Heiko Lübeck

Rentner stehen jetzt im Visier des Fiskus

Bad Liebenwerda. Rentner im Elbe-Elster-Kreis, die noch keine Steuererklärung abgegeben haben, werden jetzt vom Finanzamt überprüft. Die Ruheständler fragen: Was kommt auf mich zu? Der WochenKurier gibt die wichtigsten Antworten.

Für welchen Zeitraum bzw. welches Jahr werden vom Finanzamt im Elbe-Elster-Kreis Aufforderungen zur Abgabe einer Steuererklärung an die Rentner versendet?Alle bisher steuerlich nicht erfassten Rentner des Landkreises Elbe-Elster, für die eine Rentenbezugsmitteilung für das Jahr 2010 vorliegt, wurden mit Schreiben vom 12.10.2012 gebeten, eine Steuererklärung für das Jahr 2010 abzugeben. Dies betrifft aber nur Rentnerinnen und Rentner, bei denen aufgrund der Höhe der ausgezahlten Renten eine Steuernachzahlung zu erwarten ist.Welche Ruheständler müssen mit einer Steuernachzahlung rechnen?Ob ein Rentner Steuern zahlen muss ist von mehreren Faktoren wie z. B. dem Jahr des Renteneintritts, der Höhe der Rente, vom Alter und Familienstand, von zusätzlichen Einkünften sowie von etwaigen Steuerabzugsbeträgen abhängig. Bei alleinstehenden Rentnern, bei denen zum Rentenbeginn im Jahr 2010 keine weiteren Einkünfte vorlagen und eine Versicherungspflicht in der Krankenversicherung bestand, dürften unter Berücksichtigung aller steuerlichen Abzugsmöglichkeiten, für eine Jahresbruttorente von rund 16.000 Euro (1.333 Euro monatlich) 2010 keine Steuern zu zahlen sein.Müssen Rentner, die keine Steuern bezahlt haben, mit Konsequenzen rechnen?Die Verzinsung beginnt grundsätzlich 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist. Erhält ein Rentner im November 2012 einen Steuerbescheid für das Jahr 2010 mit einer Steuernachzahlung, dann muss er hierauf ab April 2012 Zinsen zahlen. Ob die Nichterklärung von Einkünften strafrechtliche Konsequenzen hat ist im Einzelfall zu beurteilen und hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls, wie. z. B. auch der Höhe der Nachzahlung ab. Müssen in Zukunft alle Rentner eine Steuererklärung machen?Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, soweit ihre Einkünfte vermindert um etwaige Steuerabzugsbeträge den Grundfreibetrag von derzeit 8.004 Euro bzw. 16.008 Euro bei Ehegatten übersteigen.  Beispiel: Ein Rentner, der seit dem Jahr 2007 eine Rente bezieht, erhielt im Jahr 2008 eine Jahresbruttorente von 12.000 Euro. Da der Rentenbeginn im Jahr 2007 lag, unterliegen 54 Prozent der Rente der Besteuerung. Der steuerfreie Teil der Rente wird in dem Jahr ermittelt, das dem Jahr des Rentenbeginns folgt. Bei Renten, die vor dem 1. Januar 2005 begonnen haben, ist die Rente des Jahres 2005 maßgebend. Der steuerfreie Teil der Rente beträgt damit 5.520 Euro ? und zwar für die gesamte Rentenzeit. Im Jahr 2011 beträgt die Jahresbruttorente aufgrund der laufenden Rentenanpassungen 12.529 Euro. Damit steigt das zu versteuernde Renteneinkommen von 6.480 Euro auf 7.009 Euro. Außer dieser Rente hatte der Rentner keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte. Aufgrund des steuerlichen Grundfreibetrages (der für das Jahr 2011 8.004 Euro beträgt) muss er keine Steuern zahlen und keine Steuererklärung abgeben.Sind Ratenzahlungen möglich?Ob fällige Steuernachzahlungen gestundet werden können bzw. in welcher Form (z.B. Ratenzahlung) und wie lange gestundet wird, steht im Ermessen der Finanzbehörden, wobei auch hier alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen  sind.Woher bekommt der Ruheständler die Formulare?In Papierform liegen die Erklärungsvordrucke im Finanzamts aus. Alternativ können diese jedoch auch im Internet (www.finanzamt.brandenburg.de) unter dem Menüpunkt Formulare und Vordrucke herunterladen werden. Daneben besteht auch die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch über ELSTER abzugeben. Dazu werden keine Vordrucke benötigt.Wo kann sich der Rentner fachliche Hilfe holen?Für Fragen rund um das Thema Renten und Steuern steht die Service- und Informationsstelle des zuständigen Finanzamtes zur Verfügung. Zur Steuerberatung sind die Finanzämter allerdings nicht befugt. Diese ist ausschließlich den steuerberatenden Berufen und den Lohnsteuerhilfevereinen vorbehalten.                       Heiko LübeckQuelle: Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Patenschulung für erfolgreich gestartet

Guben. Das Netzwerk »Gesunde Kinder« Guben startete jetzt wieder eine neue Patenschulung mit zehn interessierten und sehr engagierten Patinnen, die das Netzwerk auch etwas verjüngen. Damit stehen den Familien aus Guben und dem Amt Schenkendöbern dann 29 Familienpatinnen und -paten als freundschaftliche Ansprechpartner zur Seite. Schon seit einigen Wochen liefen die Vorbereitungen und Absprachen mit interessanten Referenten aus dem Naemi-Wilke-Stift, aus Forst und Cottbus. Und dann war es endlich soweit. Unter Beachtung der derzeit gültigen Abstands-und Hygienebestimmungen begrüßten die Koordinatorin des Gubener Netzwerkes Kathrin Lieske und ihre neue Assistentin Kathrin Jente die neuen Patinnen und den Projektleiter Pastor Markus Müller im liebevoll dekorierten Tagungszentrum des Naemi-Wilke-Stiftes. Nach einer kleinen Reise zurück in die Geschichte und die Anfänge des Naemi-Wilke-Stiftes und einer ausführlichen Einführung in die Netzwerkarbeit, hatten die neuen Patinnen Gelegenheit zur Vorstellung. Anschließend gab Andrea Molik, Leiterin der Gubener Freiwilligenagentur, einen Einblick in die Rechte und Pflichten im Ehrenamt. Gemeinsam mit der Netzwerkkoordinatorin bedankte sie sich für das bürgerliche ehrenamtliche Engagement und wünschte den Familienpatinnen für dieses schöne und herausfordernde Ehrenamt viel Erfolg. In den nächsten drei Monaten werden die Patinnen einige sehr interessante Schulungsthemen vermittelt bekommen: Sprachliche Entwicklung von Kindern, Rechte und Pflichten in der Schwangerschaft, Gesunde Ernährung, Erste Hilfe am Kleinkind, Zahngesundheit, Kinderkrankheiten, Impfen, Vorsorgeuntersuchungen, Unfallverhütung, Plötzlicher Kindstod, Stillen, Rund um die Geburt, Kindliche Bindung, Aufgaben des Jugendamtes, Hilfen zur Erziehung, Gesunde körperliche Entwicklung, Trotzkinder, Kommunikation, Besonderheiten in der Schwangerschaft und Kindeswohlgefährdung. Besonders gespannt sind alle auf eine junge Ärztin aus dem Cottbuser CTK und die neue Kinderschutzkoordinatorin aus dem Landkreis Spree-Neiße. Noch in diesem Jahr soll die Schulung mit einer feierlichen Zertifikatsübergabe beendet werden. Wer möchte, kann sich gern noch für diese Schulung unter der Telefonnummer 03561/ 403 261 bei der Koordinatorin Kathrin Lieske anmelden. Aber auch interessierte Familien und unterstützende Partner sind beim Netzwerk »Gesunde Kinder« immer herzlich willkommen.Das Netzwerk »Gesunde Kinder« Guben startete jetzt wieder eine neue Patenschulung mit zehn interessierten und sehr engagierten Patinnen, die das Netzwerk auch etwas verjüngen. Damit stehen den Familien aus Guben und dem Amt Schenkendöbern dann 29…

weiterlesen

Neuer Chefarzt am CTK

Cottbus. Patienten mit neurovaskulären Erkrankungen, wie z.B. Schlaganfälle, intrakranielle Aneurysmen, fistulierende Prozesse und Verengungen der hirnversorgenden Arterien werden am neuen Institut für Neuroradiologie am Carl-Thiem-Klinikum noch intensiver betreut und zielgerichteter behandelt. Mit der Neugliederung des Instituts für Radiologie in den Fachbereich Diagnostische & Interventionelle Radiologie sowie den Fachbereich Diagnostische & Interventionelle Neuroradiologie erweitert das Carl-Thiem-Klinikum sein Behandlungsspektrum und schärft damit sein Profil als herausragender Gesundheitsdienstleister der Region. »Dr. med. Stefan Kliesch ist ein versierter Experte auf dem Gebiet der neuroradiologischen Diagnostik und der endovaskulären Therapie neurovaskulärer Erkrankungen«, freut sich die Ärztliche Direktorin des Carl-Thiem-Klinikum, Frau PD Dr. med. Christina Rogalski. Er hat er die interventionelle Schlaganfalltherapie hier am Klinikum etabliert und bereits mehr als 100mal erfolgreich durchgeführt. Dabei wird eine durch ein Blutgerinnsel verschlossene Hirnarterie über einen in die Leiste eingeführten Katheter direkt eröffnet. »Unser Ziel ist es, Patienten mit akuten neurovaskulären Erkrankungen, wie z.B. Schlaganfällen, hier in Cottbus am CTK auf höchstem Niveau zu versorgen. Damit werden lange Transportwege nach Berlin oder Dresden überflüssig. Insbesondere bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Durch eine schnelle Behandlung hier vor Ort und die enge Zusammenarbeit von Neurologie, Radiologie/Neuroradiologie und Anästhesie erreichen wir bessere Krankheitsverläufe für die Patienten«, so Chefarzt der Abteilung Neuroradiologie Dr. med. Stefan Kliesch.Patienten mit neurovaskulären Erkrankungen, wie z.B. Schlaganfälle, intrakranielle Aneurysmen, fistulierende Prozesse und Verengungen der hirnversorgenden Arterien werden am neuen Institut für Neuroradiologie am Carl-Thiem-Klinikum noch intensiver…

weiterlesen