Birgit Branczeisz/ck

Felsenbühne wird mit zweitägiger Gala eröffnet

Rathen. Die Felsenbühnen-Festspiele in Rathen sind nicht nur ein Name, sondern auch ein Programm für alle Sinne.

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Eine rauschende Gala über zwei Tage soll es am 5. und 6. Juni werden. Nach zwei Jahren Bauzeit hat der Freistaat Musikern und Schauspielern die romantischste aller Bühnen zurückgegeben – und die haben seit 1. April mit Enthusiasmus eingeräumt und geprobt. Manchmal sind zwar die Handwerker noch mit Brettern durch die Proben gelaufen, gestört hat das aber keinen. »Wir sind fertig!«, jubelt Artemis Willms, kaufmännische Geschäftsführerin. Das Lampenfieber steigt, nicht umsonst zählen die Landesbühnen auf ihrer Homepage den Countdown bis zu den Felsenbühnen-Festspielen.

 

Eröffnung der Superlative

 

An dieser Eröffnung ist nichts üblich, die Superlative beginnen schon mit der Gästeliste: Der Ministerpräsident eröffnet die Bühne selbst, Aschenbrödel aus Moritzburg kommt, das Landgestüt mit Pferden, die Sächsische Weinkönigin gibt sich die Ehre und natürlich präsentiert die Elblandphilharmonie Ausschnitte aus jeder Produktion – wie »Der Fliegende Holländer« oder das Musical »West Side Story«. Und weil die Felsenbühne ohne den »Freischütz« undenkbar ist, darf der musikalische Rückblick in die Geschichte natürlich nicht fehlen.

Premieren gibt es mit »Pettersson und Findus« für die ganze Familie, »Carmina Burana«, »Jedermann«, Tom Pauls in »Das kalte Herz« – nicht ganz so gruselig wie gewohnt, sondern eher auf die Feinheit der Verführung setzend, wie Peter Kube andeutet – und der ebenfalls schaurig schöne »Fliegende Holländer«. Beide wie gemacht für eine Musik, die gewaltig durch den Grund klingt.

 

Verbesserung an allen Ecken

 

Apropos, der Klang ist durch die neue Orchestermuschel deutlich besser, verspricht Objektleiter Andreas Gärtner. Sein Part steht gerade genauso im Licht der Öffentlichkeit wie der der Künstler. Nicht nur die Bänke sind »viel bequemer als vorher!«, wie eine Besucherin zum Tag der offenen Tür begeistert ausrief. Nein, der wunderbare Backstage-Bereich entpuppt sich als hochmoderner Funktionsbau, der sich geschickt in die Felsen-Landschaft schmiegt. Von der Bastei ist die aufgestockte Etage nicht zu sehen, sie verdoppelt jedoch die Fläche für Garderoben, Requisite, Proben- und Schminkraum sowie Gastronomie auf 1.015 Quadratmeter – mit allem, was eine moderne Bühne braucht. Verwendet wurde Lärchenholz aus dem Tharandter Forst, die Dächer sind begrünt, die Bühne ist wesentlich größer als vorher und mit speziellem Reitsand ausgestattet. Über die Sandstein-Treppe wurde für diese Saison eine Holztreppe gezimmert, auf der – mit Geländern – die Darsteller des Musicals »West Side Story« wirbeln, dann wieder das Holländerschiff anlandet oder aber Baumstämme im Schwarzwald des Holländer-Michels lagern.

Das Orchester ist gut zu sehen in der überdachten Muschel und nicht nur das – die Musiker haben Outchair-Wärmekissen im Rücken. In der nächsten Saison kommt noch das neue Hubpodium – um jemanden verschwinden oder plötzlich in der Szene auftauchen zu lassen.

 

Genuss auch für den Gaumen

 

Genießen ist auch bei Kerstin Dreißigacker und Stefan Ficker oberstes An-Gebot. Die beiden sorgen fürs leibliche Wohl – und das urig und frisch. »Felsen-Burger« und »Sandstein-Bemme« heißen ihre Kreationen und »Amselsee-Limo« mit Waldmeister, Minze und Zitrone – so viel sei verraten. Natürlich gibt es auch den Klassiker Bratwurst, dazu Brezel oder Popcorn. Das Bier ist Meißner Schwerter-Bräu.

Für ganz verwöhnte Gaumen kreiert Sternekoch Mario Pattis zu jeder Premiere ein eigenes Gericht und er wird ab und an selbst vor Ort zu sehen sein. Das Festival der Sinne kann beginnen.

 

Weitere Infos zu einem der schönsten OpenAir-Naturtheaters Europas gibt's hier: https://www.landesbuehnen-sachsen.de/felsenbuehne-rathen/