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Landkreis Görlitz: Mini-Impfzentren nehmen Arbeit auf

Görlitz. Der Landkreis Görlitz will in Sachen Impfung das Tempo erhöhen. Die Zahl der Impfteams wurde erhöht. Die ersten Mini-Impfzentren haben die Arbeit aufgenommen.

Die Situation in den Krankenhäusern des Landkreises bleibt angespannt. Das zeigen nicht nur die Zahlen zur Bettenbelegung, sondern auch der Aufruf des Gesundheitszentrums des Kreises, dass für seine Krankenhäuser in Ebersbach-Neugersdorf, Zittau und Weißwasser Hilfe aus der Bevölkerung sucht.

Auch der Landkreis machte das 2. Dezember in einer Pressekonferenz zur Corona-Lage deutlich. „Wir haben nur durch die Abverlegung von Patienten eine gewisse Stabilität erreicht“, sagt Landrat Bernd Lange. Ob die so bleibt, müssten die nächsten Tage und Wochen zeigen. Zumindest bestünde die Hoffnung, dass man aktuell in Sachen Inzidenz einen Punkt erreicht habe, an dem die Zahlen nicht mehr rasant wachsen. Um die Situation zu entspannen, hat der Kreis die Fachkrankenhäuser in Rothenburg und Großschweidnitz aktiviert. Auch hier können jetzt Corona-Patienten behandelt werden. In Rothenburg stehen dafür 16 Betten zur Verfügung, in Großschweidnitz 13. Da die Kliniken auf bestimmte Behandlungen spezialisiert sind, nehmen sie im Normalfall keine Corona-Patienten auf.

Und nicht nur in die beiden Kliniken des Kreises, sondern auch nach Dresden wurden Patienten verlegt.  „Zwei junge Patienten waren so schwer erkrankt, dass sie dringend in die Uniklinik verlegt werden mussten“, sagt Sozialdezernentin Martina Weber. Die Situation auf den Intensivstationen sehe so aus, das zunehmend jüngere Patienten mit schweren Verläufen auf der ITS landen. Die seien ungeimpft. Aber auch geimpfte Personen landen auf der ITS. „Hier sind die Impfungen meist länger als sechs Monate her“, so Weber. Auch gefälschte Impfzertifikate seien bei einigen Patienten gefunden worden.

Zum Thema Abverlegung von Patienten äußerte sich auch Oberstleutnant Eric Gusenburger. Eine Maschine der Bundeswehr hatte vergangene Woche von Dresden aus sechs schwer an Corona erkrankte Menschen nach Köln geflogen. Dort zu sein und zu sehen, wie Menschen, die um ihr Leben bangen verlegt werden müssen, also auch noch aus ihrer vertrauten Umgebung, ihrer Vertrauten Klinik weggebracht werden müssen, sei für keinen der Beteiligten schön gewesen. „Es war für alle ein sehr beklemmendes Gefühl“, so Gusenburger.

Die Bundeswehr wird derzeit deutschlandweit bei der Pandemiebekämpfung gebraucht. Die dafür eingesetzte Zahl ans Soldatinnen und Soldaten sollen laut Gusenburger von 6000 auf 12000 erhöht werden. Auch der Landkreis erhält bereits Unterstützung, so etwa in der Kontaktnachverfolgung. Außerdem wurde ein zusätzliches Amtshilfeersuchen für medizinisches Personal gestellt, dass dann in den Krankenhäusern unterstützen könnte.

Sechs statt drei Impfteams

Bei Thema Impfen hat der Kreis bereits das Tempo erhöht und will das auch weiterhin tun. Wurden in der ersten Novemberwoche durch die mobilen Impfteams noch rund 1600 Impfungen verabreicht, waren es in der letzten Novemberwoche bereits 3600. „Man kann sich da bei allen Beteiligten nur bedanken“, sagt Landrat Bernd Lange mit Blick auf die mobilen Impfteams. Sie alle hätten einiges auszuhalten. Ziel ist es, in Zukunft täglich bis zu 1900 Mal zu impfen. Zum Vergleich: Das Impfzentrum in Löbau hatte eine Kapazität von 1800 Impfungen pro Tag.

Um das angestrebte Impftempo zu erreichen, soll die Zahl der Impfteams von drei auf sechs verdoppelt werden. Zwei bleiben mobil, sind also im ganzen Kreis unterwegs, die vier übrigen sollen in den geplanten Mini-Impfzentren eingesetzt werden.

Diese festen Impfpunkte gehen in den kommenden Tagen an den Start bzw. haben die Arbeit schon aufgenommen. Schon am 3. und 4. Dezember fand ein Zusatztermin in der Mensa der Hochschule Zittau statt. Auch in der Blumenhalle auf dem Messegelände in Löbau, im Werk 1 in Görlitz (ehemalige Büroräume von Bombardier) und in der Mensa in Zittau wird es jetzt Impftermine geben.

Termine Mini-Impfzentren:

  • Löbau Messegelände, Blumenhalle: ab 6. Dezember, montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr (außer 24.-26.12. und 31.12.)
  • Görlitz Werk 1 (ehemalige Büroräume von Bombardier: 6.-11. Dezember von 9 bis 17 Uhr,
  • Hochschule Zittau Mensa: 13.-18. Dezember von 9 bis 17 Uhr
  • Görlitz Werk 1: ab 20. Dezember, montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr (außer 24.-26.12. und 31.12.)

Sobald weitere Teams aus Ärzten und Fachpersonal gebildet wurden, werden die „festen Impfpunkte“ in Görlitz und Zittau verstetigt und um weitere in Weißwasser und Niesky ergänzt.

Das DRK Sachsen hat das Terminbuchungsportal wieder eingeführt. Darüber können Bürger Termine für die festen Impfpunkte und Impfzentren in den kreisfreien Städten buchen. In den kommenden Wochen werden nach und nach weitere Impfpunkte auf das Terminvergabesystem umstellen.

Darüber hinaus werden zwei mobile Teams weiterhin in den verschiedenen Kommunen des Landkreises unterwegs sein. Alle Kommunaltermine werden auf der Internetseite des Landkreises unter http://impftermine.landkreis.gr/ zeitnah veröffentlicht.

Zu beachten ist, dass in den festen Impfpunkten ab dem 6. Dezember 2021 zwingend eine Anmeldung über das Terminbuchungsportal erforderlich ist. Bei den Kommunalterminen ist eine Anmeldung bei der Kommune nur dann erforderlich, wenn es in der Tabelle auf der Internetseite des Landkreises so vermerkt ist.

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