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Beate Baumann, Merkels Büroleiterin: Der Schatten der Kanzlerin

Politik. Sie wird als die „Frau auf der unsichtbaren Seite der Macht“ beschrieben, als „Merkels Schatten“, als „zweitmächtigste Frau Deutschlands“. Doch in der Öffentlichkeit ist Beate Baumann weitgehend unbekannt. Dabei hat sie so großen Einfluss auf die Bundeskanzlerin wie kaum jemand zweites.

Angela Merkel ist seit mittlerweile 13 Jahren Kanzlerin – Baumann ist schon fast doppelt so lang an ihrer Seite. Seit 1995 ist die 54-Jährige Merkels Büroleiterin. In dieser langen Zeit erschienen nur wenige Porträts über Baumann. Namentlich etwas über die Büroleiterin zu sagen, das traut sich kaum jemand.

Baumann meidet die Öffentlichkeit – aber bestimmt Merkels öffentliches Bild

Sie selbst lehnt Interviewanfragen in der Regel ab, in der Öffentlichkeit tritt sie kaum auf. Eine Ausnahme machte sie am 14. März dieses Jahres, als ihre Chefin zum vierten Mal als Kanzlerin vereidigt wurde. Baumann saß als Ehrengast auf der Bundestagstribüne, wo auch Merkels Ehemann Joachim Sauer, ihre Mutter Herlind Kasner und ihr Sprecher Steffen Seibert Platz genommen hatten. Dort entstand eines der wenigen aktuellen Bilder von ihr.

Regierungssprecher Steffen Seibert, Büroleiterin Beate Baumann, Herlind Kasner, Mutter von Kanzlerin Merkel, Daniel Sauer, Joachim Sauer, Ehemann von Kanzlerin Merkel und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sitzen auf der Ehrentribüne vor der Wahl der Bundeskanzlerin im Reichstagsgebäude.
Kay Nietfeld/dpa

Baumann will das Phantom im Hintergrund bleiben. Doch ihre Macht ist groß. Die gebürtige Osnabrückerin hat maßgeblich das Bild der Angela Merkel mitkreiert, das der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahrzehnten vermittelt wurde. Sie soll die Tonalität von Merkels Kanzlerschaft geprägt haben, ihre Reden, ihre Wortwahl, ihre bedachte, abwartende, skandalfreie Art.

1992 kreuzten sich ihre Wege erstmals, dank Christian Wulff

Baumann hat Anglistik und Germanistik studiert, war schon früh Mitglied der Jungen Union Niedersachsen. Der CDU-Politiker und spätere Bundespräsident Christian Wulff – ebenfalls aus Osnabrück stammend – stellte Baumann und Merkel 1992 einander vor. Sie sollen sich von Anfang an gut miteinander verstanden haben und beim ersten Treffen stundenlang miteinander geredet haben, heißt es.

Baumann wurde Merkels Referentin, zunächst im Frauen- und Jugendministerium. Als Merkel 1995 Umweltministerin wurde, stieg Baumann zur Büroleiterin auf. 1998 wechselte sie mit Merkel – nun Generalsekretärin – ins Konrad-Adenauer-Haus. Baumann soll maßgeblich an dem legendären Gastbeitrag in der „FAZ“ mitgewirkt haben, mit dem Merkel geschickt den Putsch gegen den damals bereits wankenden CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl einleitete. 2000 wurde Merkel so selbst Parteichefin. Baumann leitete ihr Büro in all den Jahren weiter, zog 2005 mit ins Kanzleramt ein.

Im Video: „Altes Schlachtross“: Was Merkel vor 18 Jahren sagte, sollte ihr jetzt zu denken geben

Baumann und Merkel haben viel gemeinsam – äußerlich wie charakterlich

Die Büros der beiden Frauen liegen beide im siebten Stock des Kanzleramtes, sind nur von drei Zimmern getrennt. An regulären Wochentagen stimmen Baumann und Merkel in den „Morgenlagen“ im Amtszimmer der Kanzlerin ab, welche Signale nach außen gesandt werden. In Ausnahmesituationen wird überall beraten – im Flugzeug, im Auto, am Telefon.

Baumann und Merkel vereinen viele Gemeinsamkeiten. Das beginnt schon beim Äußerlichen. Baumann trägt einen praktischen Kurzhaarschnitt, der ähnlich unprätentiös ist Merkels Frisur zu Beginn ihrer Polit-Karriere. Die Vorliebe für Hosenanzüge und äußerliche Unauffälligkeit eint Baumann und Merkel genauso wie ihr pragmatisches, kühles Politikverständnis. Baumann stammt ebenso wie Merkel aus einer gläubigen Familie, ist eine Power-Karriere-Frau und ebenfalls kinderlos.

Merkel duzt fast jeden langjährigen Wegbegleiter, nur Baumann siezt sie

Obwohl die beiden sich in ihrer Art sehr ähnlich sein sollen und Baumann Merkels engste Vertraute ist, soll nie eine persönliche Freundschaft zwischen den beiden nie entstanden sein. Private Treffen gibt es offenbar nicht. „Sie sind keine Freundinnen“, heißt es in Merkels Umfeld.

„Sie haben ein professionelles Verhältnis zwischen Mitarbeiterin und Chefin, sie siezen sich.“ Merkel siezt unter ihren langjährigen Wegbegleitern ansonsten nur Wolfgang Schäuble, schon das versinnbildlicht die Besonderheit ihres Verhältnisses zu Baumann.

Merkels Mutter Herlind Kasner (r) und ihre Büroleiterin Beate Baumann unterhalten sich vor der Wahl der Bundeskanzlerin im Reichstagsgebäude.
Soeren Stache/dpa

Baumann kann Merkel die Meinung sagen – und schnauzt sie offenbar auch mal an

Die 54-Jährige sei die einzige Person im Umfeld der Kanzlerin, die Merkel immer offen die Meinung sagen könne, schrieb die „Welt“ einmal über Baumann. Ein Merkel-Biograph berichtete demnach, dass die damalige Umweltministerin Merkel am Rande eines Gipfels einmal in Tränen ausgebrochen sei. Das gefiel Baumann gar nicht. „Jetzt reißen Sie sich doch mal zusammen“, soll sie ihr zugeraunt haben. Merkel gehorchte.

Die Kanzlerin weiß ihre Büroleiterin auch als Seismograph der Bevölkerung und der Partei schätzen. Bei all den Gemeinsamkeiten sitzt Baumann anders als Merkel nämlich nicht täglich im Flugzeug, um sich mit den Mächtigsten der Mächtigen zu treffen – sondern soll nach wie vor ein gutes Gespür haben, wie die Stimmung im Land und in der CDU ist.

Dass Baumann mit ihrem als exzellent geltenden politischen Wissen selbst einmal auf den Kanzlerinnenstuhl schielen könnte, musste Merkel indes nie fürchten. Die Büroleiterin selbst strebt kein politisches Mandat an. Sie versucht, die Kanzlerin öffentlich glänzen zu lassen – und bleibt selbst das Phantom im Hintergrund.

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