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Helmut Kohl: Später Ehrenbürger?

Dresden. Nach dem Tod von Helmut Kohl schlägt die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) vor, den ehemaligen Bundeskanzler zum Ehrenbürger Dresdens zu ernennen.

 Schon in den 70er Jahren, so die GHND, reiste der noch junge Kohl nach Dresden und erlebte eine immer noch in Teilen zerstörte Stadt, was ihn nachhaltig beeindruckte. Beim Besuch am 19. Dezember 1989 in Dresden hielt er auf dem Neumarkt vor der Ruine der Frauenkirche seine wohl wichtigste Rede. Hier erkannte er, dass die Einheit Deutschlands schneller als geplant kommen würde und ergriff ohne zu Zögern das Heft des Handelns. Knapp ein Jahr später kam es zur Wiedervereinigung Deutschlands.

In Dresden galt sein Engagement darüber hinaus auch der Frauenkirche, für deren Wiederaufbau er sich persönlich, auch mit finanziellen Mitteln, einsetzte. „Ohne sein geschicktes Agieren, seine Tatkraft in dieser geschichtlichen Stunde 1989 wäre weder der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche durchführbar, noch des sie umgebenden Neumarktes in der heutigen Qualität denkbar gewesen“, teilt die GHND mit.

Aufgrund seiner Verdienste, die eng mit dem Schicksal unserer Stadt verknüpft sind, sprach sich die GHND dafür aus, Dr. Helmut Kohl postum die Ehrenbürgerschaft zu verleihen und bat den Stadtrat, eine ggf. notwendige Satzungsänderung dafür zu beschließen. 

Linken-Stadtrat André Schollbach verwies eben auf jene Satzung, die die Verleihung der Ehrenbürgerschaft nur an lebende Personen erlaubt. "Die Pietät gebietet es, weder ein Windhunderennen zu etwaigen Ehrungen zu veranstalten, noch mit unausgegorenen Vorschlägen an die Öffentlichkeit zu treten", schob Schollbach hinterher.

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