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600 leere Stühle und ein Sarg

Meißen. Mit einer Aktion vor dem Rathaus machten in der vergangenen Woche die Hoteliers und Gastwirte in Meißen auf ihre bedrohlich Lage aufmerksam. Für viele scheint auch die Aussicht auf Öffnung keine schnelle Rettung zu bringen. Denn es gibt strenge Auflagen...

Die Nachricht scheint vorerst durchaus positiv: Hotels, Restaurants, Biergärten und Kneipen dürfen nach wochenlanger Schließung ab dem 15. Mai wieder öffnen!

Die Einschränkung: WENN sie die vorgeschriebenen Abstand- und Hygieneregeln penibel einhalten. Das bedeutet, ein vorgeschriebener Abstand zwischen den Tischen von mindestens 1,5 Metern, ist zwingend einzuhalten. Die Bedienung muss einen Mundschutz tragen und die Speisekarten müssen abwischbar sein. Die logische Folge ist, deshalb können natürlich viel weniger Menschen im Restaurant bedient werden. Die Fixkosten für Miete, Personal und der vorgehaltene Wareneinsatz gleichen aber dem, eines vollbesetzten Gastraumes unter Normalbedingungen. Die wenigeren Gäste essen aber nicht automatisch mehr oder kommen auch außerhalb der Stoßzeiten.

Die wirtschaftliche Lage bleibt für die Wirte bleibt unklar. Trotzdem sei die Öffnung ein wichtiger Schritt für die ganze Branche, erklärte auch Dehoga-Geschäftsführer Axel Klein. Er fügt auch an, dass wenn die Umsätze fehlen, über einen Rettungsschirm für die Gastwirte nachgedacht werden muss. Immerhin könne jeder Betrieb eigenverantwortlich entscheiden, ob sich eine Öffnung für ihn lohne oder nicht. Die Kritik der Branche ist eindeutig: Keiner habe wirklich die Wahl.

Die Gastwirte stehen mit dem Rücken an der Wand. Sie gehören zu den Branchen, die die Verluste der Schließzeiten nicht wieder aufholen können. Darauf machten auch mehr als 20 Gastwirte in Meißen in der vergangenen Woche mit lautem Topfgeklapper und 600 leeren Stühlen auf dem Marktplatz aufmerksam. Zwar sind sie optimistisch, dass die Gäste wieder kommen und sich an die Auflagen halten, dennoch wissen sie auch, dass es ohne Schutzschirm vom Staat ein enormes Gaststättensterben geben wird, weil die aufgelaufenen Kosten nicht zu stemmen sind.

Die Initiative »Leere Stühle«, die bereits in einigen Städten im Landkreis Meißen, so auch in Riesa und Großenhain, Anhänger und Unterstützer gefunden hatte, fordert ein verlässliches Zeichen von der Politik. Immerhin gehe man trotz der Öffnung ab Mitte Mai von lediglich 40 Prozent des sonstigen Umsatzes aus. Dafür gebe es derzeit kein Hilfspaket. Das einzige Zugeständnis an die Branche war die Absenkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent. Die aber nur Erleichterung auf den künftigen Umsatz bringen kann und nicht die bereits entstandenen Verluste mildert. Auch angebotene Kredite sind meist nutzlos. Sie können nicht zurückgezahlt werden. Außerdem sollte für die Beschäftigten mit ihren geringen Löhnen und der Einbuße des Trinkgeldes rückwirkend das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent angehoben werden. Die Branche hofft auf weitere Öffnungen, besonders für Touristen, die in Meißen immer gern gesehen sind. (Red. Schluss 13.Mai)

Aktion geht weiter:

Mit der Aktion »Leere Stühle« hat auch Meißen ein Herz für die Gastronomie bewiesen und 600 leere Restaurantstühle in Herzform auf dem Marktplatz aufgestellt. Symbolisch haben alle Gastronomen Löffel ihres Bestandes abgegeben. Die Löffel sollen in einer weiteren Aktion nach Berlin ins Kanzleramt geschickt werden. »Die eingebrockte Suppe soll die Bundespolitik gemeinsam mit uns auslöffeln«, hieß es in Meißen. 

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