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Dulig zaubert ein Ass aus dem Ärmel

1.000 neue Jobs: Chinesen wollen in die Lausitz investieren

Sachsen. Besser hätte die Lausitzkonferenz des DGB Sachsen mit dem DGB Berlin-Brandenburg nicht laufen können. Zufall oder nicht, aber passend zum Tagesmotto „Potenziale der Lausitz: Erkennen – Stärken – Entwickeln“, zog Sachsens Wirtschafts- und Energieminister in der „Kulturfabrik“ Hoyerswerda gleich mal ein Ass aus dem Ärmel.

Der chinesische Automobilzulieferer Beijing WKW Automotive habe angekündigt, in Rothenburg (Oberlausitz) ein Fahrzeugwerk für Premium-Elektroautos zu errichten. Geplant sei die Herstellung von Elektrofahrzeugen für den europäischen Markt. Rund 1,13 Mrd. Euro sollen in die künftige „Delon Automotive GmbH“ investiert werden. Über 1.000 Arbeitsplätze könnten so entstehen. Der Investor wäre ein börsennotiertes Unternehmen und habe am Dienstag seine Investitionsabsicht nach Börsenschluss bereits in Shanghai veröffentlicht.

Autoland Sachsen

Was für Martin Dulig (SPD) offenbar nach einem seriösen Deal klingt: „Es ist ein großes Hoffnungszeichen für eine Region, die sich im Umbruch befindet. Wir werden den Investor gern unterstützen, damit die Ankündigung zu einem Automobilwerk führen wird. Sachsen ist schon heute Automobilland und wir wollen dies auch in Zukunft bleiben. Die angekündigte Investition wird den Automobilstandort Sachsen wunderbar ergänzen. Die Ankündigung der Investoren spricht für deren Stärke und Innovationskraft“, wie er sagte. Eine Nachricht, mit der er seinem Brandenburger Amtskollegen Albrecht Gerber zwar etwas die Show stahl, aber nicht die ganze Veranstaltung. Denn die lag schließlich in Händen der Gewerkschafter beider Bundesländer, die seit 1995 ein gemeinsames Feld beackern und nun langsam auch ernten wollen. Die Grenzbäume zwischen Sachsen und Brandenburg sollen im Wirtschaftsraum Lausitz endlich auch real fallen. „An Ideen und Initiativen hat über die Jahre hinweg kein Mangel geherrscht, jetzt wird es Zeit sie zu bündeln.

Ein abgestimmtes Management aus Wirtschaftsregion, Lausitzrunde, Regionalplanung und Innovationsregion muss her“, wünscht sich die sächsische DGB-Chefin Iris Kloppich. Ihr Wunsch könnte eher in Erfüllung gehen, als sie ahnt, denn Städte und Gemeinden diesseits und jenseits des regionalen Job-Äquators gehen mit der noch recht jungen „Wirtschaftsregion Lausitz GmbH“ bereits seit 2016 schwanger. Das Baby strampelt also längst. Wenngleich noch nicht alle Formalitäten geklärt sind, wozu auch die „Windeln“ gehören (Gesellschaftervereinbarungen), könnte der länderübergreifende Verbund bereits am 1. Juli (arbeitsfähig) an den Start gehen, war zu hören. 

Ein Wunderkind?

In welcher Region das „Wirtschaftswunderkind“ aufwachsen soll, steht übrigens schon länger fest. Zunächst sind die Landkreise Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster, Dahme-Spreewald, Bautzen, Görlitz und die (noch) kreisfreie Stadt Cottbus dabei. Gerechnet wird mit einem Gesellschaftergremium von rund 28 Mitspracheberechtigten. Bei Skeptikern des Vorhabens hat diese Zahl schon Unbehagen ausgelöst, allein weil sie denen stark  nach „Brexit“ klingt. Auch die Bundesländer selbst, sollen an der neuen Gesellschaft beteiligt werden.  

Hintergründe

Unsere Jugendredaktion hat sich mit den zahlreichen Initiativen der letzten Jahre zum Thema „Bündelung von Potenzialen“ intensiv beschäftigt. 

Bernd Witscherkowsky            

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