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»Lebenshilfe« für den Tierpark

Meißen. Derzeit laufen Gespräche über eine erfolgreiche Weiterbetreibung des Tierpark Siebeneichen in Meißen. Künftig könnte es dort ein naturnahes und soziales Projekt geben.

Für den Tierpark unterhalb des Schlosses Siebeneichen zeichnet sich eine neue und spannende Perspektive ab. Mit der Lebenshilfe Meißen e.V. hat ein in der Region etablierter Verein der Freien Wohlfahrtspflege sein Interesse am Betrieb des Areals bekundet. »Wir sehen im Betrieb des Tierparks eine Bereicherung für unsere Mitarbeiter und die Menschen mit Behinderungen, die von uns betreut und mit vielerlei Werkstattarbeiten betraut werden«, erklärt Geschäftsführer Matthias Christoph. Dass der Betrieb eines kleinen Tierparks wunderbar funktionieren kann, zeigen ähnliche Projekte der Lebenshilfe im O-Park in Oschatz und im Tierpark Bischofswerda. Dort sind vor allem Menschen mit Behinderung beschäftigt. Beide Parks erfreuen sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit.

Bereicherung der Aufgaben

»Menschen mit Behinderung die Chance auf eine erfüllende Aufgabe zu geben, ist ein wichtiges Ziel unserer Tätigkeit und damit auch ein zentraler Aspekt beim künftigen Betrieb des Tierparks«, betont Matthias Christoph, Geschäftsführer der Lebenshilfe Meißen. Wobei dem Versorgen und Pflegen von Tieren noch eine weitere Qualität der Empathie hinzukommt. »Wir betreuen in Meißen auch sehr viele Menschen mit Behinderungen, die aus dem ländlichen Bereich kommen und die Arbeit an der frischen Luft, mit Tieren und Pflanzen lieben«, fügt er an. Auch ist die Planung der Tierpark-Saison durch die festen Öffnungszeiten gegeben und kann an die Arbeit in den Werkstätten angepasst werden. Immerhin ist für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen eine Kontinuität im Arbeitsalltag sehr wichtig. Dafür soll jetzt spezielles Personal gesucht werden, dieses müsse sich in Tierpflege, Botanik und Sonderpädagogik auskennen. Die Lebenshilfe Meißen hat sich am Aufruf der Trägersuche beteiligt, weil der bisherige Betreiber Heiko Drechsler zum Jahresende seinen Pachtvertrag beenden wird und die Stadt auf der Suche nach neuen Möglichkeiten ist (wir berichteten).

Nun können die Abstimmungen zur Ausgestaltung eines künftigen Pacht- und Betreibervertrages starten. Es soll sondiert werden, in welcher Form eine Kooperation zwischen Stadt und Lebenshilfe in Meißen möglich und sinnvoll wird. »Wir freuen uns, dass wir mit der Lebenshilfe Meißen einen Interessenten gefunden haben, der bereits heute mit vielfältigen Angeboten in das soziale Leben in Meißen eingebunden ist und über weitreichende Netzwerke verfügt«, so Bürgermeister Markus Renner. »Das Tierparkareal sehen wir hier in guter Hand.« »Neben der sinnvollen Beschäftigung behinderter Menschen, möchten wir natürlich auch ein attraktives Freizeitangebot für die Meißner und ihre Gäste schaffen«, fügt Christoph an. So soll das Thema Tier an erster Stelle bleiben und ein attraktiver Erlebnisraum hinzukommen.

Wie ist es zu bezahlen?

Wie die finanziellen und logistischen Rahmenbedingungen hierfür aussehen könnten, wird Inhalt der nun beginnenden Gespräche sein. Dabei soll auch die AG Tierpark wieder mit eingebunden werden. Schließlich wird der Stadtrat noch seine Zustimmung zum künftigen Betreibervertrag geben müssen. Bisher gab es von der Stadt einen Zuschuss von 100.000 Euro pro Jahr für den reinen Betrieb des Tierparks. Bei baulichen Veränderungen kann sicher künftig der Bauhof unterstützen oder befreundete Meißner Firmen einen Beitrag leisten. Dieser Bedarf werde jetzt ermittelt.

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