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Verlag will Sarrazin-Buch nicht veröffentlichen – jetzt geht es vor Gericht

Politik. Mit seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ löste Ex-Banker Thilo Sarrazin im Jahr 2010 Empörung aus – und landete einen Bestseller. Nun hat Sarrazin ein neues Buch über den Islam fertiggestellt – doch der Verlag will es nicht veröffentlichen. Am Montag treffen sich die beiden Parteien vor Gericht.

Der Titel lässt bereits erahnen, wo die Reise hingeht. „Feindliche Übernahme – wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“, sollte der „Bild“-Zeitung zufolge das neue Buch von Thilo Sarrazin heißen. Ende August sollte „Feindliche Übernahme“ eigentlich erscheinen – doch wie die „Bild“ jetzt berichtet, hat der Verlag Random House die Veröffentlichung zurückgezogen.

„Nach langem Hin und Her über den Veröffentlichungstermin kam schließlich Anfang Mai die Weigerung des Verlags, das Buch überhaupt zu veröffentlichen“, sagte Sarrazin dem Blatt. Im November 2016 habe er einen Vertrag mit Random House auf Grundlage eines zehnseitigen Exposés geschlossen, im Februar 2018 habe er das Manuskript abgegeben. Der Verlag habe Sarrazin zwei Vorschuss-Raten gezahlt.

Zu islamfeindlich?

Wie die „Bild“ weiter unter Berufung auf Verlagskreise berichtet, gebe es bei Random House Sorgen, Sarrazins neues Buch könnte islamfeindliche Kräfte im Land weiter anheizen. Bereits „Deutschland schafft sich ab“ hatte für einen Skandal gesorgt, weil Sarrazin sich darin indirekt für Eugenik ausgesprochen hatte („Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist“). Außerdem hatte Sarrazin darin mehrere falsche Behauptungen über muslimische Zuwanderer aufgestellt, etwa dass sie überdurchschnittlich bildungsfern seien. Darüber hinaus hatte Sarrazin ohne Beleg behauptet, muslimische „Clans“ hätten „eine lange Tradition von Inzucht und entsprechend viele Behinderungen.“

Der Verlag Random House hat sich bislang nicht zu dem Fall geäußert. Am Montag treffen sich die beiden Parteien vor dem Münchner Landgericht.

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