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Buongiorno Wölkisch!

Diera-Zehren. In den ehemaligen Gasthof „Herr Gevatter“ ist wieder Leben eingezogen. Zwei Italiener haben das Anwesen gekauft und viel vor.

Wölkisch – das kennt man wegen der Bäckerei Krauße, dem benachbarten Hofladen oder vielleicht durch das Setzen des Blinkers in Richtung Riesa. Genau hier haben sich Maler Paolo Dolzan und Schriftstellerin Roberta Galbani vor wenigen Tagen niedergelassen, genauer noch im ehemaligen Gasthof „Herr Gevatter“. Paolo Dolzan studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Venedig, hat in vielen Ländern ausgestellt und scheint gut vernetzt in der internationalen Künstlerszene.

Viel Platz

Dass man in dem 200-Seelen-Dorf gelandet sei, so sagt er, habe mit den guten Bedingungen hier zu tun. „Das Haus und seine 1.000 Quadratmeter ist für unser Künstlerhaus ideal“, erklärt der 41-Jährige. Zudem sei das Anwesen (Kosten: 40.000 Euro) auch recht preiswert gewesen. „In Italien findet man so etwas nicht, nicht für diesen Preis“, lacht er. Die Pläne für den alten Gasthof, in dem Überlieferungen zufolge schon Napoleon nächtigte, sind schon sehr konkret.

Offen für Kreative

„Unser Ziel ist es, einen Ort für kreative Menschen aus der Region und aus anderen Ländern zu schaffen, wo sie sich begegnen, ihre Arbeiten präsentieren und weiterbilden können“, sagt Paolo. Dabei denkt er nicht nur an Maler oder Bildhauer, auch (Nachwuchs-)Musiker, Fotografen, Performance-Artisten u.v.m. seien willkommen. Platz ist jedenfalls genügend da. „Der historische Ballsaal bietet außerdem viele Möglichkeiten, beispielsweise für Ausstellungen und Veranstaltungen“, so Paolo weiter. Um das Ganze zu finanzieren, wolle man italienische Spezialitäten im ehemaligen Gastraum anbieten. Allerdings hat das Haus schon bessere Zeiten gesehen. Die Sanitäranlagen sind hin, viele Räume zugemüllt. Die Bausubstanz scheint größten Teils aber noch in Ordnung. Wenn alles nach Plan läuft, dann soll das „Kunsthaus Herr Gevatter“ im April 2016 eröffnen. Hilfe kommt demnächst – aus Italien.                                                

Roberta Galbani und Paolo Dolzan wollen aus dem Gasthof in Wölkisch ein Kunsthaus machen.              Foto: Schramm

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Eggerts Ostwind – Schlagstöcke

Sachsen. Der Riss wurde immer breiter, nun ist es passiert: Eine riesige Eisscholle, vielfach größer als Berlin, hat sich vom antarktischen Eisgürtel gelöst und treibt in den südlichen Pazifik hinein. Die ersten Meldungen darüber waren unter der Rubrik „Vermischtes" zu lesen, doch bald tauchte der Eisberg auch in den Kommentarspalten auf, und wie zu erwarten als Kronzeuge – für die Gefahren zunehmendem Klimawandels und ansteigender Meeresspiegel (wobei Erwähnung fand, für europäische Küsten bestünden keine akuten Gefahren). Sicher: Den Klimawandel gibt es. In Teilen der Antarktis wie der Arktis werden tatsächlich höhere Durchschnittstemperaturen und schwindende Eispanzer registriert. Auch ein (leichter) Anstieg der Meeresspiegel ist messbar. Und überhaupt haben wir allen Grund, uns um Umwelt und Natur zu kümmern – und zu sorgen. Doch ein Blick ins Archiv gemahnt zugleich, darüber nicht in Hysterie zu verfallen. Der jüngste „weiße Riese" ist beispielsweise nicht der erste dieser Größe und nicht der größte je beobachtete. Vor zwanzig Jahren wanderte einer gen Norden, der doppelt so groß war. Und der sich nach Jahren in den Weiten der Ozeane aufgelöst hatte. Wie alle Eisberge seit Ewigkeiten. Das heutige Problem daran: Klima und Klimawandel dienen Ideologen aller Art längst als politische Schlagstöcke. Von „Klimaschwindlern" einerseits, von „Klimaverbrechern" andererseits ist da schon mal die Rede. Die seriöse Forschung stört offenbar nur noch. Ihr Hans EggertDer Riss wurde immer breiter, nun ist es passiert: Eine riesige Eisscholle, vielfach größer als Berlin, hat sich vom antarktischen Eisgürtel gelöst und treibt in den südlichen Pazifik hinein. Die ersten Meldungen darüber waren unter der Rubrik…

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