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»Erfreut haben mich viele Dinge«

Elsterwerda. Anja Heinrich ist die erste Bürgermeisterin der Stadt Elsterwerda. Am 11. Mai blickt sie auf 100 Tage im Amt zurück.

Frau Heinrich, wie bequem sitzt es sich auf dem Bürgermeistersessel?

Anja Heinrich: „Um es sich im übertragenen Sinn bequem zu machen, ist ein Bürgermeisterstuhl wenig geeignet. Ich erlebe eine gewohnt arbeitsreiche, intensive und spannende Zeit, war gut für die neuen Aufgaben vorbereitet und konnte mich bislang ausnahmslos auf ein gutes Team und die Unterstützung in der Verwaltung und dem Stadtparlament verlassen.“

Für Sie ist der Bürgermeisterposten eine völlig neue Erfahrung. Was hat Sie in den vergangenen Tagen bisher am meisten überrascht?

Heinrich: „Überrascht ist nicht das treffende Wort, erfreut haben mich viele Dinge! Beispielsweise das große Engagement in Kraupa zur Bewerbung als künftige Naturparkgemeinde. Oder denken Sie an den Landesmeistertitel unserer Kegler vom ESV Lok Elsterwerda. Das ist doch großartig!“

100 Tage im Amt bedeuten über tausende von Arbeitsstunden. Was hat dabei die meiste Zeit in Anspruch genommen?

Heinrich: „Die meiste Zeit gehört jetzt tatsächlich der akribischen Einarbeitung in die Fachbereiche, in die Strukturen der Verwaltung und in die Kooperationsarbeit mit Land, Bund, Landkreis, den Kommunen, Unternehmen, Trägern, Vereinen und zahlreichen Bürgeranliegen.“

Wie sieht Ihr eigenes Fazit für die vergangenen 100 Tage aus?

Heinrich: „Es gibt viel zu tun, und gemeinsam werden wir vieles in den kommenden Jahren meistern. Die Stadt verfügt über viele Ressourcen, die es zu nutzen und zu eruieren gilt. Neben der Bestandspflege unserer Unternehmen müssen wir viel in Sachen Image, Tourismus, Kultur, Schulstadt, Infrastruktur und innovativer Stadtplanung neu denken und umsetzen.“

Welches konkrete Thema beschäftigt Sie aktuell?

Heinrich: „Ohne Hochwasserschutz, mit völlig inakzeptabel ausgewiesenen Hochwasserrisikogebieten, die unsere Gewerbegebiete an der Schwarzen Elster mal eben »Schach matt« legen, kann sich die Stadt nicht innovativ entwickeln. Bei der Forderung zum Bau der Ortsumfahrung werden wir landesübergreifend nicht locker lassen und in den kommenden Monaten einen Runden Tisch einberufen. So erreichen wir eine zeitnahe Information, Planungssicherheit und Mitsprache. Erfreulich ist der weitreiche Ausbau der B 101 nach Bad Liebenwerda, der Neubau der B-101-Brücke in Elsterwerda samt Fahrbahnanbindungen, der bevorstehende grundhafte Ausbau der Weststraße, die vorangehenden Planungen zum Ausbau der Großenhainer Straße und der gegenwärtige Ausbau der Ackerstraße.“

Und was hat für Sie in den nächsten Tagen und Wochen oberste Priorität?

Heinrich: „Unternehmensbesuche, Kooperationsgespräche mit der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Vorbereitung des Erntedankfestes der Lausitz, die Konzeption des Sportfestes 2019 inmitten unserer Stadt, Konzeption des Kulturjahres in Elsterwerda, die Planungen zum Bau unseres Jugendzentrums, die Qualifizierung des Miniaturenparkes durch Baumaßnahmen und Management, um nur einiges zu benennen.“

Der Stadtpark in Elsterwerda soll ein neues Konzept erhalten. Was können Sie bereits verraten?

Heinrich: „Der Stadtpark ist ein über Generationen gewachsener Ort mit sehr unterschiedlichen einstigen und gegenwärtigen Funktionen. War er einst ein Ort der Stille, Gräbern und Erinnerungsorten, dient er heute gleichermaßen als Spielplatz und Parkanlage. Wir werden mit den uns möglichen finanziellen Mitteln, gemeinsam mit dem Landesverband deutscher Kriegsgräberfürsorge, dem Denkmalschutz, den historischen Archiven und Museen eine Konzeption für einen Freilichtgeschichtspfad erarbeiten, der zum einen die bestehenden Gräber, Grabanlagen, Erinnerungsorte und Denkmale räumlich schützt, und gleichermaßen Raum schafft für Lachen, Spielen, Toben, Erholen, Kunst und Kultur. Auch Vierbeiner bleiben willkommen, wenn sie denn die vorhandenen Areale und Hundetoiletten nutzen! Darauf werden wir sehr achten.“

Seit Mai dieses Jahres ist Elsterwerda Mitglied im Tourismusverband Elbe-Elster. Was erhoffen Sie sich davon?

Heinrich: „Lange überfällig gehört Elsterwerda nun endlich zum Tourismusverband Elbe-Elster. Eine Region kann mit ihren ganz individuellen Besonderheiten nur gemeinsam vermarktet, beworben und entwickelt werden. Die Mitgliedschaft entbindet uns nicht davon, das Image unserer Heimatstadt eigenständig zu kreieren und zu beleben, aber sie ist ein unabdingbarer Baustein für eine Kommunikation im Tourismus, im Marketing und der Bekanntheit weit über die Stadtgrenzen hinaus.“

Ihr Vorgänger war 16 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Elsterwerda. Wie oft haben Sie noch Kontakt mit ihm, rufen ihn vielleicht an, um ihn um Rat zu fragen?

Heinrich: „Die letzten vier Amtsvorgänger sind alle Teil unserer Stadt, aktiv und präsent. Es ist schön zu wissen, dass ich jeden einzelnen um Rat oder Unterstützung bitten dürfte.“

Elsterwerda im Internet

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Rödertalbienen mit blamabler Vorstellung

Großröhrsdorf. Wegen einer völlig indiskutablen Leistung verlor der HC Rödertal beim nächsten Aufsteiger, TuS Lintfort, mit 21:27 (10:15). Die 320 Zuschauer sahen eine engagierte Leistung der Heimmannschaft, während die Rödertalbienen träge wirkten und meist einen Schritt zu spät waren. Neben Julia Mauksch musste Bienen-Trainer Frank Mühlner auch kurzfristig auf Lisa Loehnig verzichten, die im Training umgeknickt war. Ansonsten stand ihm der gesamte Kader zur Verfügung. Die Mannschaft von Bettina Grenz-Klein legte einen grandiosen Start hin und ging schnell mit 2:0 in Führung. Beide Tore erzielte Loes Vandewal (10/3 Tore). Die quirlige Rückraumspielerin war heute die erfolgreichste Schützin auf der Platte. Den ersten Treffer auf Seite der Bienen erzielte Meret Ossenkopp (7 Tore), die nach einem Zuspiel von Tammy Kreibich (3 Tore) frei zum Abschluss kam. Kurz darauf konnte Kamila Szczecina (2 Tore) ein Anspiel von Brigita Ivanauskaite (4 Tore) verwerten und glich zum 2:2 aus. Das Lintfort heute gedankenschneller war, deutete sich bereits beim 3:3 an – in der Rückwärtsbewegung schlief der HCR beim Wechseln. In Unterzahl konnten sie den Ausgleich zum 3:3 nicht verhindern. Die Mühlner-Sieben ließ sich davon zunächst nicht aus der Ruhe bringen und ging nach sechs Minuten mit 5:3 in Führung. TuS-Trainerin Grenz-Klein reagierte – sie ließ Ivanauskaite frühzeitig in Pressdeckung nehmen. Für den Rest des Spiels waren die Bienen ein Schatten ihrer selbst. Immer wieder konnte Vandewal ihre Mitspielerinnen gut in Szene setzen. Es benötigte 13 Minuten und zwei Time-Outs von Mühlner, bis der HCR wieder etwas Zählbares auf die Anzeigetafel bekam. In der 20. Minute spielte Kreibich einen präzisen Diagonalpass auf die inzwischen eingewechselte Rabea Pollakowski (1 Tor), die zum 6:8 traf. Der HCR leistete sich auch weiterhin zu viele Fehler im Aufbauspiel und war auch in der Verteidigung meistens einen Schritt zu spät. Dadurch baute Lintfort den Vorsprung bis zur 28. Minute auf 15:9 aus. Kurz vor Ende der ersten Hälfte klaute Szczecina noch einmal unter vollem Einsatz dem Gegner den Ball. Über Pollakowski kam das Spielgerät zu Ivanauskaite, die zum 10:15-Halbzeitstand traf. Zu Beginn der zweiten Hälfte machte sich noch einmal etwas Hoffnung im Lager der Bienen breit. Mühlner ließ seine Mannschaft nun in einer offensiven 5:1-Abwehr verteidigen, womit Lintfort einige Schwierigkeiten hatte. Im Angriff war es Kreibich, die zum ersten Mal mit Tempo auf die gegnerische Abwehr ging und prompt das 11:15 erzielte. Kurz darauf verkürzten Ivanauskaite und Ossenkopp auf 13:15 (37. Minute). Beide Mannschaften leisteten sich nun immer wieder Fehler, weswegen das Spiel offen blieb. Die Bienen waren besonders in der Abwehr deutlich engagierter, ließen im Angriff aber mehrfach Großchancen ungenutzt. Bis zur 45. Minute zog die Sieben von Grenz-Klein auf 20:16 davon. Der HCR bäumte sich nochmals kurz auf und verringerte den Rückstand wieder auf zwei Tore (18:20 nach 46 Minuten). In der 50. Minute erhielt Ivanauskaite ihre dritte Zeitstrafe und wurde disqualifiziert. Wie schon über die gesamte Spieldauer ließen sich die Bienen weiterhin hängen. Es kam nie das Gefühl auf, dass sie dieses Spiel noch drehen könnten. Mit einem 4:0-Lauf zog Lintfort bis zur 55. Minute auf 26:20 davon. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie schon längst gelaufen. Die Spielerinnen des HCR wirkten schlapp, kraftlos und konnten nicht annähernd das Tempo der Gastgeberinnen mitgehen. In den letzten fünf Minuten der Partie konnten beide Seiten noch ein Tor für sich verbuchen. Ossenkopp erzielte das zwischenzeitliche 21:26, ehe Mie Norup Isaksen (3/3 Tore) per Strafwurf zum 27:21 – Endstand traf. Neben der offensichtlichen konditionellen Überlegenheit der Gastgeberinnen muss erneut über die Ausbeute von der Strafwurflinie diskutiert werden. Die Bienen trafen lediglich einen von sechs Versuchen. Die Mannschaft täte gut daran, nach dieser blamablen Vorstellung, am nächsten Spieltag eine Trotzreaktion zu zeigen. HCR-Trainer Frank Mühlner: „Wir haben heute wegen Arroganz verloren. Oft genug wurde darauf hingewiesen, dass die Spielerinnen von Lintfort um ihr Leben rennen werden. Wir haben unsere komplette Linie verloren und nicht das gemacht, was vorher besprochen wurde. Im Kopf waren die Mädels viel zu langsam. Konsequenz ist, dass der trainingsfreie Tag gestrichen ist.“ Florian TriebelWegen einer völlig indiskutablen Leistung verlor der HC Rödertal beim nächsten Aufsteiger, TuS Lintfort, mit 21:27 (10:15). Die 320 Zuschauer sahen eine engagierte…

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