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AfD-Politiker will Schüler von Antirassismus-Workshop abhalten – weil AfD Thema ist

Politik. Ein AfD-Bundestagsabgeordneter wollte offenbar verhindern, dass Schüler eines nordrhein-westfälischen Gymnasiums einen Workshop über Alltagsrassismus teilnehmen. So berichten es Jan Schedler und Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum.

Juniorprofessor Fereidooni gibt dort ein Seminar über Rassismuskritik im Unterricht für angehende Lehrer. An einem Workshop für Schülerinnen und Schüler zum Thema Alltagsrassismus wollte demnach auch der Sozialwissenschaftskurs eines Gymnasiums teilnehmen. Darüber informierte die Lehrerin die Eltern in einem Brief.

Kurz darauf, so berichten es Schedler und Fereidooni, hätten die Schule sowie die zuständige Bezirksregierung ihrerseits Post bekommen. Der Absender: Markus Sandmann, Mitarbeiter des Gelsenkirchener AfD-Bundestagsabgeordneten Jörg Schneider. In dem Schreiben werde gefordert, den Schüler-Workshop „abzusagen und die nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen“, berichten Schedler und Fereidooni. Eine FOCUS-Online-Anfrage an das Abgeordnetenbüro blieb unbeantwortet.

Schule knickte nicht ein - der Workshop fand statt

Jan Schedler forscht unter anderem zur extremen Rechten und zu politischer Soziologie. Er vermutet, dass der AfD-Abgeordnete über den Elternbrief Wind von dem Workshop bekommen hat, sagt er zu FOCUS Online. Stein des Anstoßes war für den AfD-Politiker offenbar, dass seine Partei bei dem Workshop auf der Agenda stand: Es ging um rassistische Äußerungen einzelner AfD-Politiker.

Die Veranstaltung fand laut Schedler am vergangenen Dienstag statt. Er betont, es sei nicht darum gegangen, „die Partei oder ihre Anhänger zu verurteilen, sondern über Äußerungen aus der Partei zu diskutieren, die rassistisch sind“. Das habe man extra zu Beginn des Workshops gesagt. Das Feedback der Schülerinnen und Schüler zu der Veranstaltung sei positiv gewesen. „Ich fand es ganz wichtig, wie die Schule uns hier den Rücken gestärkt hat“, sagt der Dozent. Es habe nie zur Debatte gestanden, dass der Kurs des Gymnasiums nicht an der Veranstaltung teilnehme.

AfD wirft Lehrern vor, nicht neutral zu sein - das müssen sie aber gar nicht

Die AfD wirft regelmäßig Lehrerinnen und Lehrern vor, die sich im Unterricht kritisch über die AfD äußern, sie seien nicht neutral. Die Partei legte auch deswegen schon mehrere Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Lehrerinnen und Lehrer ein. Außerdem startete die AfD in mehreren Bundesländern Meldeportale, bei denen Lehrkräfte gemeldet werden sollen, die angeblich nicht „neutral“ über die Partei informieren.

Allerdings gibt es seit den 70er Jahren einen partei- und bundesländerübergreifenden Konsens darüber, wie Lehrkräfte sowie Anbieter von politischen Bildungsangeboten über politische Themen informieren sollten und wie nicht: den sogenannten „Beutelsbacher Konsens“. Er verbietet Lehrkräften, ihre Schülerinnen und Schüler die eigene politische Meinung aufzuzwingen („Überwältigungsverbot“).

Lehrkräfte sollen Werte des Grundgesetzes vermitteln

Vielmehr soll im Unterricht kontrovers dargestellt werden, „was in Wissenschaft und Politik kontrovers“ ist. Oberstes Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, sich eine politische Meinung zu bilden und ihre eigenen politischen Interessen zu verstehen.

Der „Beutelsbacher Konsens“ bedeutet aber keineswegs, dass Lehrerinnen und Lehrer wertneutral sein oder wertneutral unterrichten müssen, so wie es offenbar der AfD vorschwebt. „Selbstverständlich sind Lehrkräfte zuallererst dazu verpflichtet, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und damit die Werte des Grundgesetzes und der Landesverfassung einzutreten“, schreibt die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg zu dem Thema. Auf Initiative der Landeszentrale wurde 1976 der „Beutelsbacher Konsens“ erarbeitet.

Die Hinweise, welchen Umgang mit der AfD man sich in der Landeszentrale wünscht, sind deutlich. Dort ist die Rede von „Parteien, die Antisemiten in ihren Reihen dulden, erkennbare personelle Überlappungen in die rechtsradikale und rechtsextremistische Szene aufweisen und deren Abgeordnete bei Demonstrationen mitlaufen, bei denen offen der unter Strafe stehende Hitler-Gruß gezeigt wird“. Die Bezeichnung „AfD“ kommt nicht vor, die Partei ist aber offensichtlich gemeint. „Dies kann im politischen Unterricht nicht nur kritisch angesprochen werden, dies muss kritisch angesprochen werden“, heißt es weiter.

Video: Erschreckende Umfrage: Judenfeindlichkeit ist unter AfD-Anhängern weit verbreitet

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Eislöwen-Sonderzug auf nach Kassel

Dresden. Die Dresdner Eislöwen treffen am kommenden Wochenende auf Kassel und Freiburg. Auf ihrer Reise nach Hessen werden die Blau-Weißen am Freitag, 22. Februar, vom traditionellen Sonderzug und mehr als 300 Fans begleitet. Verletzungsbedingt nicht mit dabei ist weiterhin Verteidiger Sebastian Zauner. Eislöwen-Cheftrainer Bradley Gratton: „Alle Spiele, die jetzt vor uns liegen sind von enormer Bedeutung. Jede Mannschaft kämpft um die beste Platzierung und um jeden Punkt. Wir haben gegen die Huskies schon gute Auftritte gezeigt. Jetzt müssen wir auch wieder auswärts Punkte mitnehmen. Wir müssen mit viel Energie, aber dennoch diszipliniert auftreten. Gegen Freiburg ist die Ausgangslage nicht anders, auch wenn die Tabellensituation der Gäste sich etwas eindeutiger darstellt. Aber denken wir nur an Deggendorf, die ebenfalls nichts zu verschenken hatten. Wir können auf zwei Siege am letzten Wochenende aufbauen, müssen jetzt aber auch eine kleine Serie starten – gerade für den Kopf ist das mit Blick auf die kommende Phase der Saison absolut wichtig." Martin Davidek: „Wir wollen uns die beste Ausgangsposition verschaffen – und dazu ist es unverzichtbar, dass wir auch in Kassel wieder punkten. Dass uns mit dem Sonderzug so viele Fans begleiten, wird uns auf dem Eis sicher helfen. Kassel ist eine aggressive Mannschaft, aber wir haben schon bewiesen, dass wir das Team schlagen können." Das DEL2-Punktspiel bei den Kassel Huskies beginnt am Freitag, 22. Februar, 19.30 Uhr. Die Partie wird geleitet von den HSR Nicole Hertrich und Sascha Westrich. Am Sonntag, 24. Februar empfangen die Dresdner Eislöwen den EHC Freiburg 17 Uhr in der EnergieVerbund Arena. Die HSR Tony Engelmann und Sascha Westrich leiten die Partie. Erstmalig setzen die Dresdner Eislöwen im Rahmen des Spiels einen Sledge-Hockey-Tag um. SpradeTV zeigt beide Spiele live. (pm) Die Dresdner Eislöwen treffen am kommenden Wochenende auf Kassel und Freiburg. Auf ihrer Reise nach Hessen werden die Blau-Weißen am Freitag, 22. Februar, vom…

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