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Steinmetz begeistert mit "Liedern vom Wolgastrand"

Sachsen. Ronny Weiland, der als Nachfolger des legendären Ivan Rebroff gefeiert wird, ist wieder auf großer Tournee. Am 20. Februar gastiert er mit seiner Live-Show »Lieder vom Wolgastrand« in der Sebnitzer Stadthalle.

Seit Anfang Januar dient Ronny Weiland (44) sein Zuhause im thüringischen Apolda nur noch als Zwischenstation. Denn er hat einen dicken Reiseplan: Seine aktuelle Konzert-Tour »Lieder vom Wolgastrand« führt ihn in 29 deutsche Städte, wo er von den Fans sehnlichst erwartet wird.

Aber was macht eigentlich die Beliebtheit des bärtigen Bassisten aus? Weiland singt mit bärenstarker Stimme, plaudert mit Geist und stiefelt in schwarzer, mit Goldknöpfen besetzter Kosaken-Uniform oder in mit Stickereinen verzierter Folklorebluse über die Bühne. »Mein Outfit«, verrät er, ließ ich mir extra im Deutschen Nationaltheater in Weimar von einer russischen Kostümbildnerin maßschneidern. Schließlich soll ja alles echt aussehen.«

Steile Karriere

Selbst der 2008 verstorbene Ivan Rebroff, der mit bürgerlichem Namen Hans Rolf Rippert hieß und in Berlin-Spandau geboren wurde, betrachtete den gelernten Steinmetzmeister aus der Glockenstadt als legitimen Nachfolger und prophezeite ihm eine große Karriere. Er sollte Recht behalten: Bereits 2004, ein knappes Jahr nach seinem ersten Gesangsversuch auf der Geburtstagsfete eines Freundes, singt Ronny bei einem Kirchenkonzert mit den berühmten »Original Wolgakosaken«.

Inzwischen veröffentlichte er drei Alben, siegte 2007 als Milchmann Tevje aus dem Musical »Anatevka« beim Bundeswettbewerb »Superstar der Volksmusik«, ging mit den Volksmusik-Legenden Marianne & Michael, Stefanie Hertel oder Stefan Mross auf Tour und war Gast in TV-Sendungen wie »Immer wieder sonntags«, »Musikantenstadl« oder »Krone der Volksmusik«. Das Repertoire des vielseitigen Künstlers umfasst inzwischen auch Schlager, Klassik und Musical.

Musste sich Weiland die unglaublich tiefe Stimme antrainieren? »Nein, laut meines HNO-Arztes verdanke ich sie meinen ungewöhnlich großen Stimmlippen.«

Russische Seele

Woher kommt der Faible für Russland? »Mir liegt die vokalreiche Sprache, die diese mystischen, teils schwermütigen Lieder besonders in Kirchen fantastisch zum Klingen bringt. In der DDR hatten wir als Schulkinder Russischunterricht, dazu gehörte auch der  Kontakt zu den damals in Kasernen stationierten Soldaten. Diese Treffen waren stets von Herzlichkeit und Wärme geprägt. Außerdem faszinierten mich die russischen Märchenfilme von der Hexe Baba Jaga oder Großväterchen Frost.«

Blick in die Zukunft

Zu Kopf gestiegen ist Ronny seine Popularität nicht. Trotzdem hat er einen Traum: »Ich wünsche mir eine eigene TV-Show!« Gern würde der singende Steinmetz auch einmal in der Dresdner Frauenkirche singen, an deren Fassade er sich bereits mit seinem Meisterstück – einem 2,63 mal 64 cm großen Sandsteinkoloss – verewigt hat. Es wurde als sogenanntes Widerlager eines Rundfensters in 33 Metern Höhe im Treppenturm G03 eingebaut.

Vielleicht bringt Ronny sogar seinen Sohn Noel (5) mit, der musikalisch in Papas Fußstapfen treten will. »Ich hätte nichts dagegen«, lacht Ronny. »Er ist schon ein famoser Akkordeonspieler und es macht ihm Spaß, meine russischen Lieder nachzusingen.«

Hans Jancke

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