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Mundschutz Marke Eigenbau

Görlitz. Online finden sich immer mehr Anleitungen, mit denen man sich einen Mundschutz selbst basteln kann. Wir haben eine ausprobiert, die besonders simpel ist und mit einfachen Materialien auskommt.

Wer hätte von sich gedacht, dass er einmal zu Hause sitzen und sich einen Mundschutz basteln würde? Was vor einigen Wochen noch undenkbar war, ist aktuell bei vielen Menschen Realität. In der Coronakrise sind Schutzmasken knapp. Das Internet hat natürlich eine Antwort parat und sagt: Macht euch den Mundschutz einfach selbst. Anleitungen finden sich aktuell viele im Netz, oft müssen die Masken genäht werden. Bei einer Anleitung aus Hongkong kommt man aber ohne Nähen aus.

Das Krankenhaus der Universität Hongkong-Shenzen hat die Methode veröffentlicht, nachdem in Honkong die Schutzmasken knapp wurden. Prof. Christian Drosten von der Berliner Charité, seines Zeichens aktuell Deutschlands bekanntester Virologe, teilte den Link auf Twitter.

Wichtig zu wissen ist, dass die Masken den Träger nicht direkt vor dem Coronavirus schützen, vielmehr sollen sie andere schützen. Denn sie verhindern, das virenbelastete Tröpfchen beim Husten oder Niesen in die Umgebung gelangen. Wie die South China Morning Post berichtet, hätten die Selbstbaumasken bei Labortests 80 bis 90 Prozent der Schutzwirkung herkömmlicher Masken erreicht.

Professionelle Masken sollten für Berufe mit Patientenkontakt reserviert sein

Ob das Tragen dieser selbstgebastelten Masken generell sinnvoll ist, darüber herrscht Uneinigkeit. Das Robert-Koch-Institut sieht gute Handhygiene, das Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten als die sinnvollsten Maßnahmen. Es gebe „keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert“, so das RKI.

Bei erkrankten Personen, die sich in der Öffentlichkeit bewegen müssen, könne das Tragen eines Mundschutzes sinnvoll sein, um „das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch die größtmögliche Zurückhaltung von Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern.“ Wichtig sei, dass das Tragen eines Mundschutzes nicht zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen dürfe, mit dem dann die Handhygiene und das Abstandhalten vernachlässigt werden.

Christian Drosten sieht die Masken als Ergänzung, schrieb dazu beispielsweise auf Twitter: „Natürlich lassen sich die jetzigen Maßnahmen zur Distanzierung und Kontaktminimierung auf keinen Fall durch das allgemeine Tragen von Masken ersetzen! Masken sind eine Ergänzung der Maßnahmen und eine Erinnerung für Alle an den Ernst der Lage!“

Wer im Alltag eine Maske tragen will, der sollte die aber laut Drosten selbst bauen. Denn so nimmt man die medizinischen Masken nicht Pflegekräften und Klinikpersonal weg. „Masken sind knapp, das ist doch lange bekannt. Genau deshalb müssen sie für Berufe mit Patientenkontakt reserviert sein, denn dort wirken sie. In der Öffentlichkeit wirken Masken für den Fremdschutz. Also: selbst bauen oder durch Stoff ersetzen“, schreibt der Virologe auf Twitter.

Auch der Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hält einfache Schutzmasken für sonnvoll: „Das Tragen auch von einfachen Masken kann bei der Eindämmung des Corona-Virus sinnvoll sein“, sagte Reinhardt der Neuen Osnabrücker Zeitung.  Die einfachen Masken aus Stoff oder anderen Materialien seien nur ein Hilfskonstrukt, aber dennoch besser als Nichts. „Mein Rat: Besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selber welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum. Diese Masken garantieren keinen Schutz vor Ansteckung. Aber sie können ein wenig helfen, das Risiko zu verringern, andere anzustecken oder selbst angesteckt zu werden.“

Zugleich mahnte er die Bürgerinnen und Bürger, nur einfache Masken zu verwenden. „Bestellen Sie sich keine professionellen Schutzmasken im Internet oder kaufen solche. Wenn Sie nicht im Gesundheitswesen tätig sind oder entsprechende Vorerkrankungen haben, dann brauchen Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken.“ Diese professionellen Schutzmasken sollten Erkrankte tragen, wenn sie Umgang mit anderen Menschen haben. „Vor allem aber Ärzte und Pfleger, die sich um Erkrankte kümmern, brauchen diese Masken, um nicht selbst zu erkranken und zu Überträgern zu werden.

So bauen sie den eigenen Mundschutz

Wir haben die Selbstbauanleitung der Universität Hongkong-Shenzen ausprobiert. Man benötigt dazu:

- eine Schere und einen Locher

- ein Papiertaschentuch

- zwei Lagen Küchenrolle

- breites Klebeband (gut eignet sich Maler-Krepp, wir haben Duct Tape verwendet)

- vier Gummibänder

- ein Stück Draht, wie es beispielsweise bei abgepacktem Brot zum Verschließen der Tüte verwendet wird

Und so funktioniert‘s (die passenden Bilder dazu finden Sie in der Bildergalerie oben):

1. Legen Sie die beiden Lagen Küchenrolle übereinander.

2. Breiten Sie das Papiertaschentuch darauf aus und schneiden Sie die überstehenden Ränder der Küchenrolle ab, so das alle drei lagen die gleiche Größe haben.

3. Schneiden Sie den Stapel in der Mitte durch.

4. Kleben Sie jetzt an den beiden kurzen Rändern von beiden Seiten über die volle Länge ein Stück Klebeband.

5. Machen Sie mit dem Locher in allen vier Ecken ein Loch ins Klebeband.

6. Nehmen Sie den Draht und kleben Sie ihn mit Klebeband oben Mittig auf die Seite mit dem Taschentuch. Der Draht dient als Nasenbügel.

7. Jetzt noch die vier Gummis durch die Löcher fädeln und die Maske ist fertig.

8. Beim Aufsetzen gilt: Erst die oberen, dann die unteren Gummibänder über die Ohren. Den Drahtbügel so zurechtbiegen, dass die Maske gut sitzt.

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