André Schramm

Wilsdruff: Funkturm fällt am Sonntag

Die Tage des Funkturms in Wilsdruff sind gezählt: Am Sonntagmorgen soll die 153 Meter hohe Antenne gesprengt werden. Teile des Wilsdruffer Wahrzeichens gehen an den Verein, der die letzten Jahre um den Erhalt der Anlage gekämpft hatte.
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Der Funkturm wird am Sonntag gesprengt. Foto: Schramm

Der Funkturm wird am Sonntag gesprengt. Foto: Schramm

Der Sendemast in Wilsdruff wird am kommenden Sonntag, 1. August, gesprengt. Das hat der Eigentümer, die Media Broadcast mit Sitz in Köln, mitgeteilt. "Die organisatorischen und baulichen Vorbereitungen für den Rückbau werden in Kürze abgeschlossen sein", erklärte ein Sprecher.  Die Zündung soll voraussichtlich gegen 9.45 Uhr erfolgen. Dazu soll ein Sperrbereich mit einem Radius von 300 Metern um den Sendemast eingerichtet werden. Auch die A4 muss zeitweise gesperrt werden. Unterhaltskosten zu hoch Der Mittelwellen-Sendemast wurde 1953 errichtet. 2013 wurde der Sendebetrieb eingestellt. "Der Unterhalt der Anlage verursacht jährlich nicht gedeckte Kosten in sechsstelliger Höhe. Media Broadcast hat seit Anfang 2019 allen Interessierten mitgeteilt, dass man nach Vorlage eines tragfähigen alternativen Nutzungskonzeptes bereit wäre, über einen Verkauf zu sprechen", teilte der Eigentümer mit. Bedingung war jedoch, dass ein Käufer die Kaution, die für die Kosten eines späteren Rückbaus beim Eigentümer des Grundstücks hinterlegt worden ist – 350.000 Euro – hätte aufbringen müssen. Dazu war niemand in der Lage. Hinzu kamen die schwierigen Eigentumsverhältnisse am Standort. Das Areal, auf dem der Mast steht, ist in privater Hand. Der Sockel gehört der Deutschen Funkturm GmbH. Verein bekommt Antennenteile In den letzten Jahren hatte insbesondere der Förderverein "Funkturm Wilsdruff" um den Erhalt der Anlage gekämpft. Der Verein soll nun ein Stück der Antenne bekommen. Vielleicht gibt es bald ein Denkmal in Wilsdruff. Dann allerdings in viel kleinerer Dimension.