Carmen Wolodtschenko

Rechten Parolen Solidarität entgegengesetzt

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Viele Pirnaer beteiligten sich an Spendenaktion für Asylbewerber

Der DGB Dresden-Oberes Elbtal unterstützt  Protest- und Solidaritätsaktionen regionaler Netzwerke gegen die NPD. Diese hatte angekündigt, vor Asylbewerberheimen und religiösen Einrichtungen im Rahmen einer Tour Hetzveranstaltungen durchzuführen.                                                                                            Neben Dresden, Riesa und Radebeul war auch Pirna eine Station. Schon im Vorfeld hatte OB Klaus-Peter Hanke  mit einem breiten Bündnis aus Parteien, Vereinen, Verbänden und Gewerkschaften dazu auf gerufen, für die in Pirna und im Landkreis  untergebrachten  Asylbewerber zu spenden. Viele Pirnaer kamen an diesem Freitag zum Dohnaischen Platz, wo die NPD  sich mit Transparenten aufgebaut hatte und ihre Parolen versuchte lautstark zu verkünden. Das gelang nicht so recht, denn ein lautes Pfeifkonzert  schlug ihnen entgegen. Das Aktionsbündnis hatte ein Zelt aufgebaut, wo es Infomaterial zum Thema Asyl gab. Denn oftmals wissen die Menschen nicht, was Asylbewerber sind, warum sie z. B. in Pirna leben und wie sie vor allem leben.  Derzeit gibt es im Landkreis 400 Asylsuchende. Deutschlandweit werden die Asylbewerber  für die Dauer ihres Asylverfahrens den Landkreisen zugeteilt. "Asylsuchende erhalten während dieser Zeit nur eine  Grundausstattung für Unterbringung, Ernährung und Kleidung. Eine Arbeitsaufnahme ist untersagt. Zudem ist es für viele  nur schwer möglich die deutsche Sprache zu erlernen", erläutert Kristin Heinig von der Aktion Zivilcourage. Eben deshalb wurde in Pirna Geld gesammelt, um den Asylbewerbern ganz praktisch zu helfen beim Erlernen der deutschen Sprache. Am Ende kamen 800 Euro zusammen in nur zweieinhalb Stunden.  Und was  noch pikanter war,  dank dieser Aktion und der regen Teilnahme der Pirnaer endete die   Kundgebung der NPD eine Stunde eher als diese angekündigt hatte. OB Klaus-Peter Hanke überreichte  im Rathaus die Spende an die "AG Asylsuchende". Das Geld  wird  in Deutschunterricht und Schulmaterialien  investiert. "Ich freue mich über die große Spendenbereitschaft und die vielfältige Unterstützung aus der  Bürgerschaft", bedankte sich der OB am Schluss.  DGB-Vorsitzender  Ralf Hron hat wohl recht wenn er sagt, "dass  die NPD offensichtlich nicht verstanden hat, dass  Bürger vom rassistischen Wahn die Nase voll haben. In unserer weltoffenen Gesellschaft, die im Übrigen von internationalen Transfers und von globaler Wirtschaft lebt, ist kein Platz für die dummdreisten ausländerfeindlichen Sprüche von Apfel & Co." Für Spenden:   Verein AKuBiZ; Volksbank Pirna, Ktn: 1000 933 180; BLZ: 85060000; Stichwort: Asyl.                   (caw)

Mit Trillerpfeifen und selbst gemalten Plakaten boten die Pirnaer den Rechten ihre Stirn. Foto: Förster

 

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