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Erniedrigende Rituale für neue Mitarbeiter sorgen für Empörung

Finanzen. Die Sport-Handelskette Foot Locker steht wegen Aufnahmeritualen in mindestens einer Filiale in der Kritik. Jüngst aufgetauchte Videoaufnahmen zeigen, wie neue Verkaufsmitarbeiter erniedrigt werden. Das Unternehmen kündigte Konsequenzen an. Ein Ex-Leiter der Filiale erklärte jedoch, die Rituale hätten über Jahre stattgefunden – selbst vor wenigen Wochen noch.

Das Video einer Überwachungskamera, über das die „Bild“-Zeitung berichtet, zeigt Mitarbeiter einer Foot-Locker-Filiale in Oberhausen, die sich zu fünft auf einen Kollegen stürzen und an ihm Sexualakte simulieren. Wehren kann sich das Opfer kaum, andere Kollegen filmen die Szene mit ihren Smartphones. Wie ein Ex-Leiter der Filiale der Zeitung erklärte, handelt es sich dabei um ein Aufnahmeritual für neue Mitarbeiter.

Die Aufnahme stammt zwar aus dem Jahr 2015, doch der Ex-Filialleiter sagte gegenüber der „Bild“: „An dem Ritual hat sich nichts geändert. Bis vor wenigen Wochen wurde das genauso wie früher durchgezogen.“ Er selbst habe versucht, solche Vorfälle zu unterbinden, wie er sagt. Doch in seiner Abwesenheit hätten sie dennoch stattgefunden. „Wenn ich von Vorfällen erfahren habe, dann erst viel später.“

Das Aufnahmeritual gibt es also seit Jahren, doch das Unternehmen reagierte erst jetzt. „Wir tolerieren solch ein Verhalten nicht“, zitierte die „Bild“ einen Sprecher. Foot Locker habe bereits disziplinäre Maßnahmen durchgeführt. Warum sich die Opfer nicht beschwerten, erklärte der Ex-Filialleiter so: „Viele kamen gerade von der Schule, haben sich nicht getraut, haben es einfach hingenommen.“

Unternehmen äußert sich

Am späten Nachmittag äußerte sich ein Sprecher des Unternehmens zu den Vorfällen. In einer schriftlichen Mitteilung, die FOCUS Online vorliegt, heißt es: „Wir bedauern diesen Vorfall in unserer Filiale in Oberhausen. Foot Locker toleriert dieses Verhalten nicht. Foot Locker hat starke Kernwerte, von denen Integrität und Respekt zwei wesentliche sind. Wir erwarten von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter, dass sie sich an diese Werte halten.“

Nach Bekanntwerden des Vorfalls in Oberhausen „haben wir sofort disziplinarische Maßnahmen gegen die beteiligten Mitarbeiter ergriffen“. Das Unternehmen habe nach eigener Darstellung keine Kenntnis über andere Vorfälle, biete Mitarbeitern allerdings „viele Kommunikationskanäle, um sich zu äußern. Falls Personen gegen unsere Kernwerte handeln, ermutigen wir alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausdrücklich, sich zu äußern und ihre Bedenken zu äußern. Die Geschäftsleitung von Foot Locker wird dann sofort und entsprechend handeln.“

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