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Rettung oder Hinhalte-Taktik?

Meißen. Vor dem Hintergrund der neuen Coronaschutz-Verordnung, die Lockerungen auch für den Handel beinhaltet und in Aussicht stellt, sprachen wir mit Wirtschaftsförderer Martin Schuster über seine Meinung zu den Auswirkungen in Meißen.

Was halten Sie von der neuen Coronaschutz-Verordnung?

Die beschriebenen Lockerung geben den Händlern, Gastronomen und Dienstleistern zum ersten Mal eine Perspektive. Dies sehe ich grundsätzlich erst einmal positiv. Natürlich hätten wir uns aber auch gewünscht, dass alle Branchen Erwähnung finden. Für die Hotellerie und Tourismuswirtschaft gibt es noch keine Lösungen. Es wird den Menschen aber prinzipiell wieder mehr Eigenverantwortung gegeben. Wenn wir es schaffen den Inzidenzwert konstant unter 100, besser noch unter 50 zu halten, wird es weitere Lockerungen geben, die wieder zu Leben in der Stadt führen.

Was bedeutet die Coronaschutz-Verordnung für die Händler der Innenstadt?

Arbeit im positiven Sinne und vor allem wieder Kundenbindung! Den Händlern wird nun endlich wieder die Möglichkeit gegeben im direkten Kundenkontakt ihre Waren zu verkaufen. Vor allem die individuelle Beratung, der Trumpf des lokalen Einzelhandels gegenüber dem Kauf im Internet, kann jetzt wieder praktiziert werden. Die bestellten Waren können nun  wirklich verkauft werden. Nach den Umsatzverlusten mit der Winterware ist es ganz wichtig, dass die Händler jetzt wieder durchstarten können. Wir müssen alles dafür tun, dass diese Möglichkeit nicht wieder genommen wird. Es ist also weiterhin ganz wichtig die Hygieneregeln einzuhalten.

Wie hätte es aus ihrer Sicht besser gehen können?

Sicherlich ist es schwer vermittelbar, warum man beispielsweise in Supermärkten gemeinsam mit 50 anderen Menschen Lebensmittel kaufen kann, aber für den Kauf einer Jeans einen Termin brauch. Wir müssen jetzt aber nach vorn schauen und das Beste aus der Situation machen. Ich denke: »Was hätte besser gehen können« darüber hat jeder seine eigene Meinung.  

Kann die verordnete Testpflicht und Click&Meet eine Lösung sein?

Der Einkauf mit Terminvereinbarung, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Händler können wieder eigenverantwortlich ihrer Arbeit nachgehen. Zur Testpflicht können wir uns erst ein Urteil erlauben, wenn dafür auch alle Voraussetzungen geschaffen sind.   

Mit welchen Sorgen kommen die Händler zu Ihnen?

Sie kommen mit ihren Existenzängsten zu uns. Deshalb war es ganz wichtig, dass die Überbrückungshilfen beantragt werden konnten und dass die ersten Abschlagszahlungen veranlasst wurden. Jetzt können die Händler und Dienstleister wieder öffnen, sollen aber Schnelltests ermöglichen. Wo bekommen Sie die Tests? Wer führt sich durch? Wer übernimmt die Kosten? Dies sind aktuell berechtigten Fragen, welche wir hoffentlich im Laufe der nächsten Tage von Bund und Kreis beantwortet bekommen.

Wie können Sie helfen?

Wir informieren zu den aktuellen Regeln, helfen bei der Umsetzung und setzen uns für Händler, Gastronomen und Dienstleister ein.          

Das Interview führte Verena Farrar

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