Bernd Witscherkowsky

Quäntchen Glück und Vertrauen in die Zukunft

Südbrandenburg. Ulrich Fey und sein Glaswerk- eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte

Kleinkoschen. Als Ulrich Fey (67) im Jahr 1992 den Neuanfang wagte, war Aufbruchsstimmung im Osten Deutschlands. Alles war möglich, sofern man unternehmerisches Geschick, ein Quäntchen Glück und Vertrauen in die Zukunft besaß. Runde 20 Jahre später stellt sich heraus, dass der heutige Geschäftsführer des FGT-Glaswerk Kleinkoschen offenbar den richtigen "Riecher" und das richtige "Händchen" für die Geschäftsidee hatte. Ein guter Grund, das Jubiläum ordentlich zu feiern, denn das Unternehmen steht mit seinen 50 Mitarbeitern inzwischen nicht nur auf festen Füßen, auch die Zukunft ist gesichert. So stehen die Söhne Maciej (41) und Philipp (32) bereits in den sprichwörtlichen Startlöchern und werden in naher Zukunft den väterlichen Betrieb übernehmen. Bei den Mitarbeitern sind die beiden Brüder längst keine Unbekannten mehr, denn Vater Fey gibt die Geschicke der Firma wohl dosiert ab, bevor er sich selbst einem ruhigeren Lebensabschnitt widmen will. So tragen die beiden potenziellen Nachfolger bereits jetzt Verantwortung auf strategisch wichtigen Positionen. Maciej, Mitgesellschafter seit gut sieben Jahren, zuständig für Produktion und Technik, über seinen Job: "Dank meines Vaters, kenne ich inzwischen jede Schraube und jeden Sensor in unseren Produktionsanlagen ganz persönlich." Um das zweite Standbein des Familienunternehmens, die FK ? Solartechnik, kümmert sich Juniorchef Philipp Fey. Seit 1997 muss sich das Tochterunternehmen der FGT-Glaswerke als Hersteller und Systemanbieter in Sachen Solarthermie und Photovoltaik auf dem recht turbulenten Solarmarkt behaupten. Für Phillipp offenbar eine echte Herausforderung: "Mein Anspruch ist es, qualitativ hochwertige und langlebige Solarkollektoren zu entwickeln und zu produzieren. Die Schaffung effizienter und innovativer Kollektorsysteme sehe ich als Beitrag, erneuerbare Energien ökologisch sinnvoll und effektiv zu nutzen", wie er bei der Feierstunde sagte. Die beiden Juniorchefs übernahmen dann auch gleich das Kommando über den Festempfang, zumindest als Moderatoren. Auf der Gästeliste standen neben zahlreichen Geschäftspartnern auch Freunde und Wegbegleiter von Ulrich Fey. Darunter Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich, Landrat Siegurd Heinze, IHK-Präsident Klaus Aha und viele andere. Auch Sparkassenchef Lothar Piotrowski gehörte zu den Gratulanten. Nicht allein weil er sehen wollte, was der Unternehmer aus den damals vier Millionen D-Mark Startkapital gemacht hat, die ihm sein Vorvorgänger Robert Pietzschmann zur Verfügung stellte. Die Sparkasse Niederlausitz ist auch nach 20 Jahren noch die Hausbank des Unternehmers aus Kleinkoschen. "Treue gegenüber einem einzigen Geldinstitut, noch dazu über so viele Jahre, findet man nur noch sehr selten. Ich schätze an Ullrich Fey besonders seine Zuverlässigkeit. Das ist ein Mann, auf den man sich verlassen kann, dessen Wort zählt, der Visionen hat und bei Schwierigkeiten nicht gleich das Handtuch wirft", so der Banker. Lobende Worte auch von Klaus Aha, der seit dem 4. September Präsident der Industrie- und Handelskammer Cottbus ist. Ein Ehrenamt, welches Fey selbst über acht Jahre lang ausübte. Aha über seinem Vorgänger: "Sie haben über Jahre die Außenwirkung der IHK geprägt und wichtige Akzente gesetzt, aber auch viel Kraft hineingesteckt. In Erinnerung sind mir besonders ihr Kampf um gerechte Mindestlöhne und ihr Engagement um die Länderfusion Berlin-Brandenburg." Ulrich Fey ist aber auch ein Mann, der sich um sein direktes und indirektes Umfeld kümmert. So unterstützt er unter anderem die Turner vom SC Cottbus, die der Firma FGT-Glaswerk zum Jubiläum eine rasante Show-Vorstellung ihres Könnens präsentierten.                                                        Bernd Witscherkowsky

 

 

 

 

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