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Diese Galopp-Saison war zum Abhaken

Schmidtis ZEITLUPE

Schmidtis Overtime. Die WochenKurier-Kolumne von Thomas Schmidt

 Saisonbilanzen fallen 2020 anders aus als je zuvor. Auch die Dresdner Galopper finden das Jahr »einfach nur zum Abhaken«, wie es Rennvereins-Präsident Michael Becker formulierte. Sechs Renntage fanden in Seidnitz statt – die ersten beiden im Mai gänzlich ohne Besucher und Stimmung. Die Dresdner waren der erste Veranstalter in Deutschland, der danach wenigstens den Zutritt für die Besitzer der Pferde durchsetzte. Im September endlich ein Renntag, an dem 2.609 Zuschauer auf der historischen Anlage in Seidnitz zugelassen waren. Doch ausgerechnet der fiel buchstäblich ins Wasser: Abbruch nach tagelangem Dauerregen, der das Geläuf in eine Seenlandschaft verwandelt hatte.

Doch es gibt auch positive Aspekte. Die meisten Sponsoren hielten trotz eigener Probleme wegen der Corona-Beschränkungen die Treue. Und mit Dresden Fernsehen wurde eine Kooperation vereinbart und drei Renntage live übertragen. Mit dem Effekt, dass der Umsatz bei Online-Wetten in die Höhe schnellte. Erstmals in der Geschichte wurde die 300.000-Euro-Marke geknackt. Bis zu 15 Prozent bleiben davon in der Vereins-Kasse hängen – mehr als ein Ausgleich für die fehlenden Zuschauer-Einnahmen.

Beim Saison-Halali fiel der Umsatz wieder auf knapp 130.000 Euro zurück, weil der halbjährige Solidarpakt mit den Buchmachern ausgelaufen war. Die hatten sich verpflichtet, jede Wette in den Rennvereins-Totalisator zu vermitteln. Ab 16. November machten sie wieder auf eigene Kasse. Abgehakt! Auf ein Neues am 8. Mai 2021 – hoffentlich vor vollen Tribünen und mit richtig Stimmung.

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