Henry Gbureck

Alles dreht sich nur um Kohle

Südbrandenburg. Filmemacher aus Hoywoy präsentieren sich bei 10. Cottbuser Filmschau im Rahmen des Filmfestivals

Die Filmstadt Cottbus steuert auf ihren jährlichen Höhepunkt zu: vom 6. bis 11. November wird zum mittlerweile 22. FilmFestival in die Lausitzmetropole eingeladen. Als Auftakt für die Festwoche feiert die "Cottbuser Filmschau" ein kleines Jubiläum. Zum zehnten Mal haben ambitionierte Hobby- und Freizeitfilmer aus der Lausitz die Möglichkeit, ihre Arbeiten einem großen Publikum zu präsentieren. Wir konnten zwei Teilnehmern beim Filmen über die Schulter schauen: Andreas Seidel und Roman Pohling aus Hoyerswerda

Cottbus/Hoyerswerda. Für die Augen eines Normalsterblichen ist es einfach: ein Indianer läuft durch die Neustadt Hoyerswerdas, vorbei an Blöcken, Wiesen, Parks, besucht den Markt auf dem Lausitzer Platz und reitet fast auf einem Pferd in den Sonnenuntergang. Doch hinter dem siebenminütigen Film, der das Filmfest der KulturFabrik Hoyerswerda gewann, steckt einiges mehr.Aus einem Zufall heraus entstand ein kleiner experimenteller Streifen der Hobby-Filmer Andreas Seidel und Roman Pohling. Sie hatten bereits im Jahr 2011 den Film "Der Rollator" gedreht, welcher aufgrund von Urheberrechts-Problemen auf der Internetplattform Youtube gesperrt wurde. Nun wagten sich die beiden an ihr nächstes Werk, welches vom Stadtarchitekten Siegfried Wagner angeregt wurde. Dieser unterhielt sich mit Andreas Seidel, wobei sie auf das Thema sozialistische Architektur in der Neustadt Hoyerswerdas zu sprechen kamen. Und so begann ein philosophischer Ansatz, wie man ihn wohl kaum erwartet hätte: zwischen den hohen Blocks stellt man den Indianer als Individuum dar, der im Vergleich zu den hohen Häusern und weiten, offenen Flächen geradezu winzig und nichtig wirkt.Doch was hat der Titel "Diktatur der Kohle" mit einem Indianer zu tun?"Dies ist wohl eher als Wortspiel zu sehen. Ursprünglich baute man Hoyerswerda, um die umliegende Kohle besser fördern zu können. Die sächsische Stadt sollte die zweite sozialistische Musterstadt nach Eisenhüttenstadt werden", so Filmemacher Andreas Seidel. Mit der Aufgabe, diese Stadt zu konstruieren, wurde einst Siegfried Wagner beauftragt. Dieser jedoch hatte seine ganz eigenen Ideen im Kopf. Doch es mangelte, wie so oft in der ehemaligen DDR, an der "Kohle" - im finanziellen Sinne. Dadurch wurde die Neustadt komplett sozialistisch gebaut. Dies war zu jener Zeit natürlich trotzdem eine unheimliche Erleichterung für die Bewohner der Altbauten, die den neuen Luxus und das Gefühl der Gemeinschaft genossen - Fernheizung inklusive. Außerdem dreht es sich auch im Wendepunkt des Videos um "Kohle". Zuvor läuft der Indianer, gespielt von Andreas, vollkommen allein durch die menschenleere Stadt. Dann wird sanft auf den Markt übergeblendet, auf dem reges Treiben herrscht. Hier wird gehandelt - mit Geld natürlich."Hierbei ist anzumerken, dass sämtliche Personen auf dem Markt keine Schauspieler sind, sondern dass das Desinteresse der doch eher älteren Marktgänger dem Indianer gegenüber erstaunlicherweise echt ist", so der Filmemacher.Auch das Ende des Films deutet auf die Ursprungsidee der beiden Hobby-Künstler hin. Der letzte Halt des Indianers ist genau der Block, in dem die KulturFabrik ein Projekt mit dem Titel "AusZeit - Nachdenken über H." veranstaltet hat. Denn dafür war der Film ja auch gedreht worden. Nach dem Sieg haben Andreas und Roman nun in Cottbus ihren Streifen bei der zehnten Filmschau im Rahmen des FilmFestival Cottbus eingereicht. Diese bildet am Montag, den 5. November, um 19 Uhr im Weltspiegel Cottbus den beliebten Auftakt in die Festivalwoche.Hintergrund: Das 22. Cottbuser Filmfestival ist auch in diesem Jahr wieder ein Schaufenster für die osteuropäische Filmlandschaft. Vom 6. bis 11. November werden rund 150 Filme aus mehr als 30 Ländern gezeigt. Eröffnet wird die Filmschau am Dienstag, 6. November, traditionell im Cottbuser Staatstheater. Eröffnungsfilm ist der Film "Final Cut" vom ungarischen Regisseur Gyorgy Pálfi. Tickets im VVK gibt es u.a. beim WochenKurier, alle Informationen unterwww.filmfestival-cottbus.deNicki Mudra,Jan Hornhauer

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Kein Berufsverbot für Pflegekräfte im Landkreis Bautzen

Bautzen. Am Montagabend 24. Januar) versammelten sich wieder zahlreiche Demonstranten in der Bautzener Innenstadt, die gegen die Corona-Maßnahmen protestierten. So lief eine größere Gruppe von bis zu 2.000 Menschen vom Fleischmarkt in Richtung Bahnhofstraße. Sie hielten schließlich vor dem Bautzener Landratsamt. „Es wird kein Berufs- und Betretungsverbot für Pflegekräfte und medizinisches Personal geben.“ Dabei trat der Vize-Landrat Udo Witschas in Erscheinung und sprach zu den Demonstranten. Auf die Frage, wie denn die Kreisbehörde nach dem 15. März mit ungeimpften Pflegepersonal umgehen werde, antworte Witschas emotional: „Wenn Sie mich fragen, was das Bautzener Gesundheitsamt machen wird, ab dem 16. März, dann werden wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im medizinischen oder pflegerischen Bereich kein Berufs- oder Betretungsverbot erteilen“ und ergänzt weiter: „Wer soll sich um die Pflegebedürftigen kümmern, wenn die Mitarbeiter nicht mehr da sind“, so der CDU-Politiker. Gesundheitsämter vor einer Zwangssituation bewahren Auch der Landrat Michael Harig (CDU) findet, dass die Impfpflicht für medizinisches und pflegerisches Personal aufgehoben werden sollte. In einem Brief wandte sich Harig an den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), der wiederum auf Bundeseben für eine gesetzliche Änderung werben solle. Der Landrat möchte keinesfalls die Impfung in Frage stellen, aber es gehe ihm um die Versorgungssicherheit im Landkreis Bautzen: „Gesetzliche Regelungen sollten nur dann getroffen werden, wenn deren Umsetzung machbar und damit verbundene Ziele erreichbar sind. Beides ist nicht gegeben", so der Landrat. Hinweis: Aufgrund technischer Probleme können gegenwärtig leider keine Fotos angezeigt werden. Wir bitten um Verständnis. Am Montagabend 24. Januar) versammelten sich wieder zahlreiche Demonstranten in der Bautzener Innenstadt, die gegen die Corona-Maßnahmen protestierten. So lief eine größere Gruppe von bis zu 2.000 Menschen vom Fleischmarkt in Richtung Bahnhofstraße.…

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