Sascha Hache

Digitale Nahrungsergänzung für Bücherwürmer

Bautzen. Mit mehr als 2.000 Ausstellern ist die Leipziger Buchmesse traditionell der Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche. Vom 12. bis 15. März präsentieren dort auch wieder Oberlausitzer Verlage ihre Angebote und Neuerscheinungen ? zumeist analoger aber zunehmend auch digitaler Art.

Oberlausitzer Verlage öffnen sich für Hörbücher, elektronische Bücher und Internethandel

"Oberlausitzer Buchhändler trotzen dem Internet-Handel" ? so titelte der WochenKurier vor Jahresfrist. Diese Schlagzeile hat auch dieses Jahr noch Gültigkeit, selbst wenn die Zahl der Mitglieder des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels seit 2000 um fast ein Drittel sank. Mittlerweile wird fast jedes sechste Bucherzeugnis via Internet verkauft. Auch deshalb will man sich in der ländlich geprägten Oberlausitz nicht dem digitalen Wandel verschließen. Selbst kleinere Buchhandlungen sind mittlerweile im Internet vertreten. Neuer Lesestoff wird online bestellt und danach beim Händler vor Ort abgeholt.

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse geht derweil der neue Online-Shop des Domowina-Verlages aus Bautzen an den Start. "Wir sind auch an einem starken Buchhandel interessiert, aber sorbische Literatur wird dort kaum nachgefragt", berichtet Geschäftsführerin Maria Matschie. Via Internet können aber zum Beispiel Forscher der sorbischen Sprache und Literatur in Japan, Neuseeland oder den USA mit neuestem Material versorgt werden.

 

Elektronische Bücher nehmen derzeit im deutschen Buchhandel zwar nur einen Umsatzanteil von knapp unter fünf Prozent ein, geführt werden sie aber von über 77 Prozent der Händler und 65 Prozent der Verlage. Auch bei diesen so genannten E-Books geht der Domowina-Verlag einen eigenen Vertriebsweg. Dies aber hauptsächlich aus technischen Gründen. Auf dem Lesegerät des Branchenführers Amazon, der 70 Prozent des Internethandels abwickelt, könnte es zu Darstellungsproblemen der sorbischen Bücher kommen. "Wir sind da wahrscheinlich aus Versehen mit einigen Titeln gelistet, da Sorbisch bei Amazon nicht als eigene Sprache geführt wird."

Eine andere digitale Nische entdeckt aktuell der Bautzener Lusatia Verlag für sich ? er wird voraussichtlich im Herbst sein erstes Hörbuch auf den Markt bringen. "Nicht nur, wer eine Lesung mit unserer Erfolgsautorin Annelies Schulz erlebt hat, kann sich auf dieses Hörbuch von und mit ihr freuen", erzählt Verleger Frank Stübner. Auf zwei CDs mit insgesamt rund 150 Minuten Spiellänge liest die Taubenheimerin dann Episoden aus ihren Büchern "Heimkehr", "Das Kindheitshaus" und "Abschied vom Kindheitshaus".

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Forst erhält Plakette »Deutsch-sorbische/wendische Stadt«

Forst. Am vergangenen Mittwoch überreichte der Referent des Landesbeauftragten für Angelegenheiten der Sorben/Wenden im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Meto Nowak, an die Forster Bürgermeisterin, Simone Taubenek, die Plakette »Deutsch-sorbische/wendische Stadt«, die jede Stadt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden erhält. Die Bürgermeisterin bedankte sich und versprach, dass diese Plakette einen würdigen Platz im Rathaus finden wird. Die Forster Stadtbibliothek erhielt zudem ein sorbisches/wendisches Medienpaket. Es beinhaltet sorbische/wendische Literatur, Informationen über die sorbische/wendische Geschichte und Kultur sowie Materialien zum Spracherwerb. Darunter zweisprachige Kinderliteratur, Spiele zur Sprachförderung, Sachliteratur zur Brauchtumspflege, Sprachkurse sowie biografische Romane. Initiiert worden ist das Projekt von der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Masica Serbska und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Die Medien stehen künftig allen Kunden der Stadtbibliothek zum Ausleihen zur Verfügung, betonte die Leiterin der Einrichtung Doreen Sawall. Insgesamt erhalten 16 kommunale Bibliotheken im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden diese Medienpakete. Hinweis: Aufgrund technischer Probleme können gegenwärtig leider keine Fotos angezeigt werden. Wir bitten um Verständnis.Am vergangenen Mittwoch überreichte der Referent des Landesbeauftragten für Angelegenheiten der Sorben/Wenden im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Meto Nowak, an die Forster Bürgermeisterin, Simone Taubenek,…

weiterlesen