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Benefits für Mitarbeiter: Damit ködern Unternehmen Fachkräfte

Fachkräftemangel und hohe Fluktuationsraten sorgen in vielen Branchen für Frustration. Daher spielt die Mitarbeitergewinnung und -bindung für Unternehmen eine immer größere Rolle. Das Gehalt ist dabei nur ein Argument – ebenso wichtig sind Benefits, die bei den Angestellten für Zufriedenheit sorgen und zu einer stärkeren Verbundenheit mit dem Arbeitgeber führen.

Studie: Unternehmen punkten mit „weichen“ Faktoren

Das Gehalt ist für Arbeitnehmer das entscheidende Kriterium? Mitnichten, ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Danach sind die Angestellten zufriedener, engagierter und weniger wechselwillig, wenn ihr Arbeitgeber mit sogenannten „weichen“ Faktoren punktet – also freiwilligen betrieblichen Zusatzleistungen. Hintergrund sind die zunehmenden körperlichen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz: Termindruck, die zunehmende Komplexität der Aufgaben und Multitasking setzen den Arbeitnehmern immer mehr zu, sodass viele Unternehmen mit zusätzlichen Angeboten entgegensteuern, die für einen Ausgleich sorgen sollen. Doch was verbirgt sich genau hinter diesen „weichen“ Faktoren?

Kostenlose Getränke, Schulungen, Gesundheitsprogramme

Zum Standard in vielen Branchen gehören mittlerweile materielle Annehmlichkeiten wie kostenloser Kaffee und Tee oder auch Snacks wie frisches Obst. Ebenso bieten viele Unternehmen eine betriebliche Altersvorsorge an oder Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr. Wer nah am Arbeitsplatz wohnt, bekommt von einigen Arbeitgebern alternativ ein Dienstfahrrad zur Verfügung gestellt. Bereits bei der Mehrzahl der Unternehmen gehört es zum guten Ton, ihren Angestellten Smartphones, Tablets oder Notebooks zur Verfügung zu stellen. Diese sind dann in vielen Fällen auch zur privaten Nutzung gedacht. Das ergab unter anderem eine Bitkom-Umfrage unter 856 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen aus dem Januar 2020.

Doch auch immaterielle Angebote wie etwa eine aktive Pausengestaltung, Betriebssport oder Gesundheitsprogramme sind für Mitarbeiter wesentliche Faktoren, die über die Attraktivität eines Arbeitgebers entscheiden. Schulungen zur persönlichen Weiterentwicklung und regelmäßige Feedbackgespräche gehören ebenfalls dazu. Bereits weitgehend etabliert sind flexible Arbeitszeiten. So ergab die Bitkom-Umfrage, dass 71 Prozent der Befragten ihren Beschäftigten Gleitzeitarbeit ermöglichen und 46 Prozent auf Vertrauensarbeitszeit setzen.

Vor allem junge Unternehmen aus Digitalbranchen wie der IT oder dem E-Commerce aber auch Firmen aus dem Finanzwesen stellen für die Umsetzung von Benefits vermehrt Feelgood-Manager ein, die interne Kommunikation und Arbeitsprozesse verbessern sowie das Wir-Gefühl durch Gemeinschaftserlebnisse stärken sollen – und darüber hinaus die Identifikation mit dem Unternehmen erhöhen.

Von Google & Co. lernen

Vorreiter sind in dieser Hinsicht sicherlich die großen Digitalunternehmen wie Google, Facebook und Co. Bei Google gehören beispielsweise Fitnesscenter, Massagen, diverse kostenlose Snackbars und Kantinen zur Grundausstattung. Die Weiterbildungsmöglichkeiten reichen von Sprach- über Kochkursen bis hin zum Musikunterricht. Und flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice waren hier schon vor Corona etabliert.

Doch auch Unternehmen aus der Finanzbranche bieten immer öfter freiwillige betriebliche Zusatzleistungen an, um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Die tecis Finanzdienstleistungen AG punktet beispielsweise gleich mit mehreren „weichen“ Faktoren wie einem Mitarbeiterrestaurant, Kinderbetreuung und einem Gesundheitsangebot.