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»Man traut uns was zu«

Die Lausitz spricht jetzt mit einer Stimme

Am 26. Juni, unterschrieben die Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH (WRL) und der Innovationsregion Lausitz GmbH (iRL), Heiko Jahn und Prof. Hans-Rüdiger Lange, eine Kooperationsvereinbarung. Beide Geschäftsführer sehen das als einen weiteren Schritt zum Schulterschluss zwischen den regionalen Akteuren aus Wirtschaft-Wissenschaft mit denen aus Kreisen und Kommunen. Die in der Vereinbarung angelegte Zusammenarbeit soll dazu führen, die Umsetzung des Strukturwandels zu optimieren. »Das ist eine unglaubliche Chance«, freut sich Hans-Rüdiger Lange: »Wir bündeln die Kräfte und haben nun die Pflicht, professionell zusammenzuarbeiten.«

Seit 2016 hat die iRL durch die Arbeit in über 130 Innovationsprojekten, vielen Unternehmergesprächen sowie den Aufbau einer Ko-Innovationsplattform in der Industrieautomatisierung diesen Prozess bereits unterstützt. Die WRL hat seit 2017 hat durch eine Reihe von Studien und eine Serie von Pilotprojekten die Datengrundlage geschaffen und über Veranstaltungen einen breiten Dialog über den Strukturwandel ermöglicht. Jetzt sei es erforderlich, der Lausitz eine abgestimmte Management-Struktur für reibungslose Koordinationsprozesse zu geben. Heiko Jahn betont: »Nun geht die Lausitz gut aufgestellt an die Startblöcke. Sobald Strukturstärkungs- und Kohleausstiegsgesetz auf Bundesebene beschlossen sein, kann die Umsetzung beginnen.«

Dass in Brandenburg nicht wie in Sachsen mit der Sächsische Agentur für Strukturentwicklung GmbH (SAS) ebenfalls nur eine Gesellschaft gegründet und iRl und WRL dazu fusioniert wurden, steht einer erfolgreichen Arbeit nicht im Wege, so Hans-Rüdiger Lange. Heiko Jahn ist sich da ebenfalls sicher: »Wir brauchen keine neue Institution, sondern müssen alle an einem Strang ziehen. Die Lausitz spricht jetzt mit einer Stimme.« Die Organisationsprozesse würden bis ins Detail abgestimmt. Er sieht auch keinen Abbruch in der länderübergreifenden Zusammenarbeit. Sigurd Heinze, als OSL-Landrat auch Gesellschafter bei der WRL, meint in Hinblick auf die brandenburgische Landesregierung, die die Kooperation zwischen iRl und WRL befürwortete: »Das zeugt von Vertrauen in die kommunale Ebene. Man traut uns was zu.« Peter Kopf, Präsident der Industrie- und Handelskammer Cottbus und Gesellschafter der iRL, ermahnt jedoch: »Der Strukturwandel muss unternehmerischer angegangen werden.« Ergänzt wird das durch Harald Altekrüger, Landrat des Landkreises Spree-Neiße und Sprecher der WRL: »Wir brauchen eine neue Ansiedlungsoffensive für das Lausitzer Revier!«

Ob die sächsischen Landkreise Bautzen und Görlitz noch weiterhin Gesellschafter in der brandenburgischen WRL bleiben, nachdem nun in Sachsen mit der SAS eine eigene Agentur für den Strukturwandel gegründet wurde, bleibt offen. Harald Altekrüger: »Es gibt bis dato keine Austrittsgesuche der sächsischen Landräte.«

(PM)

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