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„Politik muss erklärbar sein!“

Neujahrsempfang des Landrates gab den Gästen viele Fragen zum Nachdenken mit
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Steffen Pilz , Jens Gladrow,  Laudatoren Kati Hille, Heiko Weigel und Eberhard Rösch (unten v. li.. Dieter Gaudig,  Rolf Heinemann, Landrat Michael Geisler und Kurt Woyack (oben v. li.) mit ihren Bürgerpreisen.         Foto: LRA

Steffen Pilz , Jens Gladrow, Laudatoren Kati Hille, Heiko Weigel und Eberhard Rösch (unten v. li.. Dieter Gaudig, Rolf Heinemann, Landrat Michael Geisler und Kurt Woyack (oben v. li.) mit ihren Bürgerpreisen. Foto: LRA

Alles war eine Nummer kleiner  diesmal im Kreistagssaal auf Schloss Sonnenstein – weniger Gäste aber eine zauberhafte musikalische Begleitung durch das  Streichquartett der Elbland Philharmonie Sachsen. In der Turnhalle des Berufsschulzenzentrums, wo der Empfang sonst stattfand, sind Flüchtlinge untergebracht. Landrat Michael Geisler versuchte unsere  unruhige Zeit in der wir leben, zu reflektieren. „Wer sind wir? Eine Vielzahl von Ich’s, mal größer, mal kleiner.  Manche Gruppen glauben, dass sie mit ihrem Wir alle repräsentieren.  80 Millionen sind wir in Deutschland, vier Millionen in Sachsen. Und einige Tausend in Sachsen meinen, sie repräsentieren Deutschland“, kam der Landrat auch auf die aktuellen Probleme zu sprechen. Dabei  vermied er, bewusst Begriffe wie Flüchtlinge oder Asylbewerber ständig zu strapazieren.  Aber er stellte wichtige Fragen; Wie wollen wir miteinander umgehen? Wie soll unsere Gesellschaft morgen und übermorgen aussehen? Die Ereignisse und Erlebnisse machten ihn derzeit betroffen, dabei ginge es uns  zu keiner Zeit besser, als jetzt. Nie wurde so viel investiert wie heute. Der Landkreis habe die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren. „Aber dennoch sagen viele, sie fühlten sich wie 1989, nicht mit genommen und von der Politik nicht ernst genommen“, so Michael Geisler und er fügt hinzu: „Ich fühle mich  wie auf einer Geisterfahrt, wenn ein ICE in einen Tunnel rast, wo keiner weiß, wie lang der ist und was danach kommt. Ich weiß es auch nicht!“  Aber  alle müssten dafür sorgen, dass Konflikte nicht auf der Straße ausgetragen werden. Die, die zu uns kommen, müssten mitgenommen, eingeschlossen werden. „Da kann sich keiner  ausnehmen, auch Frau Merkel nicht! Und wir dürfen den Flüchtlingen nichts versprechen, was wir nicht halten können. Politik muss erklärbar sein, für die Menschen“, forderte der Landrat und er dankte ausdrücklich allen, die uneigennützig geholfen haben und helfen, die Probleme zu lösen. Und noch einen Rat gab Michael Geisler den Gästen mit auf den Weg: „Lassen sie sich nicht von Facebook und Twitter vereinnahmen. In der analogen Welt geht die Sonne immer wieder auf!“  Einer schönen Tradition folgend wurden im Anschluss die Bürgerpreise  des Landkreises  an Bürger für herausragende Leistungen vergeben. Geehrt wurden Steffen Pilz, Lars Gladrow und Carsten Reuer für ihr Engagement im Katastrophenschutzzug des Landkreises, Dieter Gaudig für sein Wirken als Wanderwegewart in Liebstadt, Rolf Heinemann für seine Verdienste um den Vereinssport und Kurt Woyack  für seine Arbeit als Ortschronist von Dohna. Das Treffen klang in der Cafeteria  aus.            (caw)  


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