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Impfpflicht: Zahnarztpraxen bald dicht?

Ab 16. März 2022 greift die Impfpflicht in Gesundheitsberufen. Auch Sachsens Zahnärzte sind davon betroffen. Der Unmut in der Branche ist deswegen groß. Einer aktuellen Umfrage zufolge ist jeder vierte Zahnarzt nicht geimpft.

Mit einem offenen Brief haben sich die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen und die Landeszahnärztekammer Sachsen an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gewandt. Beide Institutionen befürchten eine Abwanderung des Personals im Zusammenhang mit der Einführung der Impfpflicht in Gesundheitsberufen. Wie es in dem Schreiben heißt, habe die neue Regelung innerhalb der sächsischen Zahnärzteschaft für erhebliche Unruhe gesorgt. Laut Beschluss soll die Impfpflicht ab 16. März 2022 greifen. Laut den Rückmeldungen aus der Zahnärzteschaft führe die Impfpflicht nicht dazu, sich impfen zu lassen, sondern eher dazu, den Beruf zu wechseln bzw. die Praxen zu schließen, hieß es weiter. Befeuert wird die Befürchtung von einer aktuellen Umfrage der Landeszahnärztekammer Sachsen. Sie hatte die 2.570 Zahnarztpraxen in Sachsen zum Thema angeschrieben. 487 Praxen hatten geantwortet. Danach ist jeder vierte Zahnarzt nicht geimpft. Unter den Praxis-Mitarbeitern beträgt der Anteil der Ungeimpften sogar 40 Prozent. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Praxen gaben an, dass sie mit Kündigungen ungeimpfter Mitarbeiter bzw. einer deutlich eingeschränkten Tätigkeit rechnen. Eine vorzeitige Schließung aufgrund fehlendem Personal kommt der Umfrage zufolge für 42 Prozent der Praxen in Betracht. Etwa ein Viertel der Befragten rechnet zusätzlich mit Schließungen aufgrund ungeimpfter Praxisinhaber. In Summe spricht allein die Umfrage von 273 Praxen, die schließen wöllten. Zu Problemen in der künftigen Versorgung könnte es demnach u.a. in Dresden, Bautzen, Meißen und dem Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge kommen.  Nach Ansicht der Unterzeichner des offenen Briefs könne die Politik nur durch eine allgemeine Impfpflicht der Abwanderung in andere Berufe begegnen. Hinweis: Aufgrund technischer Probleme können gegenwärtig leider keine Fotos angezeigt werden. Wir bitten um Verständnis.