Wasserstoff: Ein Lausitzer Entwicklungsmotor

Südbrandenburg. Die Lausitz ist bereits eine von neun deutschen Wasserstoff-Modellregionen. Zukünftig kann Wasserstoff (H2) zum starken Entwicklungsmotor im Strukturwandel werden. Das bestätigt eine Analyse, die im Auftrag der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH im Rahmen des Projektes »Zukunftswerkstatt Lausitz« erstellt wurde.

Demnach biete die Wasserstoffwirtschaft das Potenzial, neue Wirtschaftszweige zu erschließen und zukunftssichere Arbeitsplätze zu generieren.Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH: »Diese Analyse macht Mut. Der beschlossene Ausstieg aus der Kohleverstromung ist nicht das Ende der Energieregion Lausitz, sondern kann der Beginn einer neuen Ära werden.« Die Lausitz befinde sich bereits auf dem Weg in diese Zukunftstechnologie. So verweist die Studie darauf, dass es eine Vielzahl an Akteuren und Projekten gibt, die sich diesem Thema widmen. Dazu gehören das Referenzkraftwerk und das Reallabor Lausitz in Schwarze Pumpe sowie der Innovationscampus Siemens Görlitz mit einem geplanten Hydrogen Lab und H2-Forschung. »Wir haben die Chance, durch den technologischen Wandel an die Spitze zu kommen«, bewertet Heiko Jahn die Studie.

Die drei Motoren in der Entwicklung sind demnach die Produktion von H2-Technologien, die dezentrale Energieerzeugung mit Wasserstoff und die Entwicklung von H2-Mobilität. Um die zukünftige Wasserstoffwirtschaft in der Lausitz aufzubauen, empfehlen die Autoren der Studie als nächste Schritte unter anderem ein Lausitzer H2-Netzwerk, eine H2-Forschungsfabrik und Zentren für die berufliche und akademische Fachausbildung im Bereich Wasserstoff. Erstellt wurde die Studie von Wissenschaftlern des Fraunhofer Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) und des Centrums für Energietechnologie Brandenburg e.V. (CEBra).

Blick voraus bis zum Jahr 2050

In einer »Roadmap« sehen sie im Idealfall ab 2030 eine rasante Zunahme im Bereich der Wasserstoffwirtschaft: Der ÖPNV hat nach diesem Modell in zehn Jahren eine Vielzahl an H2-betriebenen Fahrzeugen im Einsatz. Es bildet sich ein annähernd flächendeckendes Tankstellennetz. Bis 2040 sind an den Lausitzer Kraftwerksstandorten H2-Speicherkraftwerke errichtet worden. Gleichzeitig werden durch die H2-Forschungsfabrik sowie in H2-Gewerbegebieten eine Vielzahl an spezifischen Technologien und Systemen hergestellt und eingesetzt. Bis 2050 wird durch die benötigten Wasserstoff-Mengen ein nationales Pipelinenetz errichtet worden sein. Die Verteilung innerhalb der Lausitz erfolgt über einen zentralen Netzknoten am Standort BASF Schwarzheide sowie über lokale Verteiler wie Stadtwerke oder Gewerbegebiete.

Bestandteil der Entwicklungsstrategie

Die Analyse zur Wasserstoffwirtschaft wird ein wichtiger Bestandteil der Entwicklungsstrategie »Lausitz 2050«. Basis dieser Strategie sind eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen, die im Auftrag der Zukunftswerkstatt Lausitz erstellt werden. Außerdem wurden die Lausitzerinnen und Lausitzer intensiv befragt, wie sie sich ihre Heimatregion zukünftig vorstellen. Diese umfangreiche Materialsammlung und die vorhandenen regionalen und kommunalen Leitbilder, Konzepte und Positionspapiere werden bis Ende 2020 zur »Entwicklungsstrategie Lausitz 2050« verdichtet.

Studie im Netz

Die komplette Studie ist im Internet abrufbar.

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Ein Sprungbrett für die Pinguine

Hoyerswerda. 2018 war im Zoo ein trauriges Jahr für die Humboldtpinguine. Achtzehn Tiere sind an einer gefährlichen Pilzerkrankung verstorben. Seitdem stand die Anlage leer und Zoodirektor Eugéne Bruins sammelte mit seinen Mitarbeitern neue Ideen und informierte sich detailliert bei Experten über bestmögliche Haltungsbedingungen, um zukünftig optimalen Lebensraum schaffen zu können.  So wurde die Anlage in den letzten zehn Monaten für 75 000 Euro umgebaut. Ein Großteil der Investitionssumme wurde durch Spenden von den Versorgungsbetrieben (VBH), dem Verein der „Zoofreunde“ und von Tierfreundin Heike Widanski finanziert. Neben der weltweit einzigartigen Insektenlounge und der neuen Leopardenanlage ist mit der neuen Pinguinanlage dank Sponsoren ein weiteres Highlight im Zoo entstanden. „Wir freuen uns darüber sehr. Der Zoo erhält auch von außen eine gute Rückenstärkung. Wir hoffen, an unsere bisherigen Zuchterfolge anknüpfen zu können. Sind Humboldtpinguine doch akut vor dem Aussterben bedroht“, erklärte der zoologische Leiter Eugéne Bruins. Die neue Anlage verfügt über einen Sonnenschutz, eine Schmutzwasserrinne und eine moderne Filteranlage die ständig für frisches, klares Wasser sorgt. Die Pinguine haben drei verschiedene Bodenuntergründe zur Verfügung. Kies, größere Steine sowie Rasenflächen schaffen natürliche Bedingungen und sorgen dafür, dass die Tiere in ihren Höhlen nahezu immer mit trockenen Federkleid ankommen. Das verhindert Staunässe, schafft ein besseres Raumklima und minimiert die Entstehung von Krankheiten erheblich. „Es gibt kein Patentrezept, um Pinguine gut halten zu können. Ich habe mich intensiv informiert und aus allem das Beste für die Umsetzung mitgenommen“, berichtete Eugéne Bruins über seine intensive Recherchearbeit. Fünf Pinguine warteten am Donnerstagvormittag schon ungeduldig auf die Einweihung ihrer Anlage. Die Tiere stammen aus einem Zoo im französischen Beauval.  Fünf weitere Tiere sind am Donnerstagvormittag ganz „frisch“ aus dem Zoo in Halle nach Hoyerswerda umgezogen. Sie durften als Erstes die neue Anlage in Beschlag nehmen. Pinguin Sveni war der mutigste, erkundete als Erster die neue Anlage und probierte das neue Wasserbecken direkt aus, dass je nach Jahreszeit, auch beheizt oder gekühlt werden kann.  Die anderen Tiere tragen Namen wie Elli, Lisa, Happy, Nick, Pia und Paul. Das zwei Pinguine auch Heike und Caro heißen, also wie die oben bereits erwähnte Sponsorin und eine Tierpflegerin, ist wohl kein Zufall.  Zweimal täglich werden die Pinguine mit Fisch gefüttert. Schaufütterungen müssen wegen der Corona – Pandemie noch ausfallen, sollen aber so bald wie möglich wieder stattfinden.2018 war im Zoo ein trauriges Jahr für die Humboldtpinguine. Achtzehn Tiere sind an einer gefährlichen Pilzerkrankung verstorben. Seitdem stand die Anlage leer und Zoodirektor Eugéne Bruins sammelte mit seinen Mitarbeitern neue Ideen und informierte…

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