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Mutter, alleinerziehend, zwei Grundschulkinder, berufstätig

Meißen. Verzweifelter Leserbrief....

Wie geht es mir und meinen Kindern im Alltag seit der Corona-Krise?

Eine Frage, die ich täglich mehrmals höre, von meinen Nachbarn, meinen Freunden, meiner Familie und meinen Arbeitskollegen. Ich beantworte diese Frage gern, denn es tut unheimlich gut zu schildern, wie die Wirklichkeit aussieht, wie ich mich fühle, wie meine Kinder sich fühlen und wie wir das tägliche Leben mit seinen Herausforderungen meistern. Nur etwas ist komisch.

Vor 8 Wochen wurde von heute auf morgen der Schulalltag auf Null gestellt, umstrukturiert und das große Paket der Bildung auf dem Rücken der Eltern abgeladen. Wohin plötzlich mit beiden Kindern? Notbetreuung? No way, ich arbeite mit Risikopatienten und kann diese nicht gefährden. Was nun? Viele Gedanken schossen mir in den Kopf, immer mit dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Zu Oma und Opa geben? Fehlanzeige, Risikopatienten. Meine Struktur im Familienalltag, die ich mir über Jahre hinweg erarbeitet habe, drohte plötzlich zu kippen. Angst. Angst wohin das alles führen soll. Angst, dass aus meinem erbauten Turm immer mehr Steine zu bröckeln beginnen und herausfallen. Und so ist es auch geschehen.

Ich muss meine beiden Kinder alleine lassen während ich arbeiten bin. Mir schmerzt mein Mutterherz. Was werden wohl beide machen? Hauptsache keinen Blödsinn! Und Medien bitte gern solange ich nicht da bin. Furchtbar! Wir hatten ein strukturiertes Leben ohne Fernsehen und Tablet innerhalb der Woche. Abends war zeitig Schicht im Schacht, da wir immer früh morgens aufgestanden sind. Das war ok so! Und nun? Ich lasse meine Kinder absichtlich lange wach, sollen sie zocken, Hauptsache morgens schlafen sie länger und bekommen nicht mit, wie ich mich so früh aus dem Haus schleiche. Um zu arbeiten. Um Geld zu verdienen.

Wie geht es mir? Eine Frage, die mich alle fragen, nur bisher nicht ein einziger Lehrer! Ich bekomme Aufgaben über Mails. Ok. Ich habe zwei Kinder, die zu beschulen sind. Auch Ok. Doch je länger der Drucker druckt und ich mir die zu bewältigenden Aufgaben ansehe, desto mehr empfinde ich Frust und Erdrückung.

Auf der Fahrt nach Hause überlege ich schon alle Eventualitäten: Sind die Kinder gut drauf, so dass ich gleich mit den Aufgaben beginnen kann? Sind sie im Twist und ich muss erstmal schlichten? Oh Gott, wieder so viel Haushalt, wie soll ich das schaffen? Ich bemühe mich das täglich gesteckte Pensum zu schaffen. Ich bin so müde, gebe aber trotzdem mein Bestes. Der Spagat zwischen Arbeit und Homeschooling erfordert meine vollste Aufmerksamkeit, egal wie mein aktueller Gefühls- und Gemütszustand aussieht. Beide Kinder zusammen beschulen? Unmöglich! Jedes Kind braucht seine Zeit! Also nacheinander, was am Ende drei bis vier Stunden ausmacht. Wie schaffe ich das, vor allen Dingen wie kommen meine Kinder mit der neuen Situation zurecht? Fragen, für die sich ihre Bezugsperson in der Schule, der Klassenleiter, nicht zu interessieren scheint.

Sonntags eine Mail mit Aufgaben und gut. Wie oft war keine Aufgabenstellung zu den einzelnen Aufgaben, ich habe gegoogelt, es trotzdem nicht rausgefunden. Blieb es eben. Ist das der Sinn die Kinder in dieser Art und Weise zu Hause zu beschulen? Ich hätte mir viel mehr Unterstützung von den Lehrern gewünscht, stattdessen besteht absolute Kontaktlosigkeit zwischen ihm und seinen Schülern. Ich empfinde großen Frust! Ich bemühe mich, atme mehrmals täglich durch und rede mir ein, dass wir das schaffen. Nur wie? Wenn sich kein Lehrer dafür interessiert ob es klappt oder nicht? Ob Schwierigkeiten bestehen? Oder ob es einfach an Zeit mangelt? Wir sind alle keine Maschinen. Doch der Druck, der auf mir lastet ist so groß, dass ich oftmals an allem zweifle und mir die Tränen in die Augen schießen, sobald die Kinder im Bett sind. So habe ich mir das nicht vorgestellt, auch nicht in dieser verrückten und schweren Zeit.

Ich fühle mich allein gelassen, verspüre innerliche Unruhe und habe schlaflose Nächte.

Ich weiss nicht, wie ich das alles schaffen soll.

Ich bin Mutter, diese Rolle liebe ich!

Aber ich bin verdammt noch mal kein Lehrer!

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