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Nach Werksunfall: Neustart in Neundorf

Pirna. Knapp fünf Jahre nach der Explosion im Chemiewerk Pirna-Neundorf wird der neue Reaktor schrittweise wieder hochgefahren. Die Sicherheitsvorkehrungen der »P1 Vielstoffanlage« liegen über den gesetzlichen Anforderungen.

Am 1. Dezember 2014 kommt es auf dem Gelände von Schill & Seilacher in Pirna-Neundorf zu einer folgenschweren Explosion. Trümmerteile fliegen durch die Luft, Fenster in der Nachbarschaft gehen zu Bruch. Ein Mitarbeiter stirbt, vier weitere werden verletzt. Schuld an der Katastrophe, so kommt später raus, sei menschschliches Versagen gewesen. Ein zerbeultes Stahlteil mit Inschrift erinnert seither an den tragischen Störfall.  

Zukunft des Werks stand auf der Kippe

Lange Zeit war nicht klar, ob und wie es in Pirna-Neundorf weitergeht. Die Zukunft des Standorts und seiner knapp 150 Arbeitsplätze hing an der Genehmigung für den Wiederaufbau seines Herzstücks. Das Unternehmen bekam zusätzlich Druck aus der Nachbarschaft, die unmittelbar neben der Fabrik beginnt. »Wir mussten das Vertrauen der Genehmigungsbehörden und Nachbarn zurückgewinnen. Zudem gab es in der Unternehmensgruppe nicht wenige Stimmen, die für eine Werksschließung waren«, erinnert sich Dr. Rüdiger Ackermann, Geschäftsführer der Schill & Seilacher Unternehmensgruppe. Am Ende gab es grünes Licht für den Wiederaufbau in modernisierter Form.

Neue Standards in der Industrie gesetzt

Ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept soll Werksunfälle in Zukunft unmöglich machen. »So werden in der P1-Vielstoffanlage nur noch Reaktionen gefahren, deren Energiepotential nicht ausreicht, um eine zerstörerische Explosion hervorzurufen«, sagte Werksleiter Dr. Uwe Dittrich. Auf eine Vielzahl von bisher genutzten Stoffen werde nun verzichtet. Ferner besitzt die Anlage explosionssichere Instrumente. Die wohl auffälligste Neuerung ist die Einhausung des Reaktors, die über Druckableitungsklappen und Fangnetze verfügt. »Mit dem Neubau liegen wir weit über den gesetzlichen Bestimmungen und setzen neue Standards in der Industrie«, erklärte Ackermann. Heiko Weigel, Baubeigeordnete des Landkreises, nannte die Chemieanlage eine der »vielleicht sichersten in Sachsen«. Und wenn sich eines Tages  doch Routine und damit Fehler einschleichen? »Um das zu verhindern, besitzt die Anlage nun einen hohen Automatisierungsgrad«, so Werksleiter Dittrich.  

Eigene Feuerwehr ist kein Thema mehr

In der Vielstoffanlage P1 wird Schill + Seilacher neben Produkten für die Kosmetik und die Verarbeitung von Leder für die Textil- und Faserherstellung sowie Additiven für Gummis und Kunststoffe vor allem zwei Produktgruppen produzieren: Stabilisatoren für Bauschäume und Katalysatoren für die Herstellung von Wärmeisolationspanelen. Weltweit gibt es nur etwa zehn Mitbewerber, allesamt mit Sitz in Niedriglohnländern.

Bis die tatsächliche Produktion (Kapazität: unverändert 10.500 Tonnen pro Jahr) beginnen kann, wird noch eine Weile vergehen. Das Genehmigungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. »Jede einzelne Prozedur muss nun überprüft werden«, sagt Heiko Weigel. Er rechnet mit dem Produktionsstart frühestens in ein paar Monaten. Unterdessen ist auch die Diskussion um eine Werksfeuerwehr vom Tisch. »Insgesamt 18 Mitarbeiter hier am Standort Neundorf sind Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. Im Ernstfall sind die Kameraden von außerhalb in drei bis fünf Minuten vor Ort. Deshalb haben wir eine Betriebsfeuerwehr nach mehreren Gesprächen mit Stadt und Feuerwehr ad acta gelegt«, so der Werksleiter.

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Erfolgreiche Spendenaktion

Hoyerswerda. Die Ende November gestartet Spendenaktion »Spenden statt Böllern« des Hoyerswerdaer Zoos war ein voller Erfolg. Über 200 Tierliebhaber haben insgesamt 24.085 Euro für den Zoo Hoyerswerda gespendet. Das sind über ein Drittel der Einnahmeausfälle von November und Dezember. »Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft«, freut sich Eugène Bruins, der zoologische Leiter des Zoos, und führt weiter aus: »Wir hatten gehofft, einen kleinen Teil der Einnahmeausfälle ausgleichen zu können. Dass es aber nun so viel geworden ist, macht uns sprachlos. Wir danken allen Unterstützern und zünden für sie ein Feuerwerk der Herzen.« Mit der Spendenaktion folgte der Zoo dem Appell der Bundesregierung zum Verzicht auf Feuerwerkskörper und ermutigte dazu, das geplante »Böllergeld« lieber zu spenden und so gleichzeitig etwas für die Tiere, Umwelt und Gesundheit zu tun. Durch die coronabedingte Schließung des Zoos im November und Dezember gingen der Einrichtung geplante Einnahmen in Höhe von knapp 63.000 Euro verloren. Bereits im Frühjahr hatte der Zoo schon Verluste von 100.000 Euro durch die erste zwangsweise Schließung verkraften müssen. Für diese Einnahmeausfälle gab es keine Unterstützung der Bundes- oder Landesregierung. Insgesamt war der Zoo Hoyerswerda im Jahr 2020 an 107 Tagen ungeplant geschlossen – einmalig in der 61-jährigen Zoogeschichte. Auch das neue Jahr beginnt mit Einnahmeausfällen und einer ungewissen Perspektive. Der Zoo bleibt weiterhin geschlossen, hofft aber auf eine baldige Wiedereröffnung.Die Ende November gestartet Spendenaktion »Spenden statt Böllern« des Hoyerswerdaer Zoos war ein voller Erfolg. Über 200 Tierliebhaber haben insgesamt 24.085 Euro für den Zoo Hoyerswerda gespendet. Das sind über ein Drittel der Einnahmeausfälle von…

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Karrieretage finden online statt

Bautzen. Am 30. und 31. Januar werden sich rund 90 Arbeitgeber bei den ersten Oberlausitzer Karrieretagen präsentieren. Die regionale Messe für Arbeit, Ausbildung und Studium findet aufgrund der Corona-Einschränkungen unter www.oberlausitzer-karrieretage.de virtuell statt. Besonders interessant ist das Angebot für die Schulabgänger in den Landkreisen Görlitz und Bautzen. Wegen Corona wurde die berufliche Orientierung in den letzten Monaten stark eingeschränkt. Aber auch diejenigen, die sich nach einer Arbeit in der Oberlausitz umschauen, sind bei den Karrieretagen richtig. Unter den Ausstellern ist von Großbetrieben und staatlichen Einrichtungen über KMU bis zu kleinen Handwerksbetrieben alles vertreten. Die Palette der beruflichen Möglichkeiten reicht von der Landwirtschaft über Gesundheit und Pflege bis in den kaufmännischen und kreativen Bereich. Regional verteilen sich die Aussteller auf die gesamte Oberlausitz. Interessierte können sich schon im Vorfeld über die Aussteller informieren und auch Kontakt mit ihnen aufnehmen. Der eigentliche Messetermin in Löbau ist auf den 25./26. September 2021 verlegt worden. Hierfür sind große Teile der Messehalle bereits belegt. Arbeitgeber können sich aber noch anmelden.Am 30. und 31. Januar werden sich rund 90 Arbeitgeber bei den ersten Oberlausitzer Karrieretagen präsentieren. Die regionale Messe für Arbeit, Ausbildung und Studium findet aufgrund der Corona-Einschränkungen unter www.oberlausitzer-karrieretage.de…

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