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Die besondere Funktion des Geigenkastens

Pirna. Festival „Sandstein & Musik“ fördert seit Jahren die Musikschule Sächsische Schweiz

Wenn Sie bei einem Konzert von „Sandstein & Musik“ am Ende beim Ausgang fast über einen Geigenkasten stolpern, dann hat das absolut nichts mit Unordentlichkeit zu tun.

Dass der Geigenkasten dort steht, ist so gewollt. Er ist eine Art Sammelbox, mit der nach jedem Konzert die Besucher um eine Spende für die Musikschule Sächsische Schweiz gebeten werden. Und bitten lassen die sich in der Regel nicht lange. So kamen in den 26 Festivaljahren fast 70.000 Euro zusammen, die für die Anschaffung von  30 Instrumenten vor allem für die kleineren Musikschüler dienen, denn kleine Künstler brauchen kleine Instrumente. Und letztere sind teuer und wachsen leider nicht mit. Der neueste Zuwachs ist eine Bassorgel der italienischen Firma Pigini  für fast 5.000 Euro, eine Art Kontrabass für das Akkordeonensemble, die die Schüler zum Abschlusskonzert von „Sandstein & Musik“ aus den Händen von Ludwig Güttler überreicht bekamen. „Wir haben nun bald ein ganzes Orchester zusammen mit den gesponserten Instrumenten. Natürlich sind unsere Schüler stolz und dankbar, wenn sie die Instrumente, ob das ein Fagottino oder eine Kindergitarre ist, spielen und damit vor großem Publikum auftreten können“, betont Berit Chahbani, stellv. künstlerische Leiterin der Musikschule.

Diese praktische Unterstützung ist enorm wichtig, aber genauso am Herzen liegt den Festivalmachern die künstlerische Förderung der jungen Musiktalente, denn die treten seit Jahren im Vorprogramm der großen Konzerte auf. Und da leistet das Festival  Pionierarbeit in Deutschland. „Wir sehen uns als Bildungsprojekt in der Region. An der Basis wird mit der musischen Erziehung die Grundlage für alles im Leben gelegt. Die Finanzierung der Musikschulen müsste staatliche Pflichtaufgabe sein“, ist Güttler überzeugt. Da das so schnell nicht wird passieren, gibt es auch praktische Hilfe für die jungen Musiker.

Mit Spenden des Festivals und Hilfe der Enso wurde die Herausgabe von kompakten Arbeitsheften, die die Schüler mit nach Hause nehmen können, für die Musiktheorie für alle drei Ausbildungsjahre gefördert. Und neben den fünf Vorkonzerten der Musikschule gab es 2018 noch ein Novum. Erstmals gestalteten Solisten der Musikschule ihr erstes eigenes Festival-Konzert „Stille Nacht“  rund um das berühmte Weihnachtslied aus Österreich anlässlich dessen 200. Geburtstag. „Von solchen Momenten und Erfolgen lebt auch die Musikschule. Für die jungen Leute sind das unvergessliche Erlebnisse, für die wir sehr dankbar sind“, so Berit Chahbani.  Alle Signale auf weitere enge Zusammenarbeit zwischen der Musikschule und „Sandstein & Musik“ stehen auf Grün, denn beide Partner wurden gegenseitig Mitglied im anderen Verein.

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Friedenslauf-Spenden gehen an Drudel 11

Ostritz. Rund 300 Menschen liefen im Oktober in Ostritz für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Die Hälfte der beim Friedenslauf gesammelten Spenden, 2450 Euro, wurde inzwischen an Drudel 11 e.V. aus Jena überwiesen. Dies teilen der Vorstandsvorsitzende des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal, Dr. Michael Schlitt, und der Mitorganisator des Friedenslaufes, Landrat a.D. Günter Vallentin (Ostritz), mit. Drudel 11 engagiert sich seit 25 Jahren als anerkannter Träger der Jugendhilfe. In zahlreichen Projekten – vom Jugendzentrum bis hin zur Ausstiegsberatung für Neonazis  – hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen Selbstkompetenz zu vermitteln und dabei Anreize zum Perspektivwechsel zu geben. Inzwischen kann das Team von Drudel 11 auf eine langjährige Erfahrung in den Bereichen der Gewalt- und Radikalisierungsprävention zurückblicken. Sebastian Jende vom Verein Drudel 11 dazu: „Mit großer Freude hat unser Verein diese tolle Nachricht von der Spende erhalten. Ein besonderer Dank geht an alle Spender und Läufer und natürlich an das IBZ St. Marienthal als Veranstalter sowie an die Verantwortlichen der Stadt Ostritz.“ Drudel 11 bietet Beratungen für Ausstiegswillige aus rechtsextremen Zusammenhängen an. Gemeinsam mit den Ausstiegwilligen wird in der vertraulichen Einzelberatung der bisherige, zumeist von Gewalterfahrungen, Vorurteilen und Hassideologien geprägte Lebensweg reflektiert. Dabei werden gemeinsam neue Lebensperspektiven für die Ausstiegswilligen erarbeitet. Sebastian Jende dazu weiter: „Die Struktur der rechtsextremen Szene hat oft zur Folge, dass sich Ausstiegswillige in einem eng gesponnenen Netz gefangen fühlen. Vor allem der hohe soziale Druck aus der Szene, bis hin zu Drohungen und Verfolgung, führt bei Ausstiegswilligen oftmals zu einem Gefühl der Ohnmacht. Ist aber die Ausstiegsmotivation gegeben, dann setzt unsere Beratung genau an diesem Punkt an und hilft den Aussteigern einen Ausweg zu finden und sich neu zu orientieren.“ Der andere Teil der Spenden wurde für das „Ostritzer Friedensfest“ zur Verfügung gestellt. Der „Ostritzer Friedenslauf“ im Oktober war auch eine Reaktion auf den am gleichen Tag im Ostritzer Hotel „Neißeblick“ stattgefundenen „Kampf der Nibelungen“. Zu dieser Kampfsportveranstaltung kamen zahlreiche Mitglieder der rechtsextremen Szene.Rund 300 Menschen liefen im Oktober in Ostritz für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Die Hälfte der beim Friedenslauf gesammelten Spenden, 2450 Euro, wurde inzwischen an Drudel 11 e.V. aus Jena überwiesen. Dies teilen der Vorstandsvorsitzende…

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