pa/asl

Sedlitzer Sorgen im Blick

Sedlitz. Die Senftenberger Stadtteilspaziergänge sind für Bürger immer Anlass, unverblümt zu sagen, was ihnen unter den Nägeln brennt. Im Ortsteil Sedlitz brennt einiges, gerade auch nach der Straßensperrung der B169 zwischen Senftenberg und Sedlitz.

Um möglichst viele Fragen zu beantworten, rückte Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich mit großem Gefolge an. Auch seitens der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) lies man sich nicht lumpen und stellte sich mit dem Geschäftsführer Bernd Sablotny und Gerd Richter, Bereichsleiter Sanierung Lausitz, den Fragen der Bürger.

In puncto Interesse zeigten diese sich den aktuellen Fragen der Bergbausanierung und Straßensperrung der B169 zugetan. Die Brückenfeldkippe, die aus dem Tagebau Ilse-Ost/Sedlitz resultiert, wo zwischen 1921 und 1980 Braunkohle gefördert wurde, soll in fünf Bauabschnitten saniert und sicher gemacht werden. Dabei werden auch zirka 120 Hektar Wald gerodet, was zum Teil für Unmut sorgt, aber viel mehr sind es die angedachten Sprengverdichtungen, die den Hausbesitzern einige Sorgenfalten ins Gesicht zeichnet.

Neben den zeitlichen Abläufen konnte Gerd Richter mit anschaulichen Erklärungen über das Wie und Warum etwas Dampf aus dem Kessel nehmen. Ein Beweissicherungsverfahren für Gebäudeschäden und das Versprechen, dass der Baustellenverkehr nicht durch den Ort führt, beruhigte die Gemüter. Einzig der zeitliche Ablauf musste nach hinten korrigiert werden, da der Wasserstand des Sedlitzer Sees eine wichtige Rolle spielt: »Wir brauchen 98 bis 99 Meter über normal Null, damit die Sprengungen effektiv sind.« Zurzeit bewegt sich der See bei 96,75 Metern. Inklusive der Wiederaufforstung rechnen die LMBV-Experten mit einer Fertigstellung im Frühjahr 2026.

Zeitiger, schon Ende des Jahres, soll die B169 wieder befahrbar sein. Aber auch hier spielt die Zeit nicht in die Karten der LMBV. Probleme, das geeignete Bohrequipment aufzutreiben und immer wieder neue Hohlräume, die schon in zehn Metern Tiefe entdeckt werden, machen eine genaue Prognose schwer: »Wir sind jetzt schon bei 47 Bohrungen, geplant waren 32«, zeigt Gerd Richter das Problem der immer neu entdeckten Hohlräume auf. Dies trifft übrigens auch auf den Wirtschaftsweg zu, den die Sedlitzer Bürger als Notweg für die Anbindung nach Senftenberg bekommen sollten: »Eine Entwässerungsstrecke hat uns auch beim Ersatzweg zurückgeworfen«, berichtet der Sanierungsexperte. So wird mit der Nutzung durch die Sedlitzer Bürger nicht vor Anfang August gerechnet. Dies zog den Unmut einiger Gartenbesitzer nach sich, die aus Senftenberg kommend über Großräschen fahren müssen. Bürgermeister Fredrich versprach dazu eine unbürokratische Lösung für Sondergenehmigungen.

Zum Thema des Abends gehörte auch das Stadtentwicklungskonzept (INSEK) für den Ortsteil Sedlitz: »Wir haben die Expertenrunden und die Gespräche mit dem Ortsvorsteher als erste Phase abgeschlossen und hoffen nun auf eine große Bürgerbeteiligung und viele Ideen«, lässt sich Ann-Kristin Jank, Amtsleiterin des Stadtplanungsamts, vernehmen. Erste Ergebnisse sollen dann Ende des Jahres präsentiert werden. Bürger können ihre Ideen per E-Mail an stadtentwicklungsamt@senftenberg.de  senden.

Mit einer Bratwurst und einem Getränk an der Sedlitzer Feuerwehr ging der Stadtteilspaziergang zu Ende. Nicht alle Fragen konnten geklärt werden, aber zumindest wurden die Probleme gehört.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.