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Endlich: Ein Weihnachtsmarkt für Senioren

Dohna. Für betagte Menschen ist ein Weihnachtsmarktbesuch oftmals unmöglich. In Dohna kommt der Markt nun zu den Senioren. Das gabs noch nie.

Im »Johanniterdorf« laufen die Vorbereitungen für den ersten »Johanniter Weihnachtsmarkt« seit Wochen auf Hochtouren. Die Idee dazu entstand vor einiger Zeit in der hiesigen Rettungswache. »Wir haben uns viel mit älteren Menschen unterhalten und immer wieder erfahren, dass sie gern einmal einen Weihnachtsmarkt besuchen würden, selbst aber keine Möglichkeit haben«, sagt Notfallsanitäter Udo Hornhauer mit Blick auf die Mobilität vieler Bewohner im Umfeld.

Unmittelbar an der Stadtgrenze zwischen Dohna und Heidenau haben mehrere Hundert Senioren ihr Zuhause, entweder in Pflegeheimen oder im Betreuten Wohnen. »Eine Busverbindung zum Heidenauer Weihnachtsmarkt gibt es nicht, und ein Fußmarsch mit dem Rollator – das will nun wirklich keiner«, erzählt Hornhauer weiter.

Die Idee fand schnell viele Freunde, nicht nur in Johanniterkreisen. Und so wird am 1. und 2. Dezember zum vorweihnachtlichen Treiben in die Parkanlage des Pflegeheims (Zugang über  Beethoven- bzw. Burgstraße) geladen. »Wir haben Glühweinbuden, Waffelstände, Selbstgebasteltes, Holzkunst aus dem Erzgebirge und vieles mehr«, erzählt der Notfallsanitäter weiter. Insgesamt, so sagt er, soll es kein Kommerz-, sondern ein sehr ursprünglicher Weihnachtsmarkt werden. Selbstgebaute Lichterflaschen und umfunktionierte Europaletten dienen als Schmuck. Von der Hoflößnitz (Radebeul) werden sich Figuren für einen Märchenwald geborgt. An Live-Musik, ein beheiztes Zelt und Geschichtenerzähler wurde auch gedacht.

»Natürlich dürfen nicht nur Senioren dabei sein. Wir freuen uns über jeden Gast, egal wie alt er ist«, sagt Danilo Schulz, Sprecher der Johanniter. Denn nebenbei verfolgt der Weihnachtsmarkt noch einen guten Zweck, genau genommen sind es zwei.

»Mit einem Teil aus dem Verkaufserlös wollen wir das spendenfinanzierte neue Trauerzentrum Lacrima in Dresden unterstützen«, so Schulz. Ende Oktober wird die Einrichtung in Leuben eröffnet. Kinder und Jugendliche, auch aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, können hier in einem  geschützten Raum trauern und ihre Erfahrungen untereinander austauschen.
Daneben soll auch Geld gesammelt werden für die kleine Nele. Das Frühchen aus Heidenau leidet seit der Geburt an einer Muskeltonus-Störung und braucht dringend eine Delphin-Therapie. Die Johanniter kündigten außerdem an, einen Shuttle-Service organisieren zu wollen.

Der Johanniter-Weihnachtsmarkt hat am Samstag von 14 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

 

 

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