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Neue Schiefer müssen her

Riesa. Hirschstein: Immer wieder fallen einzelne Schiefer von den Dächern der Boritzer Kirche und des Turmes. Für die Reparatur hofft die Gemeinde auch auf Fördermittel des Bundes.

Eindrucksvoll und mit vor Begeisterung flammenden Worten stellte Pfarrerin Dr. Christiane Fischer die Kirche in Boritz in den vergangenen Tagen einem besonderem Besucher vor. Der ehemalige Bundesminister Dr. Thomas de Maiziere war in seinem Wahlkreis unterwegs und wollte sich vor Ort selbst davon überzeugen, dass die erwünschten Fördermittel für das Kirchendach und den Turm wirklich benötigt werden. Die fehlenden Dachschiefer sprachen für sich und waren auch dem Politiker nicht entgangen, dennoch wünschte er sich ein anschauliches Argument, warum Boritz wichtiger als jede andere Gemeinde im Bundesgebiet sei? Ein unschlagbares Argument ist das Alter des Kirchenstandortes in Boritz. »Seit fast 1.000 Jahren gibt es in Boritz am Dorfrand und der Elbe zugewandt ein Gotteshaus«, erklärt eine Boritzerin mit Blick auf den charakteristischen Turm der Kirche. Damit ist Boritz das älteste Dorf Sachsens!

Die jetzige Kirche wurde 1754/55 an Stelle der Vorgängerkirche errichtet. Durch beide Hochwasser 2002 und 2013 wurde das Gotteshaus überflutet und immer wieder hergerichtet. Jetzt hofft die Gemeinde auf Geld aus dem Förderprogramm des Bundes. Übrigens, das Besondere am Turm sind die beiden Figuren Petrus und Paulus, die aus französischem Muschelkalk gefertigt wurden.

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Eggerts Ostwind – Queres Querdenken

Sachsen. In den 1990ern, kurz nach der deutschen Wiedervereinigung, konnte es einem schnell passieren, als undankbarer DDR-Betonkopf einsortiert zu werden, wenn man Kritik am Weg ins neue Deutschland äußerte. Dem Schriftsteller Stefan Heym beispielsweise erging das so. Ihm, dem einst von den Nazis vertriebenen Juden, der bis dato als allseits anerkannter Kritiker der realsozialistischen Verhältnisse galt, drehten 1994 Unionsparlamentarier 20 Minuten lang verachtungsvoll den Rücken zu, als er, nun PDS-Abgeordneter und Alterspräsident, den 13. Bundestag eröffnete. Eine peinliche Szene. Klar wurde schon damals: Mit der gepriesenen Debattenkultur ist es hierzulande nicht weit her. Und das gilt bis heute: Da sieht sich beinahe jeder, der die aktuelle »Flüchtlingspolitik« kritisiert, locker als »Rechter« oder gar als Rassist bezeichnet. Und kritisiert einer diese Kritik, dann wieder gilt er als mindestens törichter »Gutmensch«, wenn nicht als »Volksverräter«. Überprüfung von Argumenten auf Stichhaltigkeit? Fehlanzeige. Quer zu denken – das gilt zwar seit den alten Griechen als Tugend derer, die nach Wahrheit suchen. Aber derzeit ist wohl eher zustimmendes Nicken gefragt. Und wehe, es kommt uns wirklich mal ein Querdenker in die Quere. Ihr Hans EggertIn den 1990ern, kurz nach der deutschen Wiedervereinigung, konnte es einem schnell passieren, als undankbarer DDR-Betonkopf einsortiert zu werden, wenn man Kritik am Weg ins neue Deutschland äußerte. Dem Schriftsteller Stefan Heym beispielsweise…

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