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Mundschutz für den Landkreis

Großschönau. Den passenden Mundschutz in ausreichender Stückzahl zu bekommen ist für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen aktuell schwierig. Die Diakonie St. Martin näht sich die Masken jetzt selbst und bei Frottana wird inzwischen ein Mund-Nasen-Schutz produziert.

Medizinische Mundschutze sind aktuell schwer zu bekommen. „Masken sind knapp, das ist doch lange bekannt. Genau deshalb müssen sie für Berufe mit Patientenkontakt reserviert sein, denn dort wirken sie. In der Öffentlichkeit wirken Masken für den Fremdschutz. Also: selbst bauen oder durch Stoff ersetzen“, schrieb Prof. Christian Drosten von der Berliner Charité, seines Zeichens aktuell Deutschlands bekanntester Virologe, vor einigen Tagen auf Twitter.

Dass die Schutzmasken aktuell knapp sind, hat auch die Diakonie St. Martin zu spüren bekommen. „Momentan ist kein Mundschutz mehr zu bekommen, die Lieferzeiten werden mit mindestens zwei Wochen angegeben bzw. legen sich manche Anbieter auf keine Lieferzeit fest“, sagt Doreen Lorenz, die Pressesprecherin der Diakonie St. Martin. Deswegen näht die Diakonie ihre Mundschutze aktuell selbst. Genutzt wurden bisher alte Bett- und Tischwäsche. In dieser Woche hat sich die Diakonie auch noch Stoff aus einem Stoffladen besorgt.  Wichtig ist, dass die Materialien bei 60 Grad waschbar sind.

„Wir haben eine Schablone entwickelt, die an der Stanzmaschine ausgestanzt wird und dann als Vorlage dient. Der Mundschutz ist dreilagig, denn in der Mitte ist ein Vlieskern eingenäht“, erklärt Lorenz. Genäht wird in Niesky, Rothenburg, Krauschwitz und Görlitz. Rund 20 Mitarbeitende sind mit der Fertigung beschäftigt, schaffen etwa 200 Masken am Tag. Die Masken sind für den Eigenbedarf, da die Diakonie mit den acht Altenpflegeheimen, acht ambulanten Pflegediensten, den Wohnstätten für Menschen Behinderung, dem Medizinischen Versorgungszentrum und den Kindertagesstätten einen hohen Verbrauch hat.

Das in der Diakonie selbst genäht wird, hat sich inzwischen herumgesprochen. „Wir haben auch schon Mundschutz von privaten Initiativen genäht und gespendet bekommen. Außerdem haben Firmen uns aus ihren Beständen Masken gespendet – das lief über die Initiative des Krauschwitzer Bürgermeisters Tristan Mühl. Darüber sind wir natürlich sehr begeistert“, sagt Doreen Lorenz.

Waschbarer Mundschutz von Frottana

Dass Schutzmasken knapp werden, hat man auch im Landratsamt erkannt. In den vergangenen Wochen fanden mehrere Gespräche zu verschiedenen Lösungsansätzen statt. Wichtige Partner in diesem Prozess waren die Hygienefachkräfte der Krankenhäuser. Ergebnis der Bemühungen, der Mundschutz-Knappheit entgegenzuwirken:  Bei Frottana in Großschönau wird jetzt ein textiler, waschbarer Mund-Nasen-Schutz produziert. „Der verwendete Stoff der Masken ist geprüft als bakterien- und virendicht einzustufen. Der Antrag für eine entsprechende Zertifizierung wurde gestellt. Das Ergebnis wird in den kommenden Tagen erwartet“, teilte der Landkreis am 30. März mit.

Die 2. Beigeordnete des Landkreises Görlitz, Martina Weber: „Ich danke allen am Prozess Beteiligten für die zielorientierte Umsetzung eines Mund-Nasen-Schutzes, dessen Stoff vor Viren und Bakterien schützt, und freue mich, dass die ersten Masken bereits im Gebrauch sind. Ich hoffe, dass die Versorgungsengpässe in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Görlitz dadurch minimiert werden können.“

Zur konkreten Bedarfsermittlung werden alle ambulanten und stationären Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Görlitz am 30. März angeschrieben. Die Koordinierung der Bestellungen erfolgt zentral durch den Landkreis Görlitz.

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