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„Wir wollen die Lausitz gemeinsam stark machen“

Raddusch. Das Gründungszentrum Zukunft Lausitz lud Unternehmer und Gründungswillige mit vielen spannenden Ideen in die Slawenburg Raddusch ein. Neben einem Startup-Camp gab es auch einen Netzwerkabend, bei dem auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr. Jörg Steinbach zu Gast war.

„Endlich wieder live in Präsenz!“ – dachten sich wohl alle Gäste des Netzwerkabends, der vom Gründungszentrum Zukunft Lausitz organisiert wurde. Dieser fand im Rahmen des „StartupCamps Lausitz“ statt, in dem die Teilnehmer durch intensive Workshops und Vorträge zu Themen wie Social Media, Steuern, Fördermittel, Unternehmensnachfolge sowie Gesprächen mit verschiedenen Experten ihre Gründungsideen ausarbeiten oder bestehende Geschäftskonzepte verbessern konnten. „Es geht darum, dass die Teilnehmer mit einem Fahrplan aus diesem Camp gehen, wie es entweder besser, anders oder überhaupt gehen kann“, so Marcel Linge, Leiter des Gründungszentrums.

Zum offenen Lausitzer Netzwerktreffen am Montagabend kamen erfahrene Unternehmer, Wirtschaftsförderer, Geldgeber, Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer (HWK) und weitere Multiplikatoren aus der Region, um den Gründungswilligen und Startups die Möglichkeit zu geben, gleich zu Beginn ihres Unternehmertums wichtige Kontakte zu knüpfen.

Zu Gast war u.a. auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr. Jörg Steinbach, der Brandenburg und die Lausitz als eine außergewöhnliche Gründungsregion sieht. „Vor der Corona-Pandemie waren wir in der gesamten Bundesrepublik an zweiter Stelle, was das Gründungsgeschehen betrifft. Und während die Gründungsaktivitäten in ganz Deutschland seit Beginn der Pandemie um etwa zehn Prozent zurückgegangen sind, sank die Zahl in unserem Bundesland nur um etwa zwei Prozent“, berichtete der Wirtschaftsminister stolz. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass die Mentalität und die notwenige Risikobereitschaft, die es zum ersten Schritt in die Selbstständigkeit brauche, noch nicht in der breiten Gesellschaft vorhanden sind. „Deshalb ist so ein Camp hier klasse“, so Steinbach.

Vom Akkuschrauber in Handschuhform bis hin zu Kunstmassagen

So vielfältig wie die Lausitz und ihre Menschen sind, so waren es auch die Ideen, die die Teilnehmer vom Camp auf dem Netzwerkabend den anwesenden Gästen präsentierten.

Sebastian Bubner aus Peitz will mit seinem neugegründeten Unternehmen „Purenergies“ ein Universalansprechpartner für Marketing und Digitalisierungsmaßnahmen sein. Er will aus einem großen Lausitzer Netzwerk, bestehend aus Webdesignern, Filmemachern, Fotografen u.Ä., passende Kontakte vermitteln, aber auch selbstständig organisatorische und kreative Aufgaben übernehmen. „Wir wollen die Lausitz gemeinsam stark machen und miteinander statt gegeneinander arbeiten“, so Bubner.

Yannic Adler und Serghei Baltag von „SCYtech“ aus Cottbus stellten einen Akkuschrauber in Handschuhform vor, bei dem die Bitspitze des Akkuschraubers direkt auf der Fingerspitze sitzt. Damit können filigrane Schrauben an schwer zugänglichen Stellen problemlos festgezogen oder gelockert werden.

Miriam Büxenstein von der Liuba Galerie aus Lübbenau stellte ihr einzigartiges Konzept für Kunstmassagen vor. Passend zu den Ausstellungen in ihrer Galerie bietet sie dort Massagen an, die die Grundstimmungen, Materialien und Emotionen der ausgestellten Kunstwerke aufgreift und so Kunst und Körper zu einem ganzheitlichen sinnlichen Erlebnis verbindet.

„Im Rahmen des Strukturwandels haben wir beziehungsweise die Gründer die Riesenchance unsere Region mitzuentwickeln“, ist Marcel Linge vom Gründungszentrum optimistisch. So fand in dieser Woche in Löbau ein ähnliches Camp auch in der sächsischen Lausitz statt. Dort gab es auch einen Netzwerkabend, an dem mit Sicherheit genauso tolle IDeen für die Lausitz präsentiert wurden wie jüngst in der Slawenburg Raddusch bei Vetschau.

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