Neustart für den Tourismus

Südbrandenburg. Aufatmen in der Tourismusbranche. Nach der coronabedingten Schließung von Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben sowie Freizeiteinrichtungen läuft der wichtige Wirtschaftszweig langsam wieder an - auch im Lausitzer Seenland.

»Wir sind glück­lich, dass es jetzt endlich losgeht. Alle haben gewartet und mit den Füßen gescharrt. Doch es wird eine schwierige Zeit«, sagt Kathrin Winkler. Die Geschäftsführerin vom Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. blickt vorsichtig optimistisch in den touristischen Neustart: »Für Hotels und Pensio­nen sehe ich gute Chancen, wieder gut in den Markt zu kommen. Sie haben die Zusicherung auf eine 100-Prozent-Quote ohne Kapazi­tätsgrenzen. Und wir merken, dass die Buchungen wieder richtig an­laufen. Es wird in diesem Jahr ein Deutschlandtourismus werden.«

Wichtig sind klare Ansagen für die Gastronomie

Für die Gastronomie sieht Ka­thrin Winkler ein schweres Jahr. »Hier wird es sicherlich keine 100-Prozent-Quote geben. Und wenn ich weniger Fläche zur Verfügung habe, kann ich keinen großen Umsatz machen.« Wie sie sagt, wird es sicherlich einige In­haber von Gastronomiebetrieben geben, die sich überlegen, ob sie überhaupt wieder öffnen werden. Die Herausforderung werden die  Hygienestandards sein. »Hier sind verlässliche Auflagen wichtig. Es gibt zwar Empfehlungen von jeder Branche, doch es braucht klare Ansagen, was angehalten werden muss«, sagt die Verbandsche­fin und spricht etwa über freie Tischoberflächen, abwaschbare Speisekarten, Sitzordnungen und regelmäßiges Desinfizieren von Tischen und Stühlen.

Auch spon­tane Restaurantbesuche werden wahrscheinlich seltener. Es werde dahingehen, Tische vorzubuchen. Für die Gastronomie sei zwar Licht am Ende des Tunnels, aber auch ganz viel Grau zwischen­durch. Wenn diese Hygiene­anforderungen stehen, werden Betreiber von Gastronomieein­richtungen für sich entscheiden, ob sie öffnen werden. »Es wird hier einige Unternehmenschef geben, die vor Corona überlegt haben, wann sie in Rente gehen. Diese werden jetzt kein Zuschuss­geschäft starten und leider vom Markt verschwinden. Die Frage, die sich für alle Gastronomiebe­triebe stellt ist eben, wie sie öffnen können, um Gewinn einzufahren. Das wird nicht einfach und erfor­dert kreative Lösungen.«

Zeitfenster für Speisesäle im Hotel

Diese seien auch in Hotels und Pensionen nötig - gerade mit Blick auf das Buffet. »Das wird es in der bekannten Form sicherlich nicht mehr geben. Hier werden wahrscheinlich Zeitfenster eine denkbare Lösung, um Menschen­ansammlungen in den Speisesä­len zu vermeiden«, blickt Kathrin Winkler voraus. Und auch für den Rest der Bran­che gelte es, Lösungen zu finden. Die Verbandschefin denkt hier et­wa vor allem an Konzertveranstal­ter. »So ein Event kann ich nicht auf Fingerschnippen herbeizaubern. Sie brauchen Perspektiven, wann es losgeht. Übrigens gilt das auch für Hotels. Das kann ich von heute auf morgen schließen. Aber um ein Hotel wieder nach sechs Wochen Schließzeit an den Markt zu brin­gen brauche ich etwa 14 Tage, um die Abläufe wieder hochzufahren.«

Schwierig werde es auch die Freizeitanbieter im Lausitzer Seenland haben. »Sie sind jetzt alle am Überlegen, wie sie für sich optimale Lösungen finden, um einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen«, sagt Kathrin Wink­ler. Auch sie treffe das Problem der Abstands- und Hygieneregeln sehr stark. »Um die ansprechen­den Anforderungen einzuhalten, werden sie viel Aufwand betreiben müssen. Ob sich das lohnt muss jeder für sich selbst entscheiden. Klar ist, dass die Touristen nicht mehr zahlen können, da viele von ihnen in Kurzarbeit waren und das Geld nicht so locker sitzt.«

Auf eher unbekannten Pfaden wandeln

Wie Kathrin Winkler informiert, versucht der Tourismusverband, die zu erwartenden Besucherströ­me im Lausitzer Seenland bewusst zu verteilen. »Wir bewerben dafür sehr stark weniger bekannte Aus­flugsziele und stellen touristische Produkte nach vorn, an die selten gedacht wird - beispielsweise Themenradwege wie der Krabat­radweg und die Gartenstädtetour.«

Aktuelle Hinweise für Touristen und touristische Leistungsträger gibt es auf der Internetseite des Verbandes www.lausitzerseenland.de

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