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Polizeiskandal in München: Sexual-Ermittlungen führen zu rechter Whatsapp-Gruppe

Politik. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Polizeibeamte wegen möglicherweise strafrechtlich relevanter Inhalte in einer Chat-Gruppe. Entdeckt wurden diese auf dem privaten Handy eines Polizisten. Auch intern werde deswegen gegen die Männer ermittelt, teilte die Münchner Polizei am Freitag mit. Überprüft werde das Teilen von zwei auf der Plattform Youtube zugänglichen Videos in einer App hinsichtlich möglicher antisemitischer Aspekte.

Im Fotoarchiv des Handys sei außerdem ein Foto von einer Hakenkreuzschmiererei auf einem Betonsockel in einem Münchner Park gefunden worden. Sechs Polizisten seien vom Dienst suspendiert worden. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, dass nun geprüft werde, welche Inhalte strafrechtlich relevant seien.

Unter den Beamten seien vier Mitglieder des Unterstützungskommandos (USK), ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und ein Beamter des Bayerischen Landeskriminalamts, auf dessen Handy die Inhalte gefunden wurden.

In einem Interview mit "BR-Rundschau" erklärte Polizeipräsident Hubertus Andrä, er sei "entsetzt und enttäuscht". Ein solches Verhalten sei für eine Polizeibehörde nicht hinnehmbar und müsse konsequent geahndet werden.

Ermittler wollten ursprünglich einen möglichen Sexual-Delikt aufklären

Aufgedeckt wurde der Skandal mit einer Anzeige einer jungen Frau. Sie hatte Ende November auf einer Mottoparty in einer oberbayerischen Disko mit einer Gruppe Münchner Polizisten gefeiert, die sich privat dort aufhielten. Darunter waren auch aktive und ehemalige USK-Beamte, mit denen die Studentin dann den weiteren Abend in einer nahe gelegenen Berghütte verbracht haben soll. Die Österreicherin sprach von einem "plötzlichen Filmriss", was die mittlerweile eingeschaltete Münchner Kripo zunächst an ein Sexualdelikt glauben ließ.

Ein Beamter, der inzwischen beim Landeskriminalamt arbeitet, sprach bei seinen Vernehmungen von "einvernehmlichen Sex" mit der Studentin. Um die Ermittlungsarbeiten voranzutreiben, stellte die Kripo das Handy eines weiteren Beamten sicher.

Hakenkreuz-Graffitis auf Handy gefunden

Anstatt der Hinweise auf ein mögliches Sexualdelikt, stießen die Ermittler jedoch auf Fotos eines Hakenkreuz-Graffitis, auf antisemitische, frauenfeindliche und rassistische Inhalte sowie auf ein Video, auf dem ein Taser gegen einen Kollegen eingesetzt wird.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden laut Polizei zunächst vier Beamte des USK und ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd suspendiert. Acht Beamte des Einsatzzuges und ein Beamter des SEK wurden wegen Äußerungen in dem WhatsApp-Chatverlauf in den Innendienst versetzt.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden laut Polizei zunächst vier Beamte des USK und ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd suspendiert. Acht Beamte des Einsatzzuges und ein Beamter des SEK wurden wegen Äußerungen in dem WhatsApp-Chatverlauf in den Innendienst versetzt.

Andrä nannte das Verhalten der Beamten "völlig inakzeptabel und ansehensschädigend". Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sicherte eine umfassende Aufklärung zu und forderte klare Konsequenzen. Er sprach von einem "unsäglichen Verhalten" einzelner Polizisten.

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