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Endlich! Postmeilensäule zurück

Liebstadt. Liebstadt hat seine Postmeilensäule zurück. Das wird gefeiert – am 16. Juni, ab 10.30 Uhr.

 Die Anstrengungen vom Heimatverein und vielen Enthusiasten haben sich gelohnt: Liebstadt schmückt sich wieder-  wie in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts - mit einer kurfürstlichen Postmeilensäule (Distanz- bzw. Marktsäule). Das neue Kleinod an exponierte Stelle, die mit einer Erläuterungstafel zur Alten Dresden-Teplitzer Poststraße sowie einer Ruhebank zum parkähnlichen Informations- und Präsentationspunkt für die Gäste und Einwohner gestaltet wurde, wird am Sonntag, 16. Juni 2019, 10.30 Uhr, mit großem Spektakel während dem Vereins- und Stadtfest (zum 70. Jubiläum des Sportvereins) offiziell enthüllt und feierlich eingeweiht. Bürgermeister Klaus-Peter Retzler (Die Linke) will, dass die Enthüllung dann eine ganze besondere Überraschung wird und verrät deshalb nichts Konkretes. Nur so viel: Gäste werden sich dann getrost im 18. Jahrhundert wiederfinden.

 Mitglieder des örtlichen Heimatvereins haben Bildhauer Ralf Börner aus Dresden Meußlitz (mit Vollbart) unter die Arme gegriffen und ihm geholfen, den schmucken Meilenstein auf einer am Markt nach einem Hausbrand entstandenen, hergerichteten Grünfläche unterhalb der Stadtverwaltung aufzustellen. So packten Dietmar Urwank (mit Glatze), Norbert Grahl (mit Brille), Elektromeister in Ruhe, und Michael Morawietz (mit Hut) auf der neu gestaltete Freifläche, ehemals Ruine am Markt 8 in Liebstadt – das Café am Kirchplatz mit Wohnhaus war vor Jahren niedergebrannt – mit an. Zuvor hatten Mitglieder zunächst das Fundament errichtet.

 Die rund fünf Meter hohe Säule ist komplett aus Cottaer Sandstein, berichtet Bildhauer Börner, der in Meußlitz seine Werkstatt hat. In dem Werk stecken drei Monate Arbeit, erklärt der 67-jährige Handwerker. Den meiste Aufwand hatte er für den Wappenstein, aber auch der Schriftschaft war eine Herausforderung. Für beide Stücke gibt es strikte Vorgaben, an die sich der Fachmann halten musste. Die Vorlagen bekam er von der Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen Grillenburg um Andre Kaiser. Trotzdem durfte sich der Experte kleine (künstlerische) Freiheiten erlauben und das Wappen gemäß sein Vorstellungen. Für Ralf Börner ist es die fünfte Postmeilensäule, die unter seinen Händen entstand. Auch in Altenberg, Geising, Lommatzsch und Guben hat er schon seine Handschrift hinterlassen.

 Liebstadt hat viele Jahrzehnte um eine neue Kursächsische Postmeilensäule gekämpft. „Schon fast Jahre tragen wir uns mit dem Gedanken, die alte Postmeilensäule in der Stadt wieder aufzustellen“, berichtet Klaus Hellmann vom Heimatverein. Nach mehreren Anläufen trotz mehrerer Fördermittelabsagen (u.a. 2008) hielten die Enthusiasten an dem Projekt fest. Das Original wurde 1732 aufgestellt. Nach dem Abbruch der Säule sollen einige Teile für das 1895 in Erinnerung an den deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erbaute Kriegerdenkmal verwendet worden sein. Diese wurde jedoch 1947 abgebrochen und dessen Einzelteile in der Stützmauer hinter dem Feuerwehrgerätehaus verbaut. Bei Bauarbeiten 1985 traten die teilweise zertrümmerten Steine wieder zum Vorschein. Doch schnell sei klar geworden, dass eine Restaurierung der alten Teilstücke zu aufwendig und zu kostspielig wird. Deshalb wurde es eine originalgetreue Nachbildung der alten Säule. Durch Eigenmittel des Heimatvereins und durch Fördergelder der EU gelang es, das nunmehr wieder eine Postmeilensäule den kleinen Liebstädter Markt ziert.

 Liebstadt liegt am historischen Verkehrsweg Dresden - Prag, der alten kursächsischen Poststraße von Dresden über Dohna nach Teplitz in Böhmen. Das kleine Städtchen wurde schon früh als Pferdewechsel- und Poststation in das kursächsische und weiterführend als königlich-sächsische Poststraßennetz einbezogen. Im 18. Jahrhundert entstand im Kurfürstentum Sachsen auf Befehl von Kurfürst Friedrich August I. (1670 – 1733), der als August II. auch König von Polen war, das erste, flächendeckende, europäische Verkehrsleitsystem nach römischen Vorbildern an den damaligen überregionalen Verkehrswegen – die kursächsischen Postmeilensäulen. Die Basis dafür war die Vermessung Kursachsens mit Entfernungsangaben in Wegstunden (1 Stunde / St. = 4,531 km). 

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