Dany Dawid

»Rendezvous mit Marlene«

Cottbus. Mit Ute Lemper kommt ein Weltstar nach Cottbus. In einer unvergesslichen Show erzählt sie Marlene Dietrichs Geschichte.

Im Jahre 1988 stand Ute Lemper am Anfang ihrer Karriere. Dennoch wurde sie da schon oft mit Marlene Dietrich verglichen. In unserem Interview erzählt sie unter anderem wie es zu einem Telefonat mit Marlene Dietrich kam, auf dem die ganze Show »Rendezvous mit Marlene« basiert.

Frau Lemper, Sie sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Wann zog es Sie in die weite Welt hinaus?

Schon 1984/85 bin ich viel in Berlin, London Paris und in anderen Städten verschiedener Ländern unterwegs gewesen. Im Sommer 1998 ging ich dann an den Broadway nach New York und lebe nun seit 20 Jahren in den USA. Trotzdem bin ich oft in Europa, um Konzerte zu geben.

Wann war klar, dass Sie auf die Bühne gehören?

Ach, das war mir damals noch gar nicht so klar. Nach dem Abitur hätte ich mir vorstellen können zu studieren. Ich wäre auch gerne Lehrerin geworden. Dennoch haben alle gesagt: »Mensch, geh auf die Schauspielschule, du hast Talent!« Den Ratschlägen bin ich dann gefolgt und besuchte eine Schauspielschule. Na und dann ging es richtig los. Jedoch hätte ich mir auch vorstellen können, auszusteigen, aber irgendwie sind die Jahrzehnte so schnell vergangen. Letztendlich war es zu spät nochmal etwas anderes zu studieren. Und so war ich drin in der Branche.

Im März kommen Sie nach Cottbus, mit einer Show, die auf einem dreistündigen Telefonat mit Marlene Dietrich basiert. Wie kam es zu diesem Anruf?

Nachdem ich den französischen Theaterpreis bekommen hatte, wurde ich oft mit Marlene Dietrich verglichen. Mir war das peinlich und ich fand es unpassend als 24-Jährige mit so einer großen Frau verglichen zu werden. So schrieb ich ihr einen Brief, um mich bei ihr für diesen Vergleich zu entschuldigen und um meine Bewunderung auszudrücken. Eines Tages rief sie mich an. Ihr Haus hatte sie zu dem Zeitpunkt schon seit Jahren nicht mehr verlassen. Das Telefon war die Strippe zur Außenwelt.

Wie genau können Sie sich an das Gespräch erinnern? Worüber haben Sie gesprochen?

Daran erinnere ich mich ganz klar, sonst hätte ich die Show nicht darauf aufbauen können. Es ist zwar 30 Jahre her, aber in all den Jahren hat es in mir gebrodelt und die Idee ist gewachsen, um endlich daraus ein Kunststück zu machen. Marlene Dietrich hat neben ihrer Musik über ihre Filme geredet und über ihr Leben in Paris - ihr letztes Kapitel, wo sie eigentlich in Einsamkeit lebte. Sie sprach über ihre Gefühle, als sie 1960 - zurück in Deutschland - nicht willkommen war und über ihre Tochter Maria Riva. Viele Sachen sind dabei kleben geblieben und dann habe ich natürlich durch Recherchen und Nachforschungen Gedankenlücken ausgefüllt und daraus eine Erzählung gemacht. Eine Erzählung, die aufgefüllt ist durch wirklich historisches Material.

Warum erst nach 30 Jahren?

Es war eine intuitive Entscheidung. Ich denke, die Zeit war reif. In den vergangenen Jahren habe ich ein paar Vorschläge bekommen, um Marlene Dietrich in Theaterstücken zu spielen. Die Skripte haben mir nicht gefallen. Marlene wurde oft so stereotypisch dargestellt. So machte ich meine eigene Sache. Natürlich kann ich nun auch, weil ich jetzt älter bin, ihre Existenz glaubwürdiger darstellen. Ich bin näher dran an ihre Erfahrungen und kann so besser in ihre Identität schlüpfen, als noch vor 25 Jahren.

Was können die Besucher der Show erwarten?

An dem Abend kreiere ich eine Person zwischen Marlene und mir. Ich schlüpfe in ihre Identität hinein und bin teilweise selbst Marlene. Die Besucher erleben in der berührenden und aufregenden Show, einen großen Theaterabend mit den größten Liedern aus allen Zeiten Marlene Dietrichs.

Wir verschenken für die Show »Rendezvous mit Marlene« am 2. März, in der Stadthalle Cottbus, zwei Freikarten. Gewinnspiel & Teilnahmebedingungen unter www.wochenkurier.info/gewinnspiele. Teilnahmeschluss ist Montag, 25. Februar.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Eggerts Ostwind – Wer hat die Wahl?

Sachsen. Am Sonntag haben wir, wie uns im Wahlkampf zuweilen versichert wird, die Wahl. Wer sich die Briefwahlunterlagen hat schicken lassen, kann das zumindest im Prinzip bestätigen. Wo kommunale Vertretungen zu bestimmen sind, ist der einschlägige Wahlzettel noch einigermaßen übersichtlich (auf meinem standen Vertreter von drei Parteien, vier örtlichen Bündnissen, dazu drei Einzelkandidaten). Der Wahlzettel fürs Europaparlament dagegen erreicht die Höhenmaße von anderthalb Zeitungsseiten. Also bitte: Nehmen Sie sich viel Zeit für den Besuch des Wahllokals. Wobei wir von denjenigen, die auf diesem Wahlzettel verzeichnet sind, nur wissen, dass sie, genügend Stimmen vorausgesetzt, ins Europaparlament einziehen. Ob einer oder eine davon später Chef oder Chefin der europäischen Kommission wird, wissen wir nicht. Manfred Weber, von dem uns die Deutschland-Union beispielsweise versichert, er habe beste Chancen, dies zu werden, ist das selbst dann noch nicht, wenn Europas Konservative als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen. Denn: Seine tatsächlichen Wähler sind die Regierungs-Chefs der EU-Staaten. Und die halten an ihrem Privileg fest, den Kommissionspräsidenten zu bestimmen. Soweit zum Thema: Wir haben die Wahl. Gastkommentar von Hans EggertAm Sonntag haben wir, wie uns im Wahlkampf zuweilen versichert wird, die Wahl. Wer sich die Briefwahlunterlagen hat schicken lassen, kann das zumindest im Prinzip bestätigen. Wo kommunale Vertretungen zu bestimmen sind, ist der einschlägige…

weiterlesen