kinder in einem geschützten Rahmen, all ihre Fragen rund um Sterben, Tod und Trauer stellen und haben erfahren, was es bedeutet zu trösten, auch mal traurig zu sein und Abschied zu nehmen. »Die Projektwoche sollte den Kindern vermitteln, dass Leben und Sterben miteinander verbunden sind und das Sterben zum Leben gehört«, fasst Katrin Herbst am Abschlusstag zusammen. Innerhalb einer ganzen Woche haben sich die Kinder täglich mit einem anderen Themenkomplex dazu beschäftigt.

Los ging es an Tag 1 mit »Entstehen und Vergehen«. Alle brachten Kinder- und Familienfotos mit und sprachen über Entwicklungen und Erinnerungen.

Am 2. Tag standen »Krankheit und Leid« im Mittelpunkt. Pantomimisch wurden Krankheiten dargestellt, eine Ärztin erzählte über ihre Arbeit mit Patienten und Krankheiten.

Am 3. Tag berichtete Bestatter Ralph Bosselmann beim Thema »Sterben und Tod« über die Aufgaben in einem Bestattungsinstitut. Eine echte Urne sorgte für neugierige Aufregung bei den Viertklässlern.

Am 4. Tag ging es mit selbst gemalten Bildern um das Gefühl der Trauer und der Jenseits-Vorstellung der Kinder.

Mit einem persönlichen Brief zum Thema »Trösten« wurde die Projektwoche am 5. Tag mit einem Abschlussfest mit den Eltern beendet.

Wiederholung möglich

»Wir haben alle viel gelernt«, versichert Ethiklehrerin Kerstin Weißert, die das Thema auch im Unterricht behandelt. Auch Klassenlehrerin Brita Schäfer war begeistert vom einfühlsamen Engagement der Ehrenamtlichen und hofft auf weitere Projekte in der Zukunft, denn die Resonanz der Kinder war sehr gut.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.