Thomas Schmidt

Losentscheid zum Glück vom Tisch

Die WochenKurier-Kolumne von Thomas Schmidt
Bilder
Foto: privat

Foto: privat

Sachen gibt‘s, da dachte man, die gibt‘s gar nicht mehr. Zum Beispiel, dass das Los über das sportliche Wohl und Wehe entscheidet. Das stand in der Fußball-Sachsenliga im Raum. Nachdem der Sächsische Fußball-Verband die Saison corona-bedingt im Herbst unter- und dann abgebrochen und im Frühjahr die Wertung aller Partien annulliert hatte, legte er fest: Der Aufsteiger in die Oberliga soll unter den Mannschaften ermittelt werden, die die Unterlagen für die fünfte Liga eingereicht hatten. Das sind der SC Freital und Budissa Bautzen. Bedingung: Der Trainingsbetrieb muss spätestens ab 7. Juni in vollem Umfang durchgeführt werden. Ansonsten werde per Los entschieden, wer aufsteigt. Zum Glück sind die Inzidenz-Zahlen in beiden Regionen gesunken, das Training läuft bereits und die Partie wird am 26. Juni auf neutralem Platz im Sportpark Weißig ausgetragen. Warum in Sachsen nicht die Quotienten-Regel wie in den meisten  anderen Ländern und auch beim NOFV für den Regionalliga-Aufstieg angewendet wurde, ist ohnehin rätselhaft. Dann hätte der ungeschlagene SC Freital nach sieben Partien als Tabellenführer und Aufsteiger festgestanden und Bautzen wäre mit einer Niederlage gegen Radebeul Zweiter gewesen. So aber kann, muss und will der im vorigen Sommer aus einer Fusion dreier Vereine entstandene neue SCF beweisen, dass Platz eins kein Zufall war und der Aufstieg der verdiente Lohn dafür ist. Sollten die Freitaler die Relegations-Partie verlieren, wäre dieses Aus auf jeden Fall fairer als das am grünen Tisch per Los.

Podcast

Im Podcast »Schmidtis Overtime«: Aktuelle News aus dem Dresdner Sport