Polizei/tok

Flucht endet an Leitplanke

Am späten Mittwochabend wollte eine Streife einen aus Polen kommenden Audi auf der Radmeritzer Straße in Hagenwerder stoppen. Der 20-jährige Fahrer dachte aber gar nicht daran anzuhalten sondern gab Gas. Weit kamen die vier Insassen allerdings nicht. An der Einmündung zur B 99 kam der Wagen von der Straße ab und prallte gegen eine Leitplanke. Die vier Insassen, allesamt tschechische Staatsbürger, blieben unverletzt.

Als die Beamten sich den Fahrer und das Fahrzeug näher ansahen, kam so einiges ans Licht. Ein Drogenschnelltest bei dem 20-Jährigen verriet, dass dieser wahrscheinlich Amphetamine konsumiert hatte. Häufig handelt es sich dabei um Crystal. Bei einem 17-Jährigen fanden die Beamten ein Tütchen mit einer kristallinen Substanz. Die Polizisten stellten das mutmaßliche Rauschgift sicher und zogen einen Spürhund hinzu. Der Vierbeiner fand keine weiteren Drogen. Es wird nachfolgend geprüft, ob es sich bei der sichergestellten Substanz um Crystal handelte. Dem nicht genug stellten die Einsatzkräfte fest, dass die angebrachten Kennzeichen aus dem Landkreis Zittau gefälscht waren. Die offenbar zu dem Fahrzeug gehörenden tschechischen Kennzeichen fanden die Uniformierten bei der Durchsuchung im Wagen.

Bei dem Unfall entstand an dem Audi und der Leitplanke Schaden von etwa 7000 Euro. Der Wagen wurde abgeschleppt. Der 20-jährige Fahrer muss sich nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Urkundenfälschung verantworten. Das Ergebnis der Blutanalyse bleibt zudem abzuwarten. Der 17-Jährige muss sich wegen unerlaubten Besitzes von berauschenden Mitteln verantworten.

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Ausstellung: „Rohe Kunst“ in Kirschau

Kirschau. Rund elf Prozent der Menschen in Deutschland leiden entsprechend einer Studie der WHO an chronischen Depressionen. Die Tendenz ist zunehmend. Das Projekt „Schattenseiten – LEBEN“ greift den Umgang mit diesem Thema auf und bearbeitet es künstlerisch. Behandelt werden Fragen wie „Was ist eine Depression?“, „Was ist einfach nur Traurigkeit oder Melancholie?“, „Wie gehen wir damit um?“, „Was bedeuten Glück und Freude?“.  Mit diesen Fragestellungen und den Antworten soll eine breite Öffentlichkeit erreicht werden. Schattenseiten - LEBEN ist dabei kein trauriges oder depressives Projekt, sondern eines voller Lebensfreude, mit einer positiven Lebenseinstellung und vielen nachdenklichen Elementen. Die Galerie FLOX in Kirschau präsentiert ab 26. Mai mit der Ausstellung „Schattenseiten – LEBEN“ eine Künstlergruppe bestehend aus Eric Fish mit „Naiver Liedermalerei“, Ute Näser, ebenfalls mit Malerei, und als künstlerischen Kontrapunkt Thomas Christinas mit einer vor Ort entwickelten Installation. „Mit Eric Fish, Ute Näser und Thomas Christians wird erstmalig eine gesamte Ausstellung bei FLOX der Kunstrichtung Art Brut gewidmet. Es ist eine sehr emotionale Ausstellung dreier Künstler mit ganz unterschiedlichen Lebenserfahrungen,“ erläutert Hellfried Christoph, der Leiter der Galerie und ergänzt: „Art Brut als unbekannte oder wenig beachtete Kunstrichtung vereint Kunstschaffende von autodidaktischen Laien über Kinder bis hin zu Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung.“ Die Bezeichnung ging vom französischen Maler Jean Dubuffet aus, der sich eingehend mit einer naiven und antiakademischen Ästhetik beschäftigte. Art Brut, auch „rohe Kunst“ genannt, beschreibt eine Kunst jenseits jeglicher etablierten Formen und Strömungen. Sie speist sich oft bewusst oder unbewusst aus einem therapeutischen Ansatz heraus. Die Ergebnisse sind in den meisten Fällen spontane, situative Arbeitsergebnisse, meistens mit sehr hoher Intensität und extremer emotionaler Dichte. Für die Kunstschaffenden stellt diese Möglichkeit durchaus eine „Ventilfunktion“ dar. Gleichfalls wird so Öffentlichkeit erzielt, die stellvertretend für andere Betroffene spricht. Und dem Rezipienten können sich neben dem rein ästhetischen Seherlebnis Zugänge zu Innenwelten auftun, die sowohl persönlich wie auch gesellschaftlich verdrängt werden. Zu nennen sind Thematiken wie Melancholie, Trauer, Depression bis hin zum Suizid. Für Eric Fish, dem Liedermacher, Sänger und Frontmann der Folk-Metal-Band Subway to Sally, sind seine Arbeiten „zusätzliche Strophen“ zu seinen Songs und stellen spannende Übergänge vom Hören zum Sehen dar. In der Ausstellung werden die Besucher die Möglichkeit haben, per Audiosystem die Songs zu einigen Bildern beim Betrachten zu hören. „Als Einmaligkeit wird bei dieser Ausstellung zu Werken von Eric Fish und Ute Näser eine Audiodeskription (Übersetzung) für Blinde erarbeitet. Damit wird ein barrierefreier Zugang auch für Sehbehinderte möglich“, erzählt Uwe E. Nimmrichter, der Leiter des Projektes „Schattenseiten – LEBEN“. „Danke dafür der blinden Hörfilmautorin und Sängerin Johanna Krins.“ Die Ausstellung „Schattenseiten – LEBEN“ ist Bestandteil des vom 10. Mai bis 5. Juli stattfindenden gleichnamigen Projektes des Vereines für Kunst, Kultur und Umwelt im sächsischen Dreiländereck. Die Ausstellung ist bis einschließlich 5. Juli im Friese Kirschau zu sehen. Rund elf Prozent der Menschen in Deutschland leiden entsprechend einer Studie der WHO an chronischen Depressionen. Die Tendenz ist zunehmend. Das Projekt „Schattenseiten – LEBEN“ greift den Umgang mit diesem Thema auf und bearbeitet es künstlerisch.…

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