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Ausbildungspreis im Jubiläumsjahr

Elbe-Elster. Seit runden 20 Jahren wird der Ausbildungspreis der Sparkassenstiftung vergeben. Zeit für ein kleines Fazit. WochenKurier sprach mit Vorstandsassistent Thomas Hettwer.

Herr Hettwer, ein kurzer Blick zurück. Wie fing eigentlich alles an?

Basis war 2001 ein Förderantrag über 500 DM unserer späteren »Ausbildungspreismutti« Ellen Lösche von der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft. In der gemeinsamen Abstimmung wurde dann der Ausbildungspreis der Sparkassenstiftung »geboren«. 2002 startete der erste Preis und diesjährig gibt es den 20. in jährlicher Folge. Darauf sind wir stolz.

Warum ein Preis für Ausbildung?

Die vielfältigen Erfolgsgeschichten junger Leute aus EE machen wir mit unserem Ausbildungspreis öffentlich und zeigen damit: Ausbildungen direkt vor der Haustür sind eben auch cool und es gibt hier viele attraktive Ausbildungsbetriebe.

Wer nominiert eigentlich und was sind dabei die Bedingungen?

Zum Beginn war es die Kreishandwerkerschaft, anschließend kam die IHK Cottbus sowie der Kreisbauernverband Elbe-Elster hinzu. Seit vielen Jahren sind wir ein eingespieltes Preis-Quartett. Zum Auswahlverfahren werden jeweils die Jahrgangsbesten mit überdurchschnittlichen Abschlüssen nominiert, die in Elbe-Elster wohnen. Jedoch nicht mehr als 20 und es wird nicht »aufgefüllt«. Somit sind wirklich die Nominierten stets die Besten der Region.

Wie reagieren die dann?

Viele sind total stolz über ihre Nominierung und lesen vor Freude die Einladung der Sparkasse gleich noch einmal. Oft kam der O-Ton: »Damit haben wir nicht gerechnet.«. Somit sind gleich zu Beginn alle Gewinner.

Und wer wird Preisträger?

Wer sich im Auswahlverfahren gut präsentiert – wer authentisch rüberkommt. Regelmäßig ist die gute Ausbildungsleistung mit einem aktiven, gesellschaftlichen Engagement z.B. im Verein oder in der Feuerwehr gepaart. Fünf Preisträger werden mit einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro und einer persönlichen Laudatio geehrt.

Was waren die Highlights im Auswahlverfahren?

Jugendliche die total schüchtern anfingen und dann berichteten, dass ihr Gesellenstück an einem Bundeswettbewerb teilnimmt bzw. sie überregionale Jahrgangsbeste sind. Oder die stringente Zielverfolgung zur künftigen Selbstständig in der Region. Oder wo ein Jugendlicher vor der Ausbildung nicht die Sonnenseite des Lebens durchlebte und dann vom Ausbilder die letzte Chance bekam und diese mit Bravour nutzte. Von einer angeblichen »Null-Bock-Generation« ist in unseren Gesprächen überhaupt nichts zu merken.

Wer zeichnet aus?

Besonders stolz sind wir, dass der ehemalige Ministerpräsident Matthias Platzeck sechs Mal in Folge die Festrede hielt und die Auszeichnungen vornahm. Diesjährig hat der brandenburgische Innenminister Michael Stübgen zum zweiten Mal zugesagt. Dies ist Regionalität pur.

Wird der 20. Preis besonders begangen?

Natürlich, alle fünf Jahre zeichnen wir die Ausbildungsbetriebe aus, die zurückliegend die meisten Preisträger hervorgebracht haben. Doch mehr verrate ich noch nicht – einfach die nächsten Ausgaben vom Wochenkurier lesen. Weiterhin werden zwei ehemalige Preisträger Einblicke in ihre berufliche Karriere geben und berichten, wie sie ihre damalige Auszeichnung erlebten. Am 29. Oktober bestreiten die jungen Weberknechte der hiesigen Kreismusikschule den musikalischen Rahmen – dies wird wieder temperamentvoll und dynamisch. Aber unsere »Ausbildungspreismutti« Ellen Lösche fehlt aufgrund ihres Unfalltods im Vorjahr – wir werden ihrer gedenken.

Danke für das Gespräch!

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