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Lage der Zoos spitzt sich weiter zu

Weil die Dinos nichts fressen, helfen sie jetzt den Tierparks. Der Saurierpark Kleinwelka spendet an die Tierparks der Region. Die brauchen aber viel mehr Unterstützung, mahnt der Verband der Zoologischen Gärten.
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Die Situation für die deutschen Zoos spitzt sich zu. Nach den ersten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen haben nur wenige Bundesländer entschieden, Zoos und Tierparks nach dem 19. April wieder zu öffnen. „Nach dieser langen Schließzeit begrüßen wir es natürlich außerordentlich, wenn jetzt zumindest die Zoos in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz in der kommenden Woche wieder öffnen dürfen“, sagt der Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten, Jörg Junhold. „Für alle anderen ist neben den fehlenden Einnahmen vor allem der fehlende verbindliche Zeitplan für eine Öffnung das größte Problem. Bei allem notwendigen Schutz der Bevölkerung muss ein konkreter Plan her, wie die Zoos unter Auflagen wieder Besuchereinnahmen generieren können, um die seit mehr als vier Wochen laufenden Kosten für unseren wertvollen Tierbestand, das Personal und das Futter zu finanzieren“, sagt Junhold. „Wir können nicht einfach abschließen und abwarten.“ Für einen Lichtblick für die Parks in der Region sorgt derzeit der Saurierpark Kleinwelka. Der ist selbst von der Corona-Krise betroffen und muss mit fehlenden Einnahmen zurechtkommen. „Wir möchten jedoch in dieser schweren, außergewöhnlichen Zeit diejenigen gern ein wenig unterstützen, die es in unserer Branche mit am meisten brauchen, die Zoos und Tierparks. Hier werden dringendst Gelder vor allem für Futter, Tierarzt und Personalkosten gebraucht“, sagt Volker Bartko, Geschäftsführer der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen mbH, die den Familien- und Freizeitpark betreibt. Der Saurierpark wird an die fünf Zoos in Görlitz, Zittau, Weißwasser, Bischofswerda und Hoyerswerda jeweils 5.000 Euro spenden. „Unsere Saurier sind genauso einsam wie die Zootiere, aber sie fressen ja nichts und da möchten wir gern Tiere füttern helfen, die es wirklich dringend brauchen“, fügt Volker Bartko mit einem kleinen Schmunzeln hinzu. Man stehe mit zahlreichen Freizeiteinrichtungen in regem Austausch und hoffe sehr, dass sich die Situation zeitnah entspannt und alle ihre Pforten bald wieder für Besucher öffnen können.

Schreiben bleibt unbeantwortet

Ende März hatte der Verband der Zoologischen Gärten unter anderem die Bundeskanzlerin mit der Bitte um ein Soforthilfe-Programm in Höhe von 100 Millionen Euro angeschrieben. Allerdings sei das Schreiben bisher größtenteils unbeantwortet geblieben und die bisher eingerichteten Rettungsschirme der Bundesregierung seien für die Zoos weitgehend nicht nutzbar, teilt der Verband mit. Der Verband der Zoologischen Gärten, die Deutsche Tierpark-Gesellschaft und der Deutsche Wildgehege-Verband unterstützen daher die Initiativen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein und appellieren noch einmal dringend an die Bundesregierung und die Bundesländer, ein Soforthilfeprogramm für alle Zoos und Tierparks aufzulegen. Mecklenburg-Vorpommern beabsichtigt, den Zoos des Landes größere Teile ihrer monatlichen Fixkosten zu erstatten. Auch in Schleswig-Holstein soll die Möglichkeit für Tierparks bestehen, Anträge auf Soforthilfe zu stellen. „Das sind gute Nachrichten, für die wir dankbar sind. Diese Maßnahmen könnten bundesweit als Vorlage dienen. Ich kann nur die absolute Dringlichkeit betonen“, sagt Verbandspräsident Junhold. „Unser Spielraum wird jeden Tag kleiner. Wir benötigen eine Planungsperspektive und finanzielle Unterstützung.“