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Tschechiens Grenze wieder offen

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Seit 5. Juni ist die Grenze nach Tschechien wieder vollständig offen. Reiseverkehr ist ohne Auflagen möglich.

Nun endlich dürfen wir wieder in unser Nachbarland Tschechien reisen. Im März hatte die Tschechische Republik ihre Grenzen im Zuge der Corona-Pandemie dicht gemacht. Für tschechische Berufspendler gab es aber schon wenig später Ausnahmeregelungen. Ab dem 11. Mai wurden die Grenzübergänge für Pendler aus Tschechien wieder geöffnet. Dabei mussten die Arbeitskräfte aus unserem Nachbarland alle 30 Tage einen gültigen Corona-Test vorlegen.

Jetzt darf auch wieder günstig getankt, eingekauft und gegessen werden – und das auch ohne Corona-Test. Auf einer Sondersitzung in Prag entschied das tschechische Kabinett, dass die Grenze schon Freitagmittag, den 5. Juni, geöffnet wird. Ministerpräsident Andrej Babiš ließ verlauten, dass man wieder zur Normalität zurückkehren wolle und es gut sei, wenn Touristen wieder Geld ins Land bringen würden. Die Grenzregionen leben vom Fremdenverkehr, besonders aus Deutschland.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bedankte sich schon kurz nach der Verkündung über Twitter: »Danke an die tschechischen Freunde für die Grenzöffnung. Deutschland muss jetzt Reisebeschränkungen aufheben. Es gibt keinen triftigeren Grund für die Einreise nach Deutschland als die Tatsache, dass wir freie EU-Bürger sind.« Bundeskanzlerin Merkel (CDU) wollte die Grenzöffnung eigentlich noch ein wenig verzögern. Tschechische Staatsbürger dürfen auch erst wieder ab 15. Juni ohne triftigen Grund nach Deutschland reisen.

Wirtschaft erleichtert

Die Grenzschließung hatte für Sachsen weitreichende Folgen. In vielen systemrelevanten Berufen, besonders im medizinischen Bereich, arbeiten seit Jahren zahlreiche Tschechen. Da zudem die Nachbarländer wirtschaftlich eng verflochten sind, war die Grenzschließung schädlich für beide Seiten. Auch leben mittlerweile viele Tschechen in Deutschland und umgekehrt viele Deutsche in Tschechien. Die Corona-Maßnahmen schränkten damit auch die EU-Freizügigkeit grundlegend ein.

Bernard Bauer, geschäftsführender Vorstand der Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer sagt: »Es war jetzt dringend notwendig, die Grenzen zügig, pragmatisch und unbürokratisch zu öffnen. Wir bekommen immer noch Anfragen von verunsicherten Unternehmen, ob und mit welchen Auflagen sie ihre Dienstleistung im anderen Land erbringen können. Vergessen wir nicht: Im Export, im Import und beim Tourismus sind Tschechien und Deutschland mit die engsten Wirtschaftspartner in Europa. Das braucht offene Grenzen!«

Grenz-Bürgermeister froh

Auch der Bürgermeister der Stadt Altenberg, Thomas Kirsten, ist erleichtert über die Grenzöffnung: »Für unseren Wirtschaftraum ist es von nicht zu unterschätzender Bedeutung, dass die Grenze zwischen Sachsen und Böhmen offen ist. Einige Unternehmen aus unserer Region lassen in Böhmen produzieren, viele Arbeitskräfte aus Tschechien arbeiten in unserer Stadt, nicht nur im Pflegedienst, sondern auch im medizinischen Dienst, in der Gastronomie und Hotellerie, in Geschäften und Discountern und auch bei der Stadt Altenberg.« Nach der Grenzschließung mussten ständig Corona-Tests durchgeführt werden, die selbst finanziert werden mussten. Später übernahm der Landkreis 50 Prozent der Kosten.

Unmittelbar am Grenzübergang von Sebnitz nach Dolni Postevna trafen sich Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) und Amtskollege Robert Holec und öffneten die Grenze symbolisch. »Vielen Dank an alle, die sich für die Grenzöffnung stark gemacht haben. Hoffen wir, dass es bei dieser einmaligen Schließung bleibt«, so Mike Ruckh optimistisch. Auch die Tschechisch-Deutsche Nationalparkbahn zwischen Rumburk, Sebnitz, Bad Schandau und Decín nahm bereits am 6. Juni den Betrieb innerhalb Deutschlands wieder auf. Grenzüberschreitend wird am 15. Juni nachgezogen.

Andrang schon vor Öffnung

»Am Freitagmittag bildeten sich schon halb 12 Schlangen vorm Grenzübergang nach Petrovice. Auch am Wochenende drängten sich etliche Autos auf die tschechische Seite«, sagt Marcel Hippel aus dem Grenzort Hellendorf. Benzin und Zigaretten waren dabei jetzt schon wieder begehrte Waren aus unserem Nachbarland.

Roberto Rink

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